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Zöllner im Hamburger Hafen

Der Zoll muss ab 2020 jährlich rund 1625 neue Zöllner einstellen.

(Foto: dpa)

Nachwuchsproblem Drohende Personalnot beim Zoll – Bis 2030 gehen 12.000 Zöllner in Ruhestand

Die Zollverwaltung sucht dringend neue Mitarbeiter. Bis 2030 geht ein Drittel der Zöllner in Rente. Die Ausbildungskapazitäten werden massiv hochgefahren.
25.11.2019 - 08:18 Uhr Kommentieren

Berlin Der Zoll hat schon lange deutlich mehr Aufgaben als nur den Warenverkehr an Grenzen oder Flughäfen zu kontrollieren. Die Behörde, die dem Bundesfinanzministerium unterstellt ist, nimmt rund die Hälfte der Bundessteuern ein. Der Zoll überwacht die Einhaltung des Mindestlohns und bekämpft Schwarzarbeit. Und seine Spezialtruppe Financial Intelligence Unit ist für die Geldwäschebekämpfung zuständig.

Beim Zoll gibt es aktuell 37.250 Stellen. Hinzu kommen 2850 unbesetzte Stellen. Mit anderen Worten: Die Behörde sucht dringend Mitarbeiter. Doch der Personalbedarf wird in Zukunft dramatisch wachsen. Bis 2030 werden 12.200 Zöllner in den Ruhestand gehen.

Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Haushaltsexperten Sven-Christian Kindler hervor. Das Schreiben liegt dem Handelsblatt vor. „Die Zollverwaltung muss angesichts der starken Altersabgänge bis 2030 ihre Ausbildungskapazitäten massiv aufstocken und zwar schnell“, sagte Kindler.

Um die Altersabgänge zu kompensieren, muss der Zoll ab 2020 jährlich rund 1625 neue Zöllner einstellen. Der Zoll will entsprechend seine Ausbildungskapazitäten hochfahren. Dazu gibt es ein Konzept mit fünf neuen Standorten. In Leipzig hat im Sommer bereits einer eröffnet.

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Standort erkennen

    Doch für die anderen vier gibt es bisher nur „Erkundungsverfahren bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben“, heißt es in dem Schreiben des Finanzministeriums. „Da dieses Verfahren in der Hand der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben liegt, ist es BMF nicht möglich, eine Aussage zu treffen, wann ein weiterer Zukunftsstandort zur Verfügung stehen wird.“

    Grünen-Politiker Kindler übt Kritik an Finanzminister Olaf Scholz (SPD). „Es ist nicht hinnehmbar, dass Finanzminister Scholz nicht sagen kann, wann auch nur einer der Standorte für die Ausbildung zur Verfügung stehen wird.“ Kindler verweist darauf, dass auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) dem Finanzministerium unterstellt ist.

    „Anstatt sich hinter seiner eigenen Behörde zu verstecken, sollte Minister Scholz die Marschroute vorgeben und dafür sorgen, dass ab 2020 ausreichend Zöllnerinnen und Zöllner ausgebildet werden können“, forderte Kindler. „Jedes Zögern beim Aufbau der Ausbildungskapazitäten wird zu personellen Engpässen beim Zoll führen.“

    Mehr: Große Ziele, kleine Schritte: Scholz' mühsamer Kampf gegen Geldwäsche.

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