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Nach Düsseldorfer Fan-Randale Polizei will Deutsche Fußball Liga zur Kasse bitten

Die Relegations-Rückpartie zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC könnte wegen der Fan-Tumulte ein teures Nachspiel haben. Die Polizeigewerkschaft fordert eine Sicherheitsgebühr.
Update: 16.05.2012 - 15:26 Uhr 15 Kommentare
Wenn ein Fußballspiel eskaliert
Fortuna Düsseldorf - Hertha BSC
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Fortuna Düsseldorf vs. Hertha BSC Berlin 2:2 (Relegation 1. Bundesliga)

Szenen eines Relegationsspiels: Sowohl Berliner als auch Düsseldorfer Fans fackelten am Dienstag Bengalos im Stadion ab. Der Schiedsrichter musste das Spiel wegen der Berliner Fans unterbrechen, die nach dem zwischenzeitlichen 2:1 für die Fortuna Feuerwerkskörper auf das Spielfeld warfen.

(Foto: dpa)
German riot police officers arrest fan during Bundesliga soccer division relegation match between Fortuna Duesseldorf and Hertha Berlin in Duesseldorf
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90 Sekunden vor Abpfiff stürmten dann Fortuna-Fans vorzeitig auf das Spielfeld. Die Polizei hatte mit der Räumung des Rasens alle Hände voll zu tun. Schiedsrichter Wolfgang Stark musste die Partie für 20 Minuten unterbrechen, bis der Rasen wieder frei war.

(Foto: Reuters)
Fortuna Düsseldorf - Hertha BSC
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Nicht nur bei den Spielern sorgten die Feuerwerkskörper für Ärger. Auch andere Fans buhten die Aktionen ihrer vermeintlichen Genossen aus. In dieser Saison waren solche Bilder nicht die Ausnahme. Auch in anderen Stadien gab es Randale.

(Foto: dpa)
Karlsruher SC - SSV Jahn Regensburg
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Karlsruher SC vs. SSV Jahn Regensburg 2:2 (Relegation 2. Bundesliga)

Auch beim Spiel um den Aufstieg in die zweite Bundesliga mussten Polizei und Ordner eingreifen. Im Wildparkstadion sprangen nach Abpfiff vereinzelt Karlsruher Fans über die Banden und versuchten, das Spielfeld zu stürmen. Sie konnten aber noch von den Ordner aufgehalten werden.

(Foto: dpa)
Karlsruher SC - SSV Jahn Regensburg
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Allerdings kamen die Ordner nur im Stadion gegen die aufgebrachten Anhänger an: 150 Fans gelangten nach Abpfiff in den Sicherheitsbereich, zündeten Feuerkörper und warfen Flaschen. 75 Menschen wurden verletzt, darunter auch acht Polizisten.

(Foto: dpa)
Karlsruher SC - SSV Jahn Regensburg
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Die Fans des Karlsruher SC versuchten sogar, die Geschäftsstelle zu stürmen. In der dritten Liga sollen die Sicherheitsvorkehrungen verschärft werden.

(Foto: dpa)
1. FC Köln - FC Bayern München
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1. FC Köln vs. Bayern München 1:4 (34. Spieltag)

Randale auch am 34. Spieltag in Köln: Als der Abstieg klar war, rasteten hunderte Fans des 1. FC Köln aus und zündeten im Rhein-Energie-Stadion Bengalos und Feuerwerkskörper.

(Foto: dpa)

Berlin Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hält nach den Fan-Tumulten am Ende des Relegations-Rückspiels bei Fortuna Düsseldorf drastische Konsequenzen für nötig. Die „massiven Ausschreitungen“ seien ein weiterer Beleg dafür, dass es richtig sei, die Deutsche Fußball Liga (DFL) und den Deutschen Fußballbund (DFB) „an den Einsatzkosten der Polizei durch eine Sicherheitsgebühr in Höhe von 50 Millionen Euro pro Saison“ zu beteiligen, sagte der Erste stellvertretenden DPolG-Bundesvorsitzende Hermann Benker Handelsblatt Online. „Damit könnten unter anderem die anwachsenden Überstunden der Polizeieinsätze bezahlt werden.“

Benker sieht zudem den DFB nun in der Pflicht, ein „deutliches Signal gegen Gewalt in Fußballstadien“ zu setzen. So müssten zu erwartende Geldstrafen „zweckgebunden für die Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen in Stadien verwendet werden“, sagte der Gewerkschafter. „Aber auch die Sicherheitskonzepte in den Stadien müssen überprüft und aktualisiert werden, da sie offensichtlich nicht ausreichend waren.“

Das Relegationsspiel wurde vor allem von Chaos in der Schlussphase überschattet, als Fans auf das Spielfeld stürmten und für eine rund 20-minütige Unterbrechung sorgten.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erwartet vom DFB ein wirksames Signal gegen die zunehmende Eskalation von Fan-Ausschreitungen. Der GdP-Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut sagte am Mittwoch in Berlin, offensichtlich brächten Appelle an Vernunft und Verstand nichts. Er betonte: "Tausende unkontrolliert agierende Fußball-Anhänger haben sich und andere in höchste Gefahr gebracht."

Der DFB sei jetzt vor dem angekündigten Anti-Gewalt-Gipfel von Fußball und Justiz in der Pflicht, zu prüfen, "ob über Punktestrafen die Fans diszipliniert werden können". Nach Auffassung der GdP erzielten die bisherigen Maßnahmen wie Stadionverbote und Geldstrafen für Vereine nur eine geringe Abschreckung. Witthaut sagte: "Erst wenn die Fans begreifen, dass ihre unbeherrschten Gewaltausbrüche zu Punktabzügen bei ihrem Lieblingsverein und somit im schlimmsten Fall zum Abstieg führen können, dürfte die Gewalt eher eingrenzbar sein."

Hertha-Anwalt: Polizei bat um Spiel-Fortsetzung
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15 Kommentare zu "Nach Düsseldorfer Fan-Randale: Polizei will Deutsche Fußball Liga zur Kasse bitten"

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  • Man sollte nicht vergessen, dass durch das Milliardengeschäft Fußball Steuereinnahmen ins Staatssäckle fließen, die die Kosten für die Polizeieinsätze zum Fliegenschiss werden lassen !!!

  • Die Kaoten sollten strafrechtlich die Höchststrafe bekommen und ordentlich zahlen .

  • Mir ist seit meinem Jurastudium (vor 50 Jahren)einfach nicht nachvollziehbar, warum der Veranlasser öffentlicher Gefährdungen für Menschen und Allgemeingut nicht deren Sicherheit finanziell garantieren muß. Meine Wohnung schütze ich mit einer elektronischen Warnanlage vor Einbrüchen, die In Deutschland zu 85% nicht aufgeklärt werden. Wenn bei einem versuchten Einbruch - so bereits in zwei Fällen geschehen - Einbrecher durch die Licht- und Sirensignale der Alarmanlage ihre Versuche abbrechen und ie Polizei bei ihrer (durch deren Überlastung verständliche) sporadischen "Tataufnahme" den Einbruch trotz Beschädigungen nicht bestätigt, werde ich zu den Kosten des Einsatzes herangezogen (so geschehen). Die Träger der Sozialversicherung zahlen jährlich Millionenbeträge an ehemalige Fußballspieler für die Folgen von Verletzungen ( nach früheren Presseberichten auch an Herrn Rehagel), ohne dass die Vereine adäquate Beiträge entrichten. Gebührenfinanzierte Rundfunkanstalten zahlen hunderte Millionen an 54 Profivereine, damit jeder Bundesbürger - auch die Millionen nicht Fußballinteressierter - das z.T. anspruchslose und langweilige Gekicke mit minutenlangem Ballgeschiebe in der eigenen Spielhälfte verfolgen können. Wann endlich begreifen die Verantwortlichen in unserer Gesellschaft, dass es ausschließlich Aufgabe des Staates und seiner Institutionen ist, Güter und Einrichtungen der Gesellschaft mit horrenden finanziellen Aufwendungen ausschließlich dort einzusetzen, wo es um die Belange der Bevölkerung geht und die skandalös ausufernden Gratisleistungen an an privilegierte Gruppen (Fußballmillionäre und deren Vereine, Politiker und viele mehr) einzugrenzen? Warum erfreuen sich diese begünstigten Gruppen in diesen Fragen eigentlich eines so unkritischen Umgangs ihrer beteiligten "Jubelmedien"? Wohl auch nur eines der vielen Beispiele oportunistischer gemeinwohlfeindlicher Grundeinstellungen.

  • Wenn das mal alles so einfach wäre.
    Wir betrachten hier nur Fußballfans.
    Was ist aber mit Demonstrationen das sind auch "private" Veranstalltungen. Wenn ich da immer das aufgebot der Polizei sehe wenn rechte Demonstrieren gehen. Wer muss das bezahlen?
    Wer entscheidet überhaupt wieviel Einsatzkräfte vor Ort sein müssen um eine "Sicherheit" zu Garantieren.
    Da wird es dann interesant oder?
    Ach, wir nehmen mal etwas weniger Personal, das Kostet weniger. Wird schon gut gehen.
    Gibt genung Beispiele, wo es nicht gut ging, weil irgendwer Kosten einsparen wollte bei der Sicherheit.

  • Das Problem sind die in der EU aufs Abstellgleis geschobenen Jugendlichen. Ordentliche Jobs gibts keine mehr in Europa und fürs einfache Leben reicht HARTZ4 vollkommen aus.

    Was tun mit der Freizeit ? Dazu klommt der Frust der Stagnation und der Frechheit der EU, der Jugend zu zeigen, dass sie garnicht gebraucht wird.

    Insbesondere die Männer werden gemobbt und ignoriert von EU und den Medien. Die falschen Vorbilder wie Jogi Löw als weiches, anpassungswilliges männliches Fussball-Idol und auch die ganze Fussball-Mannschaft als Vorbild-Truppe mit Toleranz und Offenheit - das haben die Leute satt. Das zieht zum Glück nicht mehr. Genausowenig wie "Eurovision Baku" mit Raab und diese ganzen albernen Medien-Theater um Integration und Toleranz zu üben.

    Man spricht aneinander vorbei. Die Politik interessiert sich nicht mehr für die Wähler und umgekehrt.

    Die Medien (GEZ-TV und linke Dauer-nervende Presse) interessieren sich nicht mehr für die Leser und Zuschauer und umgekehrt.

    Alles regiert und redet aneinander vobei.

  • Das Verhalten der Deutschen Polizeigewerkschaft ist richtig. Spät aber nicht zu spät kommt die Erkenntnis, dass nach den Fan-Tumulten am Ende des Relegations-Rückspiels bei Fortuna Düsseldorf drastische Konsequenzen für nötig sind. Die Ausschreitungen sind ein weiterer Beleg dafür, dass es richtig ist, die Deutsche Fußball Liga und den Deutschen Fußballbund an den Einsatzkosten der Polizei durch eine Sicherheitsgebühr in Höhe von 50 Millionen Euro pro Saison zu beteiligen. Wie kann es sein, dass 22 Spieler Millionengehälter beziehen, und die Polizisten, die nur 2-3.000 Euro verdienen, für deren Sicherheit sorgen müssen? Jeder Verein sollte entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, wie Dedektoren, Überwachungskameras aber auch Gesichtserkennungsgeräte installieren. Jedem Verein ist inzwischen bewusst, wie die Brandsätze in die Stadien gelangen. Aus Scham werden Frauen nicht kontrolliert.

  • Das wird Zeit!!! Seit Jahren stecken sich die Spieler und Fussballfunktionäre die Taschen voll und jeder Bürger soll die Einsätze der Polizei bezahlen. Auch diejenigen die sich Fussball nicht ansehen wollen. So wie ich. Mann kann ja einen Betrag x auf den Eintrag draufschlagen um damit die Sicherheit zu bezahlen.

  • Die Sicherheit bekommt nicht der Veranstalter sondern dient dem Schutz der BürgerInnen die an der Veranstaltung teilnehmen. Nicht selten handelt es sich dabei um Steuerzahler die ein Anrecht auf Schutz durch den Staat haben.

    Abgesehen davon kann wohl der Staat für so eine miese Polizeileistung nicht noch extra Geld kassieren. Die Polizei hat sich innerhalb des Stadions ersteinmal "vorurteilsfrei" nur um den Hertha Block gekümmert, was die Düsseldorfer so gemacht haben interessierte nicht.
    ich bin dafür, dass die Bundesliga nächste Saison gebührenfrei (schön wäre auch ohne GEZ) in ARD und ZDF live übertragen werden muss, dass wäre eine harte Strafe für die DFL und würde es friedlichen und disziplinierten Fußballfans ermöglichen dem Chaos fernzubleiben und trotzdem live dabei zu sein.

  • Fußball wie auch jeder andere Sport ist inzwischen nichts mehr weiter als Geschäft.
    Es wird langsam Zeit, dass diese Vereine, die über Millionen-Vermögen verfügen, jeden Polizei-Einsatz in Zukunft voll selbst bezahlen.
    In diesem Land wird zunehmend alles auf den normalen Bürger abgewälzt und das kann nicht mehr gehen

  • Wie bekannt ist, hat der ganze Fußballzirkus inzwischen mafiöse Strukturen angenommen - es geht um die Kohle, um viel Kohle. Also hat der sportliche Gedanke eh inzwischen ausgedient im Fußball-Profisport.

    Der deutsche Steuerzahler sollte nicht diese Mafia schützen müssen - lasst das die Vereine selbst machen. Guter Vorschlag deshalb, weiter so!

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