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Nach Krebserkrankung Lafontaine tritt nicht zur Bundestagswahl an

Nach langem Zögern hat sich Oskar Lafontaine entschieden. Trotz Drängens vieler Genossen will der 69-Jährige nicht noch einmal in den Bundestag. Das gab er zwei Wochen vor der Listenaufstellung bekannt.
22.04.2013 Update: 22.04.2013 - 15:33 Uhr 4 Kommentare
Er hat es sich gut überlegt: Oskar Lafontaine kehrt der Bundespolitik den Rücken. Quelle: dpa

Er hat es sich gut überlegt: Oskar Lafontaine kehrt der Bundespolitik den Rücken.

(Foto: dpa)

Saarbrücken Die mehr als 20-jährige bundespolitische Karriere von Oskar Lafontaine geht zu Ende. Nach langem Zögern kündigte der frühere Parteichef der Linken am Montag in Saarbrücken an, er werde sich bei der Bundestagswahl am 22. September nicht um ein Mandat bewerben. Zuvor hatte bereits die „Saarbrücker Zeitung“ den Rückzug gemeldet.

Er sehe keine „Realisierungschancen“ für ein Konzept zur Neuordnung der europäischen Finanzmärkte, gab Lafontaine als Hauptgrund für seine Entscheidung an. Vor allem die West-Landesverbände hatten den 69-Jährigen gedrängt, erneut zu kandidieren, um die Chancen der Linken bei der Wahl zu erhöhen.

Lafontaine ist seit mehr als 40 Jahre in der Politik, die Hälfte der Zeit davon auf Bundesebene – zunächst für die SPD, dann für die von ihm mitgegründete Linke. Zuletzt war er 2009 in den Bundestag eingezogen, hatte sich aber nach einer Krebserkrankung zurückgezogen und führt seither die Linken-Fraktion im saarländischen Landtag.

Linke-Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn erklärte in Berlin, die Partei sei auch ohne Lafontaine für die Bundestagswahl gut aufgestellt. „Er wird auch weiterhin eine wichtige öffentliche Person für die Linke sein“, sagte Höhn. Enttäuschung über den innerpartlichen Streit vor allem mit seinem einstigen Verbündeten, Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi, gebe es nicht.

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    Lafontaine erklärte, er sehe derzeit keine Chancen, etwas zu bewegen: „Wenn man sich längere Zeit etwas aufbürdet, dann muss man ein Ziel haben.“ Er sei bereit, sich vor allem inhaltlich und programmatisch auch in der Bundespolitik einzubringen, wenn er gefragt werde. Ein Mandat oder ein Amt in der Partei strebe er aber nicht mehr an.

    Im saarländischen Landtag will Lafontaine bis zum Ende der Legislaturperiode 2017 Vorsitzender der Linken-Fraktion bleiben. Die Saar-Linken stellen am 5. Mai als letzter Linken-Landesverband ihre Landesliste für die Bundestagswahl auf. Dabei gilt nur der erste Platz als sicher. Neben den beiden Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze und Ivonne Ploetz hat auch die Pressesprecherin der Linken-Fraktion im Saar-Landtag, Ex-Tennisstar Claudia Kohde-Kilsch, Interesse an dem Platz angemeldet.

    Das Leben des linken Scharfmachers
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    Lafontaine kündigte am 23. Januar 2010 an, wegen seiner Krebserkrankung beim Parteitag in Rostock nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren. Zudem gibt er sein Bundestagsmandat ab. Foto: Reuters

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    Lafontaine hatte die Linkspartei im Juni 2007 gegründet, was als der Höhepunkt seiner ungewöhnlichen Karriere gilt. Foto: ap

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    Linker Scharfmacher, Napoleon von der Saar, der gefährlichste Mann Europas – Etiketten wie diese sammelte Oskar Lafontaine während seines Berufslebens wie kein anderer. Foto: dpa

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    39 Jahre lang war er Mitglied der Sozialdemokraten. Am 11. März 1999 brach er mit der SPD, knapp fünf Monate nach dem rot-grünen Regierungswechsel in Bonn. Foto: dpa

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    Lächelnd und als "Privatmann" zeigte sich der zurückgetretene Bundesfinanzminister und SPD-Chef Oskar Lafontaine am Morgen des 13. März 1999 auf der Terrasse seines Privathauses in Saarbrücken. Auf den Schultern hat er seinen zweijährigen Sohn Carl-Maurice. Foto: dpa

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    Ein Bild aus anderen Tagen: Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder (l) und seine spätere Ehefrau Doris Köpf (2.v.l.) posieren im August 1997 gemeinsam mit dem SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine (r) und dessen Frau Christa Müller vor der Saarschleife für die Fotografen. Foto: dpa

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    Der Lebenslauf Lafontaines, der im September 1943 in Saarlouis geboren wurde, galt stets als untypisch für einen SPD-Spitzenmann. Mit neun Jahren kam der Sohn einer katholischen Arbeiter- und Handwerkerfamilie, dessen Vater im Krieg gefallen war, an das Bischöfliche Konvikt in Prüm in der Eifel. Er trat der SPD bei, da er bei der CDU den christlichen Anspruch nicht verwirklicht sah. Foto: dpa

    • dpa
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    4 Kommentare zu "Nach Krebserkrankung: Lafontaine tritt nicht zur Bundestagswahl an"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wer an jeder Straßenexke konsequent links fährt, bewegt sich im Kreis.
      Vielleicht hat der Neo-Napoleon von der Saar auch eingesehen, dass seine Bauklötzchenwirtschaft nicht funktioniert.

    • die linke steht aktuell bei wiedererstarkten 8%.

      da lafontaine sicherlich trotzdem einen ordentlichen wahlkampf machen wird, ist von einem guten abschneiden der linkspartei auszugehen.

      wagenknecht könnte nicht zur afd wechseln, da wagenknecht den neoliberalen mist nicht mitträgt.

      letztlich ist die linkspartei die einzig wahre oppositionspartei, da sich die übergroße kolition aus cduspdfdpgrüne nur nich im detail unterscheidet.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

    • Ohne Lafo kanndie Linke einpacken, besonders im Westen

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