Nach Skandal-Rede bei Pegida AfD-Nachwuchs solidarisiert sich mit Akif Pirincci

Die politische Hetze von Autor Akif Pirinçci bei einer Pegida-Kundgebung in Dresden zieht weitere Kreise. Nun hat auch Amazon Werke von ihm aus dem Programm genommen. Dem AfD-Nachwuchs passt das gar nicht.
Der Skandal-Auftritt des Buchautors Pirincci hat auch berufliche Folgen für ihn. Quelle: dpa
Akif Pirincci.

Der Skandal-Auftritt des Buchautors Pirincci hat auch berufliche Folgen für ihn.

(Foto: dpa)

BerlinDie Jugendorganisation der rechtpopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD), Junge Alternative (JA), hat sich mit dem Skandal-Autor Akif Pirinçci solidarisiert. Anlass ist, dass nach Pirinçcis heftig umstrittener Pegida-Rede in Dresden nun auch Amazon, Buch-Großhändler und Buchketten reagiert und Konsequenzen gezogen haben. Der JA-Vorstand reagierte mit scharfer Kritik und zog seinerseits Konsequenzen.

Man werde sämtliche Geschäftsbeziehungen zu Amazon beenden, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung. „Wir haben uns „Verstand statt Ideologie“ auf die Fahne geschrieben, da können wir nicht mit Leuten zusammenarbeiten, die aus billigem Opportunismus heraus, die Meinungsfreiheit in Deutschland untergraben“, sagte der Bundesvorsitzende Sven Tritschler.

Dass die Junge Alternative für Pirincci nun das sogenannte Amazon-Partnerprogram kündigt, stößt im AfD-Bundesvorstand ausdrücklich auf Zustimmung. „Richtiger Schritt“, kommentierte Bundesvorstandsmitglied Julian Flak das Vorgehen im Kurznachrichtendienst Twitter.

Tritschler kritisierte überdies, dass es sogar Buchhandlungen gebe, die Pirinçcis Werke „vernichten“ wollten. „Da fühlt man sich doch unweigerlich an Heine erinnert: ‚Erst brennen die Bücher und dann die Menschen.'“

Der Co-Bundesvorsitzende Markus Frohnmaier sprach von „Existenzvernichtung“, wenn jetzt auch Pirinçcis unpolitische Katzenkrimis aus dem Regal genommen würden. So etwas dürfe es heutzutage nicht mehr geben.

Pirinçci hatte in seiner mit Diffamierungen und Beleidigungen gegen Muslime gespickten Pegida-Rede am Montagabend in Dresden gesagt: „Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb“. Pirinçci hatte den Satz nicht auf Flüchtlinge bezogen. Vielmehr versuchte er damit, deutsche Politiker zu verunglimpfen, die - so seine Wortwahl - „zunehmend als Gauleiter gegen das eigene Volk“ agierten.

„Fragwürdige politische Pamphlete“
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