Neonazis in Heidenau Merkel verurteilt Angriffe auf Asylheim

Lange hat sie geschwiegen. Am Nachmittag nun hat sich Bundeskanzlerin Merkel zu den Angriffen auf das Flüchtlingsheim in Sachsen geäußert. Es sei beschämend, wie viele Bürger die Neonazis unterstützten.
Update: 24.08.2015 - 17:47 Uhr 19 Kommentare

„Es ist beschämend, wie viele Bürger die Neonazis unterstützen“

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat die rechten Krawalle vor einem Flüchtlingsheim im sächsischen Heidenau als absolut inakzeptabel bezeichnet. Die Bilder seien erschreckend, sagte sie am Montag in Berlin, bevor sie sich im Kanzleramt mit dem französischen Präsidenten François Hollande zu einem Gespräch über die Flüchtlingskrise in Europa zurückzog.

Die CDU-Vorsitzende verurteilte die gewalttätigen Ausschreitungen „aufs Schärfste“ und sagte: „Es gab dort eine aggressive, fremdenfeindliche Stimmung, die in keiner Weise akzeptabel ist. Es ist abstoßend, wie Rechtsextreme und Neonazis versuchen, dumpfe Hassbotschaften zu verkünden. Aber es ist genauso beschämend, wie Bürgerinnen und Bürger, sogar Familien mit Kindern, durch ihr Mitlaufen diese Dinge noch einmal unterstützen.“

Hollande verurteilte die Ausschreitungen ebenfalls. „Keine noch so schmerzhafte Lage kann diese Taten rechtfertigen.“ Er sagte aber auch, die wachsenden Flüchtlingszahlen seien auch eine Belastung für die Länder, die Asylbewerber aufnähmen: „Wir sehen, welche Spannungen das hervorrufen kann.“

Merkel betonte: „Deutschland ist ein Land, das die Würde jedes einzelnen Menschen respektiert.“ Jeder habe hier das Recht, sein Anliegen vorzutragen - gleich, ob am Ende ein Asylantrag genehmigt werde oder nicht. Danach handelten die politisch Verantwortlichen. „Und ich freue mich, dass die übergroße Mehrzahl der Menschen dies auch genauso tut.“

  • dpa
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19 Kommentare zu "Neonazis in Heidenau: Merkel verurteilt Angriffe auf Asylheim"

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  • Soll dein Kaff frei von Okkupanten sein, reiß schnell die Halle ein.

  • Wir sind kein Tätervolk, aber mansche von uns sind auf dem besten Weg uns wieder dazu zu machen.

  • Danke. Endlich mal eine Stimme der Vernunft in dem braunen Sumpf mancher dümmlicher Kommentare hier. Bitte mehr solche Stimmen, die klare Kante gegen den Rechtsruck in unserer Gesellschaft zeigen.

  • Die Flüchtlingsströme. Wir haben das alles verursacht. Nein, nicht wir Bürger aber die sich selber so toll findende Politikerkaste:
    Die europäische Geschichte ist reich an Beispielen für solche Menschenströme mit ihren unvermeidlichen Dammbrüchen. Wir tun gut daran, uns mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass diesen Zug nichts aufhalten wird, weder das Dampfgeplauder der Stammtische, noch die Militanz der Pegida-Aktivisten und auch nicht die zum Ritual verkommenen Wir-haben-alles-im-Griff-Parolen der Politiker und deren Claqueure in dienstbeflissenen Medien.
    Wenn der CSU-Vorsitzende Seehofer beim Politischen Aschermittwoch mit heiserer Stimme tönt, dass er sich "bis zur letzten Patrone ... gegen eine Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme" sträuben werde, klingt das unerschrocken und heldenhaft. Es hat jedoch die gleiche Verlässlichkeit wie die Ankündigung eines durch Alkoholgenuss enthemmten Sprücheklopfers auf dem Marktplatz, er könne den bevorstehenden Sonnenuntergang aufhalten. Tatsache ist nämlich, dass es nichts mehr zum Aufhalten gibt. Denn die Zuwanderung ist seit Längerem im Verlauf und wir sind ohnmächtige Zeugen derselben. Es wird kein Zurück in die Beschaulichkeit der letzten Jahrzehnte geben.
    Menschen, die an ihren Wohnorten tagtäglich um ihr Leben fürchten müssen, sei es wegen Hungersnot oder wegen Kriegsgefahren, haben die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder sie bleiben und kommen (höchstwahrscheinlich) um oder sie begeben sich auf einen langen und risikoreichen Weg mit höchst ungewissem Ende. Millionen haben sich für letztere Variante entschieden. Sie nehmen Entbehrungen, Krankheiten und die Gefahr von Raubüberfällen auf sich, durchqueren zu Fuß oder per Anhalter Wüsten, Savannen und feindliche Stammesgebiete. Und landen in Europa.

  • Warum gibt es überhaupt soviele Flüchtlinge?
    Bei der Suche nach den Fluchtursachen fällt sofort auf, dass die mit Abstand meisten Flüchtlinge aus Ländern kommen, die in den letzten 20 Jahren Schauplätze von Kriegen waren: das ehemalige Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Syrien, Äthiopien, Somalia. Nach einer Statistik des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) waren 2014 die genannten Staaten und ihre Zerfallsprodukte die 10 wichtigsten Herkunftsländer für Asylbewerber in Deutschland.
    Kennzeichnend für fast alle Kriege in den genannten Staaten sind völkerrechtswidrige Militärinterventionen, zumeist der USA und ihrer Bündnispartner. Das legt die Annahme nahe, dass diese Kriege hauptursächlich für die großen Fluchtbewegungen der Gegenwart sind. Diese Kriege bedeuteten Tod, Verarmung, Anarchie, Zerfall von Gesellschaften, religiös motivierte Massaker und Massenflucht. Nie gelang es, stabile Demokratien einzuführen oder gar Menschenrechte zu sichern.
    Wer also Massenflucht eingrenzen will, muss in einem ersten Schritt militärische Abenteuer unterbinden und Militärbündnisse wie die Nato auf reine Verteidigungsaufgaben zurückführen. Das Gesagte gilt auch für schwelende Konfliktherde wie etwa Iran oder Ukraine. Wenn auch von dort Flüchtlingsströme einsetzen würden, wäre das allein schon wegen des Bevölkerungsreichtums dieser Länder eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Wer das eigene Volk so offensichtlich verachtet und ihm ständig Schaden zufügt
    (ungeregelte Zuwanderung, Griechenland-Transfers), der sollte schweigen bzw. sich
    einmal überlegen, wieviel Mitschuld er an der Misere trägt.

  • Schon vergessen? WIR sind das Tätervolk, die Anderen sind die Premiummenschen!
    Wenn ich die sehe, fällt mir das Essen aus dem Gesicht! ):

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Aussitzen und die Flüchtlinge erst nach 23 Uhr in die jeweiligen Unterkünfte bringen, ohne natürlich vorher die Anwohner zu informieren, das geht nun einmal nicht.

    Merkel und ihre Truppe sind total überfordert; vielleicht muß jetzt ihr Wadenbeißer Kauder wieder die Drecksarbeit machen, z.B. wüste Haßtiraden an die Anwohner der Unterkünfte absondern (hat er übrigens schon die ersten CDU-Abweichler in SED-Manier von Ämtern abgezogen ?).

    Die Verfahren sollen schneller bearbeitet werden, indem man die Zahl der Bearbeiter verdoppelt (toller Vorschlag), nur die Ausbildung dauert vier Jahre, so lange eilt dann Merkel lieber von Gipfel zu Gipfel, für die Niederungen des Tagesgeschäfts hat sie sowieso keinen Plan (außer die Entsendung ihres Wadenbeißers).

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