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Neue Arbeitsplätze Neue Wind- und Solaranlagen: Energiekonzerne machen Braunkohle-Revieren Hoffnung

Vattenfall und Baywa wollen nachhaltig Arbeitsplätze sichern. In vom Kohleausstieg betroffenen Regionen sollen Wind- und Solaranlagen entstehen.
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Die Konzerne Vattenfall und Baywa wollen auf ehemaligen Braunkohlerevieren Photovoltaik- und Windparks errichten. Quelle: dpa
Windpark in Deutschland

Die Konzerne Vattenfall und Baywa wollen auf ehemaligen Braunkohlerevieren Photovoltaik- und Windparks errichten.

(Foto: dpa)

BerlinOhne den Braunkohletagebau und den Betrieb der Braunkohlekraftwerke würde die Lausitz – bildlich gesprochen – vom Schwerkranken zum Komapatienten. Unternehmen, die nach einem Kohleausstieg für neue, hochwertige Arbeitsplätze sorgen könnten, sind Mangelware. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer. Erneuerbare Energien könnten die Braunkohlereviere zu neuem Leben erwecken.

Die Konzerne Vattenfall und Baywa stehen bereit, um auf den Flächen der Braunkohletagebaue Photovoltaik- und Windparks in industriellem Maßstab zu errichten. Sie sind davon überzeugt, in eine neue Größenordnung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen vorstoßen zu können.

Auf eine öffentliche Förderung wollen sie komplett verzichten. Man sei „in der Lage, ab 2020 Solar- und Windprojekte im Kraftwerksmaßstab in Deutschland umzusetzen – und das zu rein markwirtschaftlichen Bedingungen, ohne jegliche Subvention“, sagte Baywa-Vorstandschef Klaus Josef Lutz dem Handelsblatt.

„Die Braunkohlereviere könnten so als Energie-Regionen erhalten bleiben“, sagte Claus Wattendrup von Vattenfall. Die Größenordnungen, über die die Konzerne nachdenken, sind immens: „Wir gehen davon aus, dass man in der Lausitz Photovoltaikanlagen und Windräder mit einer Leistung von bis zu 40 Gigawatt (GW) installieren könnte“, sagte Baywa-Manager Benedikt Ortmann.

40 GW entsprechend der installierten Leistung von 40 Atomkraftwerken. „Wind- und Solarparks in dieser Größenordnung in Betrieb zu halten ist nicht trivial. Das wäre mit vielen Tausend Jobs verbunden“, sagte Vattenfall-Manager Wattendrup.

Baywa und Vattenfall wollen sich bewusst abgrenzen von Ankündigungen, wie sie etwa Greenpeace Energy Ende vergangenen Jahres gemacht hatte. Der Ökostromanbieter hatte erklärt, er wolle im Rheinischen Revier groß in die Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen einsteigen. Bei genauerem Hinsehen stellte Greenpeace Energy allerdings nur in Aussicht, sich an einer Betreibergenossenschaft beteiligen zu wollen.

Tatsächlich unterscheidet sich der Vorstoß von Vattenfall und Baywa deutlich von dem Vorstoß, den Greenpeace Energy gemacht hatte. Mit Blick auf Finanzkraft und Know-how liegen Welten zwischen den beiden Konzernen und Greenpeace Energy mit seinen 70 Mitarbeitern.

Tausende Jobs könnten geschaffen werden

Vattenfall ist einer der führenden europäischen Energiekonzerne mit 20.000 Mitarbeitern und 13 Milliarden Euro Umsatz. Der schwedische Staatskonzern ist seit vielen Jahren in Deutschland aktiv und hat in den vergangenen Jahren insbesondere das Geschäft mit der Windkraft ausgebaut.

Die Baywa AG mit 16 Milliarden Euro Jahresumsatz und 17.000 Mitarbeitern betreibt das Geschäft mit erneuerbaren Energien über ihre Tochter Baywa Renewable Energy und ist in diesem Segment in den vergangenen Jahren stark gewachsen.

Die Nachfolgenutzung der Braunkohletagebaue beschäftigt auch die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission. Sie erarbeitet Empfehlungen für den Strukturwandel in den Braunkohleregionen. Die Überlegung, dass die betroffenen Reviere Standorte für zukunftweisende Projekte zur Stromerzeugung sein könnten, spielt dabei eine wichtige Rolle.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte bereits Ende 2018 eine umfassende Studie vorgestellt, in der die Potenziale der Tagebauregionen für Vorhaben aus dem Bereich der erneuerbaren Energien untersucht werden. Darin heißt es, die Reviere böten „grundsätzlich gute Ausgangsvoraussetzungen“. Besonders günstig sind die Voraussetzungen der Studie zufolge im Lausitzer Revier.

Investitionen in Speicher

Eine Konzentration von Photovoltaikanlagen und Windparks in der von Baywa und Vattenfall skizzierten Dimension könnte allerdings auch Probleme mit sich bringen: Die starke Volatilität der Erzeugung könnte regional eine Herausforderung für den Betrieb der Netze darstellen.

Vattenfall und Baywa wollen dem Rechnung tragen: Man sei sich darüber im Klaren, dass die Konzentration der Erzeugung Herausforderungen für das Gesamtsystem mit sich bringe, sagte Wattendrup. „Darum sollte man Wind- und Solarparks in dieser Größenordnung mit anderen Technologien kombinieren. Wir denken an Power-to-X, aber auch an Batterie- oder Wärmespeicher“, sagte er.

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