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Nach Skandal-Rede bei Pegida AfD-Nachwuchs solidarisiert sich mit Akif Pirincci

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„Fragwürdige politische Pamphlete“

Lutz Bachmann: „Wir bleiben, um zu siegen!“

Für den umstrittenen Buchautor hat der Auftritt auch berufliche Folgen. Die Verlagsgruppe Random House teilte am Dienstag mit, dass sie Pirinçcis Katzenbücher aus dem Programm nehmen wird. „Als Reaktion auf seine inakzeptablen Äußerungen werden unsere bereits vor Jahren veröffentlichten, ausschließlich belletristischen Bücher von Akif Pirinçci umgehend gesperrt und nicht mehr angeboten“, hieß es in einer Stellungnahme der Verlage Diana, Goldmann und Heyne. Sie distanzierten sich entschieden und zeigten sich von Pirinçcis Äußerungen bestürzt.

Nach Recherchen der „Rheinischen Post“ vom Samstag haben nun auch Amazon, Buch-Großhändler und Buchketten die Werke des Autors aus dem Programm genommen. Bei Amazon.de ist kein Titel von Pirinçci mehr erhältlich. Bei den Buchhandels-Ketten „Mayersche“ und „Thalia“ sind die Bücher weder in den Filialen noch in den Online-Shops zu finden.

„Derzeit sehen wir von einer aktiven Präsentation der Titel des Autors in unseren Buchhandlungen und im Online-Shop ab“, sagte eine Sprecherin von Thalia der Redaktion. Ein Sprecher der Mayerschen begründete den Schritt mit Pirinçcis Pegida-Rede. Zudem haben auch die drei deutschen Großhändler KNV, Umbreit und Libri die Werke aus dem Programm genommen, wie der Sprecher der Mayerschen bestätigte.

Die Publizistin und Moderatorin Amelie Fried unterstützt den Boykott Pirinccis durch Random House. Das Verlagshaus hätte zwar auch nur eine Mitteilung verbreiten können, dass es sich inhaltlich von den Aussagen distanziere. Es sei aber entschieden worden, die Bücher Pirinccis nicht mehr auszuliefern. Das sei das gute Recht des Verlags, „ebenso wie jeder Arbeitgeber sich von einem Mitarbeiter trennen darf, der volksverhetzerische Äußerungen tut“, schreibt Fried auf ihrer Facebook-Seite.

Dass man damit die Existenz von Pirincci vernichte, sei Unfug. „Es handelt sich um ein paar Restbestände der Felidae-Katzen-Krimis, die bereits vor Jahren erschienen sind und keine großen Verkäufe mehr erzielen“, erklärte Fried. Da sie früher sehr erfolgreich gewesen seien, könne man davon ausgehen, dass der Autor „nicht am Hungertuch nagt“. Ansonsten habe er sich selbst entschieden, in den letzten Jahren statt erfolgreicher Katzen-Krimis „fragwürdige politische Pamphlete zu schreiben“. Offenbar, so Fried, könne er es sich also leisten.

„Das alles hat weder was mit einem „Bücher-Verbot“ noch mit „Bücherverbrennung“ zu tun“, betonte die Publizistin. Und sie fügte hinzu: „Herr Pirincci kann jederzeit in einem anderen Verlag veröffentlichen, der seine Bücher verkaufen will.“

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