Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nebenkosten Wer künftig den Makler zahlen soll

Justizministerin Lambrecht hat den Gesetzentwurf vorgestellt, wie Maklerkosten aufgeteilt werden können. Sachverständige stimmen dem Vorschlag zu.
27.01.2020 - 17:59 Uhr Kommentieren
Immobilien: Wer künftig den Makler zahlen soll Quelle: dpa
Christine Lambrecht

Der Gesetzentwurf der Justizministerin wird gelobt.

(Foto: dpa)

Berlin Dass die Wirtschaft Gesetzentwürfe als „weitestgehend gelungen“, „grundsätzlich zu befürworten“ und „zu billigen“ einstuft, kommt im politischen Betrieb nicht allzu häufig vor. Bei der öffentlichen Anhörung vor dem Rechtsausschuss des Bundestages an diesem Montag kam es jedoch dazu.

Die positive Resonanz auf das aktuelle Vorhaben von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) zur Verteilung der Maklerkosten beim Erwerb von Wohnimmobilien dürfte vor allem daran liegen, dass aus Sicht der Immobilienverbände „Schlimmeres“ verhindert wurde. Lambrechts Amtsvorgängerin Katarina Barley (SPD) hatte noch das Bestellerprinzip vorgesehen: Wer einen Makler beauftragt, soll ihn auch bezahlen.

Doch diese Variante ist längst vom Tisch. Die geladenen Sachverständigen sollten darum zu dem Entwurf Stellung nehmen, dass künftig die Maklerprovision von Verkäufer und Käufer hälftig zu zahlen ist, sollte sich der Verkäufer nicht verpflichten, die gesamte Courtage zu zahlen.

Das geplante Gesetz ist Folge des Wohngipfels vom September 2018. Damals hatte die Bundesregierung beschlossen, die Nebenkosten beim Erwerb von selbst genutzten Immobilien zu senken, damit sich mehr Menschen ein eigenes Zuhause leisten können – auch mit Blick auf steigende Mietpreise und dem Ziel einer sicheren Altersvorsorge.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Neben der Grunderwerbsteuer mit bis zu 6,5 Prozent bildet die Maklerprovision den größten Kostenblock beim Kauf von Wohnimmobilien. Derzeit liegt sie je nach Bundesland inklusive Mehrwertsteuer zwischen 3,57 und 7,14 Prozent des Kaufpreises. Dazu kommen Notargebühren in Höhe von 1,5 Prozent des Kaufpreises und Grundbuchkosten in Höhe von 0,5 Prozent. Insgesamt können so beim Kaufpreis einer Immobilie von 500.000 Euro zusätzliche Nebenkosten von 80.000 Euro entstehen.

    Keine gesetzliche Regelung zur Aufteilung der Maklerkosten

    Gerade in Ballungsräumen mit knappem Angebot wälzen Verkäufer die Maklergebühren häufig komplett auf die Käufer ab. Das soll künftig verhindert werden. Bislang gibt es keine gesetzliche Regelung zur Höhe der Courtage oder dazu, wie sich Verkäufer und Käufer die Kosten aufteilen.

    Vor dem Rechtsausschuss lobte denn auch der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft (ZIA) die Erhöhung der Rechtssicherheit bei Maklerverträgen. „Ganz abzulehnen“ ist laut ZIA-Geschäftsführerin Sun Jensch allerdings das Vorhaben, dass der Käufer die Provision künftig erst dann bezahlen soll, wenn der Verkäufer nachgewiesen hat, dass er seinen Teil beglichen hat – etwa per Überweisungsbeleg. Falle die Zahlung durch den Auftraggeber wegen Insolvenz vollständig aus, werde der Anspruch des Maklers gegenüber dem „Nicht-Beauftragenden“ überhaupt nicht fällig, kritisiert der ZIA. Der Immobilien- und Maklerverband IVD sieht das ähnlich: Besonders problematisch seien die Fälle, in denen der Auftraggeber gar nicht zahle, „etwa, weil er insolvent wird oder stirbt.“

    Die Wirtschaftsvertreter sowie auch der als Sachverständige geladene Vorstand des Maklerhauses Engel & Völkers, Kai Enders, plädierten darum dafür, die Zahlung der Provision im Notarvertrag mithilfe einer „deklaratorischen Maklerklausel“ zu verankern. Aus der Klausel würden dann die von Käufer und Verkäufer zu zahlenden Summen hervorgehen.

    Rechtsprofessorin Caroline Meller-Hannich von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wies in ihrer Expertise darauf hin, dass mit einem „Aufschlagen“ des nunmehr vom Verkäufer zu zahlenden Teils der Provision auf den Kaufpreis zu rechnen sei. Die Gesamtkosten des Immobilienerwerbs würden folglich nicht sinken. Lediglich im Hinblick auf die Kreditvergabepraxis käme es zu Änderungen, da die Summe nicht mehr zu den Kaufnebenkosten zähle, die in der Regel aus Eigenkapital zu erbringen seien. Dafür würde sich die Kreditbelastung der Käufer erhöhen.

    Was sich in diesem Jahr für Immobilienbesitzer und Mieter ändert

    Maklerprovision bei zwei Prozent deckeln?

    Meller-Hannich wie auch Wirtschaftsrechtler Markus Artz von der Universität Bielefeld und Franz Michel vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) brachten noch einmal das Bestellerprinzip ins Spiel. Um Käufer spürbar zu entlasten, plädierte der VZBV zudem für die Deckelung der Maklerprovision bei zwei Prozent des Kaufpreises.

    Doch dazu dürfte es nicht kommen. „Ein paar Punkte müssen noch geklärt werden“, sagte der zuständige Unions-Berichterstatter Jan-Marco Luczak nach der Anhörung dem Handelsblatt. Die hälftige Teilung der Maklerkosten bezeichnete er jedoch „unter marktwirtschaftlicher Sicht als klugen Mechanismus“. Künftig werde der Verkäufer die Provision hart verhandeln, wovon auch der Käufer dann profitiere.

    „Verbraucherschützer wie Immobilienwirtschaft haben sich im Großen und Ganzen einverstanden gezeigt mit dem aktuellen Vorschlag zur Verteilung der Maklerkosten“, sagte FDP-Berichterstatterin Katharina Willkomm. Die Große Koalition zeige sich bei den Maklern aber „deutlich engagierter“ als bei der Schaffung neuen Wohnraums, der Verkürzung von Planungsverfahren oder Freibeträgen bei der Grunderwerbsteuer.

    Mehr: Der Mieterbund erwartet 2020 verschärfte Lage am Wohnungsmarkt.

    Startseite
    Mehr zu: Nebenkosten - Wer künftig den Makler zahlen soll
    0 Kommentare zu "Nebenkosten: Wer künftig den Makler zahlen soll"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%