Netzkritiker Heveling „Blogger haben bald keine Relevanz mehr“

Nach einer provokanten Kampfansage an die „Netzgemeinde“ fühlt sich der CDU-Abgeordnete Ansgar Heveling von den heftigen Reaktionen im Internet bestätigt - und legt nach: Blogs werden künftige keine Relevanz mehr haben, glaubt er.
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Der CDU-Abgeordnete Ansgar Heveling sieht sich durch die Reaktion der Netzgemeinde nach seinem Handelsblatt-Gastbeitrag bestätigt. Quelle: dapd

Der CDU-Abgeordnete Ansgar Heveling sieht sich durch die Reaktion der Netzgemeinde nach seinem Handelsblatt-Gastbeitrag bestätigt.

(Foto: dapd)

BerlinDer CDU-Abgeordnete Ansgar Heveling hat auf die heftige Kritik aus dem Netz auf seinen Handelsblatt-Gastbeitrag reagiert. „Dies zeigt, dass die Grundannahmen meines Beitrags offensichtlich nicht falsch sind“, sagte der Politiker am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Er habe in letzter Zeit beobachtet, „dass ein offener Diskurs zu den Fragen von Freiheit und Eigentum im Internet schwer geworden ist“.

Auch im Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung legte Heveling nach. „Ich würde meinen Gastbeitrag wieder genau so schreiben und veröffentlichen“, sagte er. „Ich glaube, dass es schon bald eine Generation geben wird, die mit dem Internet ganz anders umgeht. Blogger haben dann keine Relevanz mehr.“

In dem Gastbeitrag hatte Heveling die umstrittenen US-Gesetzesinitiativen Sopa und Pipa für einen strengen Urheberrechtsschutz befürwortet und die Gesetzesgegner als „digitale Maoisten“ bezeichnet. „Liebe Netzgemeinde“: Ihr werdet den Kampf verlieren“, schrieb der 39 Jahre alte Jurist.

Den zweiten Tag in Folge häuften sich daraufhin insbesondere beim Online-Dienst Twitter kritische bis spöttische Einwürfe zu dem am Montag veröffentlichten Gastkommentar. Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck etwa rief dazu auf, Vorschläge für andere Verwendungsmöglichkeiten Hevelings zu sammeln. Denn politisch sollte er lieber nichts mit der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft zu tun haben. Der CDU-Abgeordnete ist Mitglied der Kommission. Aber auch aus den eigenen Reihen erntete Heveling einigen Widerspruch. Am Montag hatten Hacker zeitweise die Website Hevelings lahmgelegt.

„Wer einen Stein ins Wasser wirft, muss auch damit rechnen, dass Wellen schlagen“, sagte Heveling. „Das war eine provokante Streitschrift, die einigen Akteuren im Netz einen Spiegel vorhält“, sagte er zu seinem Zeitungsbeitrag. Bei einigen Reaktionen habe er auch gesehen, dass da ein Nachdenken eingesetzt habe. Wichtig sei ihm die Diskussion über einige kritische Entwicklungen im Netz. Die Enquete-Kommission des Bundestags sei ein guter Ort dafür. Seine Arbeit in diesem Gremium werde er weiter fortführen, antwortete er auf eine Frage zu seiner künftigen Rolle in der Internet-Enquete.

  • dpa
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  • Fakt ist für mich geworden, will ich wirklich informiert sein, muss ich auf das Internet zugreifen. Das die ÖffentlichRechtlichen angeblich Personal abbauen müssen, weil so viele auf das Internet zurückgreifen kann ich mir nicht vorstellen. Zum einen kassieren sie ein regelmäßiges Einkommen das für die qualitativ niedrige Dienstleistung meiner Ansicht nach schon zu viel ist,denn wer schon berichtet,sollte es auch bitte richtig machen und z.B. keine Atomwerkkarte von Europa zeigen, in der Kraftwerke eingetragen sind wo keine existieren und keine drin stehen, wo aber welche stehen etc. etc.Zum anderen sind sie selbst im Internet vertreten (Siehe Stichwort "Mediathek"),folglich wären sie qualitativ nicht so mangelhaft, würde vielleicht auch mehr Leute sie sich auch wieder ansehen,denn für deren Unfähigkeit kann man schlecht dem Internet die Schuld in die Schuhe schieben.
    Und noch etwas zum Abschluss: Im Internet kann ich wenigsten die ganzen Idioten raus filtern, tue ich das beim Fernseher ist die logische Konsequenz das er aus bleibt. Mal ehrlich, sogar die "Sendung mit der Maus" hatte früher mehr Lehrgehalt und war informativer als so manche Sendung heute im Fernsehen FÜR ERWACHSENE !!!

  • "- und die vor allem NIEMALS zusammenarbeiten würden, gegen wen auch immer."
    Mhm... und was war da die Geschichte mit der Preisabsprache unter den Energieanbietern? Da waren sie sich doch wunderbar einig...nur so als Beispiel ... fracking... Parteienbestechung...also wenn das nicht mal Einigkeit repräsentiert ^^
    Das Internet ist wahrlich eine Quelle der Informationen, ja man muss zwischen Unwichtigem, Müll und Idioten etc differenzieren und oftmals verbringt man mehr Zeit damit die Echtheit einer Information zu überprüfen als sie zu sammeln.
    Welche Aufgabe der Medien? Festzustellen das es nicht nur schwarz und weiß gibt? Ja das stimmt, das würde aber voraussetzen das die Nachrichten neutral berichten, tun sie leider nur nicht mehr oder mehr schlecht als recht. Als Beispiel hier das ZDF das irrelevante Themen derartig breit tritt, das man das Gefühl hat ne Klatschblattsendung zu sehen und wirklich prekäre und für den engagierten Bürger interessante Information werden aus dem nichts in Lichtgeschwindigkeit und in verschachtelten Sätzen rausgenuschelt, dass ich diese nur dank der Mediathek mitgekriegt habe WEIL ICH ca 5 Mal zurückgespult hatte, um überhaupt mitzukriegen was der da eigentlich von sich gibt. Und das ist nicht nur einmal passiert.Kann man das wirklich noch als Nachrichten bezeichnen bei denen so gemauschelt wird?

  • "- und die vor allem NIEMALS zusammenarbeiten würden, gegen wen auch immer."
    Mhm... und was war da die Geschichte mit der Preisabsprache unter den Energieanbietern? Da waren sie sich doch wunderbar einig...nur so als Beispiel ... fracking... Parteienbestechung...also wenn das nicht mal Einigkeit repräsentiert ^^
    Das Internet ist wahrlich eine Quelle der Informationen, ja man muss zwischen Unwichtigem, Müll und Idioten etc differenzieren und oftmals verbringt man mehr Zeit damit die Echtheit einer Information zu überprüfen als sie zu sammeln.
    Welche Aufgabe der Medien? Festzustellen das es nicht nur schwarz und weiß gibt? Ja das stimmt, das würde aber voraussetzen das die Nachrichten neutral berichten, tun sie leider nur nicht mehr oder mehr schlecht als recht. Als Beispiel hier das ZDF das irrelevante Themen derartig breit tritt, das man das Gefühl hat ne Klatschblattsendung zu sehen und wirklich prekäre und für den engagierten Bürger interessante Information werden aus dem nichts in Lichtgeschwindigkeit und in verschachtelten Sätzen rausgenuschelt, dass ich diese nur dank der Mediathek mitgekriegt habe WEIL ICH ca 5 Mal zurückgespult hatte, um überhaupt mitzukriegen was der da eigentlich von sich gibt. Und das ist nicht nur einmal passiert.Kann man das wirklich noch als Nachrichten bezeichnen bei denen so gemauschelt wird?

  • Also ich hab mir mal den Artikel "http://mobil.handelsblatt.com/;type=artikel/top/6127434" durchgelesen und ich muss ehrlich gestehen, ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen soll. Wer heutzutage immer noch glaubt das Internet wäre ein rechtsfreier Raum, der ist nun wirklich naiv oder hat keine Ahnung. Urheberrechtsverletzung etc. ist auch bei uns in Deutschland strafbar,auch was das Internet betrifft, das sollte man doch zumindest aus der Werbung mittlerweile auch erfahren haben. Natürlich gibt es immer noch Grauzonen, wie überall in unserem Gesetz auch. Da, wer hätte es gedacht, die Leute die damals das GG verfassten, nicht so ganz bewand mit dem Internet wahren (Aus Entwicklungstechnischen Gründen durchaus nachvollziehbar). Sprich ja unser Gesetz Bedarf vielleicht der einen oder anderen kleineren Anpassung, aber jeder der "Sopa" und "Pipa" und "Acta" befürwortet, hat wirklich keine Ahnung. Denn was heißt das wenn diese in Kraft treten? Stasi 2.0 wäre ein treffender Vergleich, denn nichts anders wird passieren. diese Beschlüsse gehen teilweise soweit, das ihre privaten Mails ALLE OHNE AUSNAHME kontrolliert werden. Lassen sie ihre Post auch ausnahmslos vom Postboten durchlesen? Und Einstellungen wie "Ich habe ja nichts zu verbergen, deswegen ist das doch egal " waren schon immer der perfekte Nährboden für die Errichtung eines Überwachunsstaates. Meine Generation hat etwas aus der Geschichte gelernt, viele ältere aber offensichtlich nicht. Es wird von Freiheit gesprochen aber Zensur gefordert. Wer seine Freiheit für falsche Sicherheit verkauft, verliert beides. Fordert das eine, tut aber das genaue Gegenteil davon, ist das irgendwie zu einem Mode - Trend bei der CDU geworden?

  • Und sonst geht es Ihnen gut? Oder soll ich den Sanka rufen?

  • Wie wahr. Leider sehen viele nur den Dorn im Auge der anderen.

  • Ach herrje. Dieses Pathos ist peinlich. Was hat es denn bitteschön mit Informations- oder Meinungsfreiheit zu tun, sich fremde... ja was, Lieder, Bilder Texte? ...anzueignen? Das Zitatrecht erlaubt alles, was für einen freien Diskurs notwendig ist. Meinungsfreiheit setzt nicht voraus, dass man die zur Meinungsbildung dienenden Werke eines Urhebers gratis bekommt. Durch die Grundrechte geschützt ist der ungehinderte Zugang zu dieser Art von Informationen, aber dieser Zugang darf etwas kosten. Ein Verkaufspreis gilt nicht als Hindernis (das Gesetz schreibt sogar eine angemessene Vergütung vor). Sonst hätten auch Bücher oder Zeitungen nie verkauft werden können.

  • Sie sehen doch, dass das Mainstreammedium Handelsblatt Ihren Link stehen lässt, obwohl eine Website, die sich "Propagandafront" nennt, gewiss nicht Sachlichkeit zu ihren konstituierenden Tugenden zählen wird. Die Drohnenangriffe hat soeben die Süddeutsche Zeitung auf der Seite 3 groß thematisiert ("American Airlines"), das wird also in Deutschland nicht verschwiegen. Was Roberts angeht, so ist der ein bisweilen sonderlicher alter Herr, so dass es wohl auf den Zusammenhang ankommt, warum sich die von Ihnen kritisierte Redaktion entschlossen hat, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen. Damit man das einschätzen kann, müssten Sie schon konkreter werden. Jedenfalls ist Ihr Gerede von Zensur albern, denn Sie können jederzeit ein Blog eröffnen, auf dem Ihnen niemand dazwischenfunkt. Der Betreiber einer Website ist rechtlich verantwortlich auch für das, was Sie in einem Leserkommentar schreiben, und darum müssen sie ihm überlassen, ob er das verantworten will. Zensur ist per definitionem eine Tätigkeit der Obrigkeit.

  • EinGast hat Recht:

    Dass "das Internet" bei manchen Polit-"Profis" einen noch schlechteren Ruf hat als die traditionellen Medien bei der St.-Web-Kongregation, liegt vor allem daran, dass es im Netz keinen Demagogie- und Idiotie-Filter gibt. Verfolgungswahnsinnige aller Länder vereinigen sich und reden einander die große Weltverschwörung ein. Diese Leute wollen nicht begreifen, dass die Menschheit nicht aus einer verschworenen Elite fest zusammenhaltender Großschurken einerseits sowie einem Milliardenheer armer Öpferchen andererseits besteht, sondern im Gegenteil aus ganz, ganz vielen Egoisten und Intriganten, die aus höchst unterschiedlichen Gründen und in höchst unterschiedlichen Zusammenhängen höchst unterschiedliche Schäden anrichten - und die vor allem NIEMALS zusammenarbeiten würden, gegen wen auch immer.

    Diese mühsame, rechercheintensive Differenzierung (cui bono?) ist die Aufgabe, die den gescholtenen Medien nicht nur deshalb immer schwerer fällt, weil die Einnahmen "dank" Internet rückläufig sind und redaktionelles Personal abgebaut wird, sondern auch deshalb, weil die Ergebnisse meist so komplex und kompliziert sind, dass sie viel schwerer zu verdauen sind als die simplen "die-da-oben-wir-da-unten"-Thesen der Großen Besserwisser, nach deren Überzeugung JFKennedys wahre Mörder erst die Mondlandung vorgetäuscht, dann das WTC gesprengt haben und jetzt (im geschätzten Alter von 87 bis 112 Jahren) der Menschheit den schönen Raubbau an der Natur vermiesen wollen.

  • Wie wäre es mal mit konstruktiven Reformvorschlägen zum Urheberrecht anstatt ständigem Kriegsgeheul und Provokationen Herr Heveling!

    Dafür werden Sie schließlich von uns bezahlt. Und die US-Gesetze sind weder eine Reform des Urheberrechts noch passende Werkzeuge, dieses auf die aktuellen Probleme anzupassen. Es bietet lediglich das Werkzeug, nach Belieben Internetseiten zu sperren und zu zensieren. Wenn das Ihr Wille ist, dann lege ich Ihnen den sofortigen Rücktritt nahe. Sie haben einen Eid auf die Verfassung geschworen, erinnern Sie sich?

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