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Nach dem Tod eines 35-Jährigen Chemnitzer Staatsanwaltschaft beantragt Haft für Syrer und Iraker

Nach einem tödlichen Streit sind Hunderte in Chemnitz auf die Straße gegangen. Innenminister Seehofer will sich zu den Vorfällen noch nicht äußern.
Update: 27.08.2018 - 15:47 Uhr 2 Kommentare
Chemnitz: Staatsanwaltschaft beantragt Haft für Syrer und Iraker Quelle: dpa
Verstärkte Polizeipräsenz in Chemnitz

Nach einem verhängnisvollen Streit in der Chemnitzer Innenstadt endet das Stadtfest vorzeitig.

(Foto: dpa)

ChemnitzDie Staatsanwaltschaft hat nach den tödlichen Auseinandersetzungen in Chemnitz Haftbefehle gegen einen Syrer und einen Iraker beantragt. Den beiden Männern werde vorgeworfen, in der Nacht zum Sonntag „ohne rechtfertigenden Grund“ mehrfach auf einen 35 Jahre alten Deutschen eingestochen zu haben, teilte die Behörde am Montag mit.

Die Ermittlungen zum Tatmotiv und Ablauf der Tat dauerten an. Beide Männer würden noch am Montag dem Haftrichter vorgeführt.

Der spontane Aufmarsch Hunderter Menschen nach dem gewaltsamen Tod eines 35-jährigen Deutschen in Chemnitz beschäftigt am Montag indes Polizei und Stadt. Ein Stadtsprecher sagte, die Geschehnisse vom Sonntag müssten ausgewertet werden. Die Polizei ermittelt, neue Erkenntnisse gab es am Montagmorgen zunächst nicht.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die gewalttätigen Vorfälle in Chemnitz vorerst nicht kommentieren. „Ich möchte zunächst einen authentischen Bericht der Verantwortlichen“, sagte er am Montag am Rande eines Termins im bayerischen Freilassing. Er warnte die Politik in dem Zusammenhang davor, Dinge zu schnell beurteilen zu wollen.

Die SPD hat die Eskalation in Chemnitz nach dem gewaltsamen Tod eines Mannes verurteilt. „Es darf keine Selbstjustiz in diesem Land geben“, sagte Generalsekretär Lars Klingbeil am Montag in Berlin. „Wir erwarten, dass Zivilgesellschaft, dass alle Demokraten sich diesen Ereignissen, die dort stattfinden, entgegenstellen, dass sie laut werden, dass sie Stellung beziehen.“ Er kritisierte Bundesinnenminister Horst Seehofer, der die gewalttätigen Vorfälle zunächst nicht kommentieren wollte. „Ich erwarte von einem zuständigen Innenminister, dass er sich äußert“, sagte Klingbeil. „Da kann er sich nicht wegducken an dieser Stelle.“

Der sächsische Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat nach den Ereignissen Hetze und Selbstjustiz angeprangert. „Es ist widerlich, wie Rechtsextreme im Netz Stimmung machen und zur Gewalt aufrufen. Wir lassen nicht zu, dass das Bild unseres Landes durch Chaoten beschädigt wird“, sagte er am Montag in Dresden der Deutschen Presse-Agentur.

Polizei und Justiz arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung der tragischen Geschehnisse. „Ein Mensch hat dabei sein Leben verloren. Zwei weitere sind schwer verletzt. Der Sachverhalt muss umfassend aufgeklärt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden.“ Dazu brauche man ein umfassendes Bild von den Geschehnissen und keine Mutmaßungen, Spekulationen und Gerüchte.

Die gesamte Nacht über waren verstärkt Einsatzkräfte im Stadtgebiet unterwegs. „Es war ruhig. Es gab keine besonderen Ereignisse in der Nacht“, sagte ein Sprecher der Polizei.

Doch für heute bereitet sich die Polizei auf neue Kundgebungen vor. Im Internet gebe es verschiedene Aufrufe zu Demonstrationen, sagte eine Sprecherin der Chemnitzer Polizei am Montag. Derzeit liefen Planungen, wie damit umgegangen werden solle.

Die Bundesregierung verurteilte die Übergriffe. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin: „Was gestern in Chemnitz stellenweise zu sehen war und was ja auch in Videos festgehalten wurde, das hat in unserem Rechtsstaat keinen Platz.“

Er fügte hinzu: „Solche Zusammenrottungen, Hetzjagden auf Menschen anderen Aussehens, anderer Herkunft, oder der Versuch, Hass auf den Straßen zu verbreiten, das nehmen wir nicht hin, das hat bei uns in unseren Städten keinen Platz, und das kann ich für die Bundesregierung sagen, dass wir das auf das Schärfste verurteilen.“

Zu den Demonstrationen war es am Sonntagnachmittag gekommen. Sie hatten sich aber am Abend nach und nach aufgelöst. Derzeit würden vier Anzeigen bearbeitet, darunter seien zwei wegen Körperverletzung, eine wegen Bedrohung sowie eine wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, teilte die Polizei mit.

Wie die „Bild“ berichtete, waren unter den Demonstranten „gewaltbereite Rechte“, die gegen Ausländerkriminalität protestierten und Sprüche wie „Wir sind das Volk“ skandierten. Die Stadt beendete aus Sicherheitsbedenken vorzeitig ihr Stadtfest.

Der 35-jährige Deutsche war in der Nacht zum Sonntag nach dem Chemnitzer Stadtfest bei einem Streit zwischen Menschen mehrerer Nationalitäten ums Leben gekommen. Die Gründe für die Auseinandersetzung sind bislang ungeklärt.

Das schwer verletzte 35-jährige Opfer starb im Krankenhaus. Zwei weitere verletzte Männer im Alter von 33 und 38 Jahren wurden ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Am Sonntag wurden Zeugen vernommen, wie eine Sprecherin weiter sagte. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben machen.

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  • dpa
  • rtr
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2 Kommentare zu "Nach dem Tod eines 35-Jährigen: Chemnitzer Staatsanwaltschaft beantragt Haft für Syrer und Iraker"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • täglich steigende Migranten Gewalt? stimmt einfach nicht Auch wenn man es immer wiederholt behauptet.
    hätten sich mehrere deutsche weiße gestritten und wäre dabei einer zu Tode gekommen wäre das vielleicht eine kleine Nachricht in der Zeitung gewesen nicht den ganzen Medien. aber ein Migrant ist ja von sich aus schon böse und daher heult jetzt der Mob auf . Deutschland ist leider in weiten Teilen ein rassistisches Land.
    Bin übrigens weiß und Flüchtling von der SBZ nach Westdeutschland ;-)

  • Kein Wort über die täglich steigende Migrantengewalt.

    Kein Wort des Bedauerns über einen, geradezu hingerichteten, Menschen, der lediglich Frauen beschützen wollte.

    Was für eine schäbige Verhaltensweise. Wo sind hier die Lichterketten und die Betroffenheit der Parteien?

    Bei den Verantwortlichen beginnt langsam die Furcht. Die Stimmung kippt. Und die Medien sind dazu angehalten, alles mögliche zu tun, um dies zu verhindern.

    Da wird verharmlost, verschwiegen und vertuscht und aus Protestbürgern Nazis gemacht.

    All das wird aber nichts nützen und die Menschen in ihren Ansichten nur noch mehr bestärken.

    Lügen haben auf Dauer keinen Bestand. Ebenso, wie das Unrecht. Und hier geschieht ein Unrecht, ein himmelschreiendes Unrecht in Deutschland, Tag für Tag.