Nach Sauerland-Abwahl Duisburg wirft Sauerland aus dem Rathaus

Die Abwahl des Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland wegen der Loveparade- Katastrophe sorgt bei seinen Gegnern für Genugtuung. Nun wird ein parteiübergreifender Kandidat gesucht. Aber ein Neustart wird schwierig.
Update: 13.02.2012 - 07:50 Uhr 29 Kommentare
Zwei Männer zeigen vor dem Rathaus in Duisburg ein Transparent mit der Aufschrift "129.000 x Danke!". Quelle: dpa

Zwei Männer zeigen vor dem Rathaus in Duisburg ein Transparent mit der Aufschrift "129.000 x Danke!".

(Foto: dpa)

Duisburg/KölnRund eineinhalb Jahre nach der Loveparade- Katastrophe mit 21 Toten bekommt Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland die politischen Konsequenzen zu spüren und muss gehen. Der CDU-Politiker wurde am Sonntag mit großer Mehrheit aus dem Amt gewählt.

Adolf Sauerland reagierte sehr betroffen auf seine Abwahl. Eine halbe Stunde nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses trat der CDU-Politiker am Sonntagabend im Rathaus sichtlich bewegt vor die Presse. „Zu meiner Amtszeit gehören viele positive Ereignisse, aber eben auch die Loveparade“, sagte der CDU-Politiker mit belegter Stimme. „Ich war gern Oberbürgermeister mit Herzblut und Leidenschaft.“ Als einige Sauerland-Kritiker daraufhin johlten, sagte er: „Ich bitte um etwas mehr Charakter.“ Der Politiker fuhr fort: „Ich hoffe, dass die politischen Parteien jetzt die Kraft haben, aufeinander zuzugehen.“ Die letzten Worte bei seinem wohl letzten öffentlichen Auftritt als Oberbürgermeister: „Gott schütze die Stadt Duisburg.“

Theo Steegmann, Specher der Initiative „Neuanfang für Duisburg“ zeigt sich verwundert über Adolf Sauerlands Überraschung angesichts seiner Abwahl als Duisburger Oberbürgermeister. Die Initiative habe in den vergangenen Monaten bereits den Eindruck gehabt, „dass der Mann unter Realitätsverlust leidet“, sagte Steegmann am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Für die Angehörigen der Opfer der Loveparade-Katastrophe bringe die Abwahl „ein Stück Genugtuung“. Es sei für diese „eine doppelte Bestrafung“ gewesen, in Duisburg eine Stadtspitze zu haben, die alle Schuld von sich gewiesen habe.

Sauerland wird von seinen Kritikern für Fehler bei der Genehmigung der Großveranstaltung im Sommer 2010 verantwortlich gemacht. Sie werfen ihm außerdem „völliges Versagen“ beim Umgang mit Opfern und Angehörigen vor. Der Oberbürgermeister hatte stets jede Schuld an der Massenpanik von sich gewiesen und einen Rücktritt abgelehnt.

Für den Abwahlantrag einer Bürgerinitiative stimmten nach Angaben der Stadt vom Sonntagabend 129.833 Wähler. Das waren deutlich mehr als die für eine Abwahl notwendigen rund 92.000 Stimmen. Für einen Verbleib Sauerlands im Amt sprachen sich 21.557 Wähler aus. Seine Amtszeit hätte noch bis zum Spätsommer 2015 gedauert.

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29 Kommentare zu "Nach Sauerland-Abwahl: Duisburg schwankt zwischen Genugtuung und Bitterkeit"

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  • Nein, es macht die Toten nicht lebendig.
    Aber Sauerland hat sich derart unmöglich verhalten danach, dass sein Weitermachen als OB schlicht unmöglich war.
    Es erinenrt so an Wulff.
    Ich wäre froh, man könnte Wulff, der mehr als peinlich ist, genau so in die Wüste schicken

  • Er kommt aus Krefeld, war hier Lehrer an einem Gymnsium. Ich glaube in Uerdingen am Fabritianum

  • Er bekommt jetzt seine Pension, deswegen ist er ja nicht von selbt zurückgetreten.
    Wäre er das, hätte er keine Pension bekommen.
    Ja, unsre Politiker wissen schon wie man zu seinen Vorteilen kommt

  • Schließe ich mich sofort an

  • In erster Linie ist jeder für sich selber verantwortlich. Die Verantwortung für sich selber kann keiner abnehmen.

    Bei denen, die vorher aus der Masse herausgetreten sind, haben eben die Überlebensinstinkte noch funktioniert, die anderen haben sich eben blind treiben lassen.

    Natürliche Auslese eben.

  • Verantwortung obliegt dem OB
    Was haben sich die Ruhrgebiets OB's davon versprochen?
    Berlin als finanzmarode Stadt kann und will diese Veranstaltung nicht mehr durchführen. Danit zeigte Berlin sogar Verantwortung - soll der Bürger oder Veranstalter zahlen.
    Der Veranstalter sagt NEIN und Berlin sagt auch NEIN.
    Jetzt kommen die OB's der finanzmaroden Ruh-Städte ins Spiel und glauben, auf Kosten der Steuerzahler Resteverwerter diese Berliner Veranstaltung werden zu könne . Für eine Tag kommen tausende oder hören und sehen gar Millionen etwas von dieser Schei*-Veranstaltung. Werde ich jetzt damit berühmt? Zumindest hofft das jeder Resteverwerter-OB und setzt auf diese Karte. Zuviel kosten darf das ganze nicht - jedenfalls monetär nicht. Fakt ist - in jeder dieser Städte hat ein OB JA oder Nein gesagt - und damit ist er in der Verantwortung und kann sich nicht hinter inkompetenten Mitarbeitern der zweiten Reihe verstecken! Der OB ist verantwortlich - Punkt. Ich würde jetzt auch gerne die Schwachmaten sehen, die dem OB und sich selber immer noch die Treue halten und behaupten: Wir und der OB hatten damit nichts zu tun. Das löbliche an Duisburg: Es haben ihn jetzt mehr Menschen (129.000) abgewählt als seinerzeit, als er ins Amt mit NUR etwa 70000 reingewählt! Duisburger - bin stolz auf EUCH - und für Massenveranstaltungen empfehle ich demnächst Experten und keine Amateure. Ich persönlich meide schon seit meiner Kindheit Massenveranstaltungen - nun wers braucht....

  • Da die CDU zu dämlich ist, den parteischädigenden Einfluss des Herrn S. zu erkennen und ihn aus dem Amt zu komplimentieren, wird sie wohl bei den nächsten Wahlen die Quittung bekommen. Recht so. Jetzt müßte nur noch eine geeignete Alternative, beispielsweise eine Bürgerbewegung mit Rückgrat, entstehen, damit endlich Schluß ist mit parteipolitischer Pöstchenbesetzung von letztendlich inkompetenten und eigentlich überflüssigen Zeitgenossen. Die nächsten 6 Monate über kann man sehen, daß "die Amtsgeschäfte" eines Herrn S. so nebenbei von dem 1. Bürgermeister und dem Stadtdirektor miterledigt werden. Problemlos. Das Ausmisten muß, wo möglich, eine Hauptbetätigung insbesondere von Bürgerinitiativen werden. So kann auf sinnvolle Weise durch Kosteneinsparung den Kämmerern zugearbeitet werden.

  • der mob hat seine jagd erfolgreich abgeschlossen.
    meine altmodischen eltern hatten für veranstaltungen wie die love parade den satz: wer sich in gefahr begibt kommt darin um. aber eigenverantwortung ist heute nicht mehr gefragt. es gibt immer schuldige, wir selbst gehören nie dazu

  • Und was soll sich unn ändern?
    Er war doch nur das Bauernopfer.
    Die Leute sind mit anderen Dingen zuzufrieden nd kanalisieren das dorthin.
    Um jeden einzelnen Toten ist es unendlich traurig.
    Aber aus meiner Sicht hat das eine mit dem anderen nur peripheren Zusammenhang.
    Die eigentlichen Gründe liegen gan woanders...

  • @Klardenker

    Du arbeitest nicht zufällig in der Duisburger Stadtverwaltung oder leidest an Realitätsverlust?
    Wie Herr Sauerland mit der Katastrophe umgegangen ist, war unverantwortlich. Und die Duisburger Hinterblieben, welche mitgewählt haben, als Verantwortliche zu bezeichnen kommt dem Holocaust wohl näher als Ihre absurden Behauptungen!

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