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Nach HEK-Initiative Bahr fordert Kassen zur Rückerstattung auf

Die Ankündigung der HEK, Praxisgebühren zurück zu erstatten, hat Lob von Gesundheitsminister Bahr eingeheimst. Geht es nach dem Minister, sollen andere Kassen folgen und die Versicherten am Finanzüberschuss beteiligen.
06.07.2012 - 10:07 Uhr 3 Kommentare
Ein Patient bezahlt bei einem Arzt im niederbayerischen Bad Abbach die Praxisgebühr von zehn Euro. Quelle: dpa

Ein Patient bezahlt bei einem Arzt im niederbayerischen Bad Abbach die Praxisgebühr von zehn Euro.

(Foto: dpa)

Berlin Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat die gesetzlichen Krankenkassen aufgefordert, dem Vorbild der Hanseatischen Krankenkasse (HEK) zu folgen und die Praxisgebühr für Zahnarzt-Besuche zu erstatten. Er begrüße, dass die HEK als erste Kasse die Versicherten am derzeitigen Finanzüberschuss beteilige, sagte Bahr der „Bild“-Zeitung vom Freitag. „Hoffentlich folgen viele Kassen diesem Beispiel. Zudem wird so ein zusätzlicher Anreiz für mehr Zahngesundheit gesetzt, das sollte Schule machen.“

Die HEK will ihren Versicherten rückwirkend zum 1. Januar 2012 die Praxisgebühr bei Zahnarztbesuchen erstatten. Die zehn Euro pro Quartal für Zahnarztbehandlungen sollen über das Bonusprogramm der Kasse zurückerstattet werden.

Der Ärzteverband Hartmannbund bewerteten den Schritt der Hanseatischen Krankenkasse hingegen kritisch. Es handele sich "sicherlich nicht automatisch um eine Blaupause für den gesamten ärztlichen Sektor", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Verbands, Michael Rauschen, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag. "Die Inanspruchnahme zahnärztlicher Leistungen bildet in verschiedener Hinsicht eine andere Wirklichkeit ab als bei anderen ärztlichen Leistungen", betonte er.

Generell müssen Patienten für die zwei klassischen Kontrolluntersuchungen pro Jahr beim Zahnarzt keine Praxisgebühr zahlen. Die Gebühr wird erst bei weiteren Untersuchungen und Behandlungen fällig.

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    Über eine generelle Abschaffung der Praxisgebühr für Arztbesuche von zehn Euro pro Quartal wird bereits seit längerem diskutiert. Kritiker bemängeln, dass die 2004 eingeführte Gebühr ihre Steuerungswirkung verfehlt habe. Durch die Gebühr sollte die Zahl der Ärztekontakte eingegrenzt werden. Bahr und andere FDP-Politiker fordern die Streichung der Gebühr, weil sie ihren Zweck nicht erfüllt habe. Die Union will dagegen die Praxisgebühr vorerst beibehalten. Ein Ländervorstoß für die Abschaffung der Gebühr war gescheitert.


    • afp
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    3 Kommentare zu "Nach HEK-Initiative: Bahr fordert Kassen zur Rückerstattung auf"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Schon seit 2004 Zahlen die Versicherten der Innungskrankenkasse Nord keine Praxisgebühr für Zahnarzt UND Arztbesuche. Informieren schadet nicht.

    • Hallo,
      die ganz einfache Frage:
      Der Gesetzgeber hat die Macht den Beitragsatz festzusetzen!
      Der Gesetzgeber hat nicht die Macht vorher angeordnete Kostenauswüchse wieder abzuschaffen?!
      Genau das zeigt, wie der normale Pflichtversicherte zwischen der gesetzlichen und von Interessen geleitete Unwilligkeit zerrieben wird.

    • Die neoliberale Gesundheitspolitik ist gescheitert. Einfach die Arztgebühr abschaffen wäre der einfachste Weg, wird aus politischen Gründen nicht gegangen.
      Vor einem Jahr noch wollten die Liberalen die GKV am liebsten Abschaffen und ihrer PKV-Klientel die Kunden zutreiben.
      Nun da das Geschäftmodell PKV scheitert wird ein neuer gesundheitspolitischer Spielplatz ausgemacht und mit mehr oder weniger sinnfreien Äußerungen herumgedocktert.

      Zur GKV gibt es keine Alternative.

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