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Finanzministerium

Neues Personal für das Bundesministerium für Finanzen.

(Foto: dpa)

Neue Bundesregierung Scharfe Kritik am Wechsel von Goldman-Banker Kukies ins Finanzministerium

Der deutsche Goldman-Sachs-Chef wird Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Das stößt bei Grünen, Linken und auch in der CDU auf Kritik.
12 Kommentare

Berlin Nach Grünen und Linken hat auch der CDU-Chefhaushälter Eckardt Rehberg die Entscheidung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) kritisiert, den Goldman-Sachs-Banker Jörg Kukies zum Staatssekretär zu machen.

„Da kommt jemand von der Heuschrecke“, sagte Rehberg der „Passauer Neuen Presse“ einem Vorabbericht zufolge. „Da stellt sich die Frage, ob er wirklich dem Interesse der Bundesregierung oder denen seines früheren Geschäftsbereiches dient.“ Die Personalie sei „eine fragwürdige Entscheidung“.

Kukies wechselt nach fast zwei Jahrzehnten bei der weltgrößten Investmentbank in die Bundesregierung. Der Investmentbanker und Aktienexperte soll sich um die Themen Europa und Finanzmarkt kümmern. Er war bisher Ko-Vorsitzender der deutschen Sektion von Goldman Sachs. Anfang der 1990er Jahre war er Juso-Chef in Rheinland-Pfalz, dem SPD-Landesverband der designierten Parteivorsitzenden Andrea Nahles.

Wie es aus dem Ministerium hieß, soll das SPD-Mitglied helfen, die schwierigen Fragen im Bereich der besseren Bankenkontrolle in Europa und der Wirtschafts- und Währungsunion in Europa zu lösen. Es sei ein gutes Zeichen, dass jemand aus der Privatwirtschaft bereit ist, in den öffentlichen Sektor zu wechseln und Verantwortung zu übernehmen.

Kritik kam von den Grünen: „Scholz macht denselben Fehler wie schon Steinbrück, bei Finanzmarktfragen auf Investmentbanker und ihre Freunde zu hören“, sagte der Finanzexperte der Bundestags-Fraktion, Gerhard Schick. „Dass überhaupt darüber nachgedacht wird, einen Investmentbanker für die Bankenregulierung verantwortlich zu machen, zeigt die Probleme der Sozialdemokratie“, meinte Schick.

So hätten Sozialdemokraten die Tätigkeit des früheren EU-Kommissionschefs José Manuel Barrosos zu Goldman Sachs kritisiert, heute solle deren Deutschland-Chef ins SPD-geführte Finanzministerium einziehen.

Außerdem holt Finanzminister Scholz den „Architekten der Schwarzen Null“, Werner Gatzer, als Staatssekretär in sein Ministerium zurück. Der 59-Jährige hatte erst Anfang des Jahres bei der Deutschen Bahn als Chef der Bahnhoffsparte DB Station & Service begonnen.

Der SPD-Politiker Gatzer war bereits von 2005 bis 2017 Staatssekretär im Finanzministerium und für den Haushalt zuständig. Erstmals seit mehr als 40 Jahren hatte Deutschland 2014 keine neuen Schulden gemacht, die Ausgaben überstiegen nicht die Einnahmen („Schwarze Null“).

Weitere beamtete Staatssekretäre sollen zwei langjährige Vertraute von Scholz aus dessen Hamburger Zeiten werden: Wolfgang Schmidt (47) und Rolf Bösinger (52). Das Bundeskabinett muss den Personalien aber noch zustimmen.

  • rtr
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12 Kommentare zu "Neue Bundesregierung: Scharfe Kritik am Wechsel von Goldman-Banker Kukies ins Finanzministerium"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Aber selbstverständlich ist die Goldman Sachs wieder eine absolute Frechheit aus dem Hause SPD- den Verantwortlichen der Griechenland-Pleite wird Einblick und Zugang in die geheimesten Steuerpläane gewährt und Goldman Sachs kann über diese Strohmänner weiterhin dafür sorgen das Goldman Sachs ihr Geld aus Griechenland vom deutschen Steuerzahler abkassieren kann.
    Richtig Herr Allraun- dumm, dümmer, Deutschland, Olaf Scholz!
    Er der will Bundeskanzler werden! Hamburg ist pleite und jetzt ist ganz Deutschland dran!

  • Die Gruenen und die Linken sollen sich waehlen lassen, dann koennen sie machen, was sie
    wollen. Bis dahin nehmen wir die Kritik zur Kenntnis und heften den Vorgang. Bei der CDU
    sollte eine Konsens herrschen, der offenbar fehlt.

  • Herr Ulrich Lehmann

    Die Frage ist nur ob wir uns immer mehr einseitig interessengetriebenen Sachverstand in die Regierung holen sollten um der Ahnungslosigkeit unserer multifunktionalen Polittalente eine Meinung zu konstruieren.

    Was da parteipolitisch an Theaterdonner inszeniert wird ist doch eher zweitrangig.

  • Endlich kommt mehr wirtschaftlicher Sachverstand in die Politik! Sogleich schreien Berufspolitiker und Partei-Betonköpfe auf. Wir müssen von dieser Mentalität wegkommen und auch auf diesem Wege mehr "Checks & Balances" in die deutsche Politik bringen!

  • Wer kritisiert, muss auch ( bessere ) Vorschläge machen...
    Also, wie wärs mit max Otte an Stelle des Goldmann Bankers ??
    Dieser Professor ( mit Herz )kennt Amerika und die Finanzindustrie.

  • Jetzt holt man sich schon diejenigen Gläubiger ins Haus, bei denen man verschuldet ist.

    Das heißt de facto der Gläubiger diktiert "undercover" dem Finanzministerium auf.

    Unfassbar. Dumm - Dümmer - Deutschland. An Absurdität nicht zu toppen.

  • Herr Richard Schmelzle
    Ich denke die Jusos sind in jeder Beziehung schmerzfrei. Wie sang die Nahles so schön und frei nach Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf: "Ich mach die Welt wie sie mir gefällt..." Hauptsache mit andrer Leute Geld.

  • Herr Michael Roediger..ja, vom Sozialist zum ( gut bezahlten ) Elitesoldat einer chasarischen Bank ( mitbegründer der Fed ) ist schon etwas besonderes...
    Dieser Umstand wird für die Jusos noch folgen haben....
    mehr an Pharisäertum geht nicht!

  • Die Gotteswerker können doch die ganze EU haben, das wird billiger als jedes mal indirekt über Politiker zu bezahlen EU-24-Direkt könnte man das Projekt nennen.

  • Von den JUSOs zu Goldman Sachs - passt von der Spreizung her hervorragend zur Bundesregierung mit ihren Fahnenträgern. Wenn jetzt noch jemand prophetisch wüsste woher der Wind kommt ist der Erfolg der "Mannschaft" garantiert.

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