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Nach rassistischem Tweet Rücktrittsforderung aus AfD gegen Maier

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier bezeichnete den Sohn von Boris Becker in einem Tweet als „kleinen Halbneger“. Nun äußert sich seine eigene Partei – einige fordern seinen Rücktritt, andere eine Entschuldigung.
Update: 04.01.2018 - 19:13 Uhr 5 Kommentare
Nach rassistischem Tweet: Rücktrittsforderung aus AfD gegen Maier Quelle: dpa
Jens Maier und Noah Becker

Der AfD-Bundestagsabgeordnete sorgte mit einem Tweet über den Sohn von Boris Becker für Empörung.

(Foto: dpa)

BerlinWegen eines rassistischen Kommentars über Noah Becker sieht sich der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier mit Rücktrittsforderungen aus der eigenen Partei konfrontiert. AfD-Parteichef Jörg Meuthen wies zudem auf die Möglichkeit „weitreichender“ Ordnungsmaßnahmen durch den Parteivorstand hin.

„Wie man es auch dreht und wendet, das ist für mich rassistisch“, sagte Meuthen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). „Über die Äußerung gibt es in der Partei keine zwei Meinungen. Wenn wir das tolerieren, geht es zu weit. Rassismus wird in unserer Partei nicht toleriert.“ Der Bundesvorstand werde in einer Telefonkonferenz am Montag über die Angelegenheit beraten, „ob es Ordnungsmaßnahmen gibt, und die können weitreichend sein“.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Berliner AfD-Fraktion, Frank-Christian Hansel, twitterte nach Maiers Kommentar: „Es reicht, Leute! Wenn ihr Euch oder Eure Mitarbeiter nicht im Griff habt, geht nach Hause!“. Die AfD brauche „keine Leute, die immer noch das primitive Vokabular und den Duktus der 50er Jahre verwenden.“ Es könne nicht sein, dass immer wieder AfD-Funktionäre mit Facebook oder Twitter-Posts die Arbeit der gesamten Partei zunichte machten.

Der sächsische Abgeordnete Maier hatte den Sohn des Tennisspielers Boris Becker im Kurznachrichtendienst Twitter als „kleinen Halbneger“ bezeichnet, der Tweet wurde später gelöscht. Nach Angaben Maiers hatte nicht er selbst, sondern ein Mitarbeiter die Zeilen verfasst. Sie bezogen sich auf ein Interview, in dem Noah Becker erklärt hatte, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine „weiße Stadt“. Er selbst sei „wegen meiner braunen Hautfarbe attackiert worden“.

Auch der Berliner AfD-Partei- und Fraktionschef Georg Pazderski distanzierte sich von Maier. Dessen Äußerungen entsprächen „nicht dem Geist und der Programmatik der AfD“, erklärte er am Donnerstag. Die AfD sei „kein Feigenblatt für extremistische Gesinnungen gleich welcher Couleur“, so Pazderski. „Wir gehen davon aus, dass Jens Maier ... das Rückgrat hat, die Verantwortung für die in seinem Namen getätigten Äußerungen zu übernehmen, wie das in einer Demokratie üblich ist.“ Auf Nachfrage sagte ein Fraktionssprecher, Pazderski fordere damit zunächst einmal eine öffentliche Entschuldigung Maiers. Alles weitere hänge vom Verhalten Maiers ab.

AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider lehnt Sanktionen ab. Der Tweet sei „nicht hilfreich“ gewesen, „das befürworten wir nicht, das heißt aber nicht, dass wir ihn deshalb gleich sanktionieren müssen“. Politiker seien Menschen und machten Fehler, „deshalb sollte man über die Sache hinwegsehen“, sagte Tillschneider der „FAZ“.

  • dpa
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5 Kommentare zu "Nach rassistischem Tweet: Rücktrittsforderung aus AfD gegen Maier"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Eine etwas sehr seltsame Methode, um einen Rauswurf zu betteln.

    Oder mag der keinen Tennis und den manchmal daraus resultierenden Folgen?

    An Özuguz sich abzuarbeiten, dazu hat es anscheinend nicht gereicht. Keine Ahnung, mit was für journalistische Themen der sich beschäftigt. Mir ist nicht einmal eine Überschrift zu einem Becker-Sohn aufgefallen.

  • Man muss ja nicht der selben Meinung sein, aber dennoch sollte eine demokratische Gesellschaft dies ertragen können.
    Es gibt halt Menschen die sich dieses politisch korrekte "Neusprech " nicht verordnen lassen.
    Und das ist gut so..


  • Mulatte ist eine manchmal abwertend gebrauchte, rassistische Bezeichnung für einen Menschen, dessen Vorfahren (insbesondere Eltern) teils schwarze, teils weiße Hautfarbe hatten.

  • Für derartige Äußerungen gibt es keine Entschuldigung. Der Mann muß aus dem Verkehr gezogen werden. Durch solche leute wird die AfD diskriminiert, was eine ordentliche Parlamentsarbeit zuwider läuft. Leute mit einer solchen Gesinnung kann keine Partei verkraften.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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