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Netzausbau Deutsche Kunden haben kaum Interesse an Glasfaseranschlüssen

Deutschland hängt beim Ausbau des Glasfasernetzes international weit zurück. Teil des Problems: Wo es schon Anschlüsse gibt, werden sie wenig genutzt.
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Mit mehr als 500.000 Kilometern Glasfaser besitzt die Deutsche Telekom das größte Netz. Quelle: imago/photothek
Glasfaserausbau

Mit mehr als 500.000 Kilometern Glasfaser besitzt die Deutsche Telekom das größte Netz.

(Foto: imago/photothek)

Düsseldorf Eigentlich sind sich alle Seiten einig: Deutschland braucht Glasfaser bis an jedes Haus. Denn nur Breitband auf Basis der Lichtwellenleiter gilt als zukunftsfest. Doch der Ausbau der Technologie kommt nur schleppend voran.

Die Bundesnetzagentur weist in ihrem Jahresbericht für 2018 nur 3,7 Millionen Glasfaseranschlüsse bis ins Haus (FTTB) oder bis in die Wohnung (FTTH) aus. Damit hängt Deutschland im globalen Vergleich deutlich zurück. Nach einer Berechnung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist Südkorea globaler Spitzenreiter. Unter den EU-Staaten liegt Schweden vorne, gefolgt von Spanien. Deutschland liegt abgeschlagen im Schlussfeld, allerdings noch vor Ländern wie Österreich und Großbritannien.

Ein genauer Blick in die Daten der Bundesnetzagentur offenbart ein weiteres Problem. Von den 3,7 Millionen Haushalten mit Glasfaseranschluss haben nur rund 1,1 Millionen auch einen Tarif gebucht. Anders gesagt: Viele Deutsche sind offenbar nicht bereit, mehr Geld für einen schnellen Anschluss zu bezahlen, und nutzen die Technologie daher nicht, obwohl sie verfügbar wäre. Die Deutsche Telekom verlangt als Marktführer für einen Anschluss mit einem Gigabit Datentransfer pro Sekunde 119,95 Euro im Monat. Der kleinste DSL-Tarif mit 16 Megabit pro Sekunde kostet nur 34,95 Euro im Monat.

Oft reichen herkömmliche Kabel

Die großen Netzbetreiber in Deutschland wehren sich gegen die Kritik, sie bremsten den Glasfaserausbau. „Noch gibt es keine Killer-Applikation“, sagt etwa Telekom-CEO Timotheus Höttges. Er argumentiert, viele Haushalte in Deutschland seien mit Technologien wie Supervectoring gut bedient, die bis zu 250 Megabit pro Sekunde bei einem aufgewerteten DSL-Anschluss leisten könnten. Sie brauchen also gar keine höhere Bandbreite.

Mit mehr als 500.000 Kilometern Glasfaser besitzt die Deutsche Telekom das größte Netz in der Bundesrepublik. Ihre Leitungen reichen meist jedoch nur bis zu den Verteilerkästen, nicht bis in die Häuser ihrer Kunden. Diese sogenannte letzte Meile ist das größte Problem für die Netzbetreiber, denn der Ausbau der letzten Distanz kostet das meiste Geld.

Der Netzbetreiber Vodafone hat am Donnerstag die Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia abgeschlossen. Künftig will das Unternehmen in allen deutschen Haushalten, die einen TV-Kabelanschluss haben, Internetgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde anbieten. Damit will die Firma rund zwei Drittel der deutschen Haushalte erreichen. Das Internet per TV-Kabel bietet zwar nicht die gleiche Leistung wie Glasfaser, ist jedoch deutlich schneller als die besten Angebote im DSL-Netz.

Mehr: Ein flächendeckender Ausbau ist das Ziel der Bundesregierung. Doch die Umsetzung stockt erheblich – auch ein Förderprogramm hilft nicht.

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