Nahostkonflikt Zentralrat der Juden attackiert EU-Handelskommissar

In seinem Heimatland Belgien ist er für seine undiplomatische Sprache bekannt. Jetzt hat der EU-Handelskommissar Karel De Gucht mit Äußerungen über die Haltung von Juden zum Nahostkonflikt heftige Kritik auf sich gezogen.
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Unter Beschuss: Karel De Gucht. Quelle: ap

Unter Beschuss: Karel De Gucht.

(Foto: ap)

dne/HB DÜSSELDORF. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den belgischen EU-Kommissar Karel De Gucht wegen dessen Äußerungen über den angeblichen Einfluss der jüdischen Lobby in den USA scharf kritisiert. „Dass die proisraelische Lobby in Washington die am besten organisierte sei, könnte man fast als ein Kompliment auffassen – käme dieses bloß nicht von jemandem, der die Juden so wenig mag wie Herr De Gucht es zu tun scheint“, sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, Handelsblatt Online. „Ich persönlich würde mir wünschen, dass Israels Freunde in den USA und in anderen Ländern möglichst viel Gehör finden.“ Schließlich versuchten sie, einem von Antisemiten mit der physischen Vernichtung bedrohten Staat zu helfen. „Wenn Herr De Gucht diesen Einfluss, der leider bei weitem nicht so groß ist, wie er glaubt, zunichte machen will, muss er sich fragen lassen, wes Geistes Kind er ist.“

Der Handelskommissar hatte in einem Hörfunkinterview mit Blick auf die Nahost-Verhandlungen erklärt, in den USA habe eine jüdische Lobby viel Macht in der Politik. Dies dürfe nicht unterschätzt werden. De Gucht hatte auch die Haltung von Juden zum Nahostkonflikt kritisiert und erklärt, die meisten Juden glaubten, immer im Recht zu sein, was dazu führe, dass selbst mit gemäßigten Juden eine rationale Diskussion über die aktuellen Vorgänge im Nahen Osten kaum möglich sei.

Zentralrats-Generalsekretär Kramer sagte dazu: „Ganz offenkundig glaubt Herr De Gucht, mit seiner Hetze gegen die Juden recht zu haben.“ Denn sein Vorwurf der Rechthaberei bedeute nicht, dass die Juden „nicht auch wirklich Recht hätten, beispielsweise, wenn wir vor einem wiedererwachenden Antisemitismus in Europa warnen. Zumindest in dieser Hinsicht beweist De Gucht wie sehr die Juden recht haben“.

Der Jüdische Europakongress (EJC) kritisierte die Äußerungen De Guchts ebenfalls scharf. Sie müssten zurückgenommen werden, außerdem sei eine Entschuldigung nötig, forderte die Dachorganisation. De Gucht bedauerte, dass seine Äußerungen in einer Weise interpretiert worden seien, die er nicht beabsichtigt habe. „Ich möchte deutlich machen, dass Antisemitismus in der heutigen Welt keinen Platz hat und grundlegend gegen unsere europäischen Werte ist.“ Er habe die jüdische Gemeinschaft nicht beleidigen wollen.

De Gucht ist in seinem Heimatland für seine undiplomatische Sprache bekannt. Vor einigen Jahren, als er noch Außenminister war, lösten Bemerkungen über Kongo eine diplomatische Krise mit der ehemaligen belgischen Kolonie aus.

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14 Kommentare zu "Nahostkonflikt: Zentralrat der Juden attackiert EU-Handelskommissar"

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  • Wenn man mit dem Finger auf andere zeigt, zeigt man mit 3 Fingern auf sich. Denke das sollte sich auch der Zentralrat mal zu Herzen nehmen, denn ich kann in den Aussagen des Herrn de Grucht nichts unrichtiges erkennen. Und wer sich mal die Mühe macht hinter die Kulissen von z.b. Lehman brothers oder Goldman Sachs zu kucken wird sich die Augen reiben... ich kann jedenfalls dieses ewige "schlechte Gewissen einreden" nicht mehr hören. Man muss doch Roß und Reiter nennen dürfen können - denn was in israel abgeht, womöglich noch finanziert mit deutschem Steuergeld, das darf schon jeder wissen dürfen.

  • Der Zentralrat der Juden in Deutschland sollte mal irgendwann anfangen einzusehen, dass sie nicht der Mittelpunkt der Erde sind! Man kann das Wort "Jude" ja schon bald nicht mehr verwenden weil man sonst sofort als Nazi oder sonstiges hingestellt wird!

    Diese pseudo Moralisten polarisieren sich ja selbst und brauchen sich also nicht wundern wenn immer mehr Leute schlecht auf das gesamt jüdische Volk zu sprechen sind... bei solchen Vertretern hier zu lande kein Wunder!

  • ich denke der Zentralrad der Juden in der bundesrepublik Deutschland nimmt sich zu wichtig, und wird von der Regierung überbewertet. Sie sollten ohne Scheuklappen die Aussage von Herrn Karel De Gucht, so Akzeptiren wie er sie formuliert hat. Sie haben das Recht und die Moral nicht alleine gepachtet. Eine Meinung die von vielen in Europa und der Welt geteilt wird, kann doch nicht von vornherein falsch sein? Der Zentralrat der Juden in der bundesrepublik Deutschland ist nicht das Weltgewissen.
    Danke

  • Was macht der Zentralrat eigentlich noch, außer Empörungsfaxe (um nicht zu sagen Faxen) an die Medienindustrie zu versenden ?

  • Man muß schon etwas mehr unterscheiden. Nicht alle Juden sind israelis und nicht alle israelis sind Juden. israel liegt geographisch gesehen in Palästina und keinesfalls umgedreht. Die Juden haben weltweit eine hoch anzuerkennende Religion und Kultur und sie sind friedliebend, wie viele andere Völker auch. Der Umgang des israelischen Staates mit seinen Nachbarn und vor allem mit den Palestinänsern zieht seit den Zeiten schon vor seiner Gründung eine düstere blutspur hinter sich her. Der israeleische Staat verletzt seit Jahrzehnten viele Menschenrechte, bricht endlos die getroffenen Vereinbarungen, wie z.b. zum Siedlungsbau. Daher sollte v.a. Deutschland und auch die EU damit aufhören diesen Staat fortwährend zu unterstützen, ihnen die modernsten Waffen zu liefern und U-boote zu schenken. Auch den radikalen Palästinensergruppen liefert man zu Recht keine Waffen. Ebenso sollte man alle antiken Forderungen begraben.

  • Übrigens verstehe ich gar nicht, wieso es den Juden peinlich ist wenn die Welt weiss, wieviel Einfluss sie in den letzten 10 Jahren in Amerika hatten.

    Schliesslich stand doch gerade die bush Administration wie kaum eine andere für aussergewönliche Moral, hohe Objektivität, Rechtstaatlichkeit,Demokratie, Unparteilichkeit und gerechte Kriege.

  • Unter der Regierung bush war Lobby Arbeit gar nicht notwendig, schliesslich waren die Juden offiziell in der Regierung.
    Natürlich haben sie sich üüübberhaupt nicht in den Nahost Konflikt eingemischt.
    Und deshalb hat man auch üüübberhaupt nichts aus Washington zu den Problemen und zum Konflikt in Palästina gehört.

    Natürlich hatte Obama paar von den Leuten aus den Ämtern entfernt, aber man kennt sich ja, und ich denke mal, das die jüdische Lobby in Amerika durchaus beachtenswert ist.

    Natürlich hören das die Juden nicht gerne öffentlich....

  • Dorftrottel sollte Politiker werden

  • Der Zentralrat der Juden scheint immer und überall Gespenster zu sehen und macht dabei ein Krach bis auch der letzte genervt ist. Fakt ist,dass es keine zwei Staaten Lösung geben wird und auch von niemanden in israel gewünscht wird. Das ist jüdisches Recht und alle müssen über diesen Zaun springen. Anstatt sich für die Palis einzusetzen und sie aus der Gefangenschaft zu holen,
    vertreten Deutsche Juden weiterhin das eingebildete Recht israels. Auch in Deutschland ist die Masse nicht daran interessiert Juden zu verachten. Es interessiert niemanden man hat hier seine eigenen Probleme.Aber solange Friemänner ala" Paolo Pinkel"
    ihr Geld mit einer angeblichen Deutschen Judenbedrohung verdienen, sind wir von einer normalen Realität weit entfernt. Wir passen schon auf euch auf,dass Problem sind nur die Muslime die
    hier autonom leben dürfen und dessen teilweisen Hass auf Amerika und Juden nicht einmal angesprochen werden darf. Schalom.

  • Hat Dorftrottel recht? ich meine nein! Man kann deutlich erkennen das er von der schwierigen Gen-Frage überhaupt keine Ahnung hat. Wo hört die Genetik auf wo fängt die Umwelt an.Auch Han-Chinesen
    können mit der Zeit zu Ostfriesen werden nicht gleich aber ähnlich.Für mich ist das nicht seriös was Dorftrottel da schreibt.Schuster bleib bei deinen Leisten!Am besten er verschwindet dahin wo er hergekommen ist. in sein Dorf.ich habe durchaus nichts gegen geistig zurückgebliebene überhaupt nicht!Aber warum hat der überhaupt internet? Die Frage darf man ja wohl mal stellen.

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