Neue Partei vom Tisch CDU-Konservative gründen neuen Kreis

Eine neue Partei rechts der CDU wird es wohl doch nicht geben. Statt aus der „Unionsfamilie“ auszutreten wollen sich die Kritiker zusammentun und dafür sorgen, dass sich die Wahlergebnisse der Partei wieder bessern.
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Wolfgang Bosbach wird zum Berliner Kreis gehören. Quelle: dapd

Wolfgang Bosbach wird zum Berliner Kreis gehören.

(Foto: dapd)

BerlinEine neue konservative Partei neben der CDU wird es wohl doch nicht geben. Abgewunken haben offenbar einige, die als potenzielle Unterstützer einer Partei der Euro-Gegner galten, die der frühere oberste Industrielobbyist Hans-Olaf Henkel immer wieder ins Spiel gebracht hatte. Friedrich Merz zum Beispiel. Für solch eine Neugründung steht der frühere Unionsfraktionschef nicht zur Verfügung.

Um ganz sicherzugehen, teilte Merz dies Hans-Olaf Henkel auch schriftlich mit: "Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie meinen Namen im Zusammenhang mit einer Neugründung einer Partei möglichst nicht weiter nennen würden", zitiert das Magazin "Focus" aus einem Schreiben von Merz an den früheren Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) Henkel.

Henkel ist vor allem als Autor und Euro-kritischer Gast in Talkshows aktiv. Er hat wiederholt laut über die Gründung einer neuen Partei nachgedacht, falls der FDP-Mitgliederentscheid zur Euro-Rettung scheitern sollte. Merz schrieb an Henkel, er halte die Gründung einer Partei für "schädlich" und teile auch seine Vorstellungen zur Euro-Zone nicht. Am Donnerstag stellt sich der neue Kreis der CDU vor.

Der Fraktionsvorsitzende der hessischen CDU, Christean Wagner. Quelle: dpa

Der Fraktionsvorsitzende der hessischen CDU, Christean Wagner.

(Foto: dpa)

Es gab noch ein paar andere, die für die neue Partei gehandelt wurden. Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach, gehörte dazu, der als Rettungsschirm-Kritiker von Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hart angegangen worden war mit den Worten: "Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen." Oder der frühere hessische Justizminister Christean Wagner.

Wenn man den neuesten Vorstoß der Herren aber richtig interpretiert, scheint das passé. Denn die von Merkels Modernisierungskurs enttäuschten Konservativen und die Euro-Kritiker in der CDU haben ein neues Forum kreiert. An diesem Donnerstag stellt sich offiziell der neue "Berliner Kreis" um den hessischen Fraktionschef Christean Wagner vor.

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13 Kommentare zu "Neue Partei vom Tisch: CDU-Konservative gründen Außenseiterkreis"

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  • Ein Bestandteil von Merkels Lügenverein. Und wird eh mit untergehn. Brauch man nicht. Schnee von vorgestern.

  • Entweder will man die Macht, also greift man danach. Alles andere ist alter Wein in neuen Schläuchen. Betrug des Wählers mit einem konservativen Anstrich, der morgen schon wieder weg ist.

  • "Mögen hätt ich schon wollen,
    aber dürfen habe ich mich nicht getraut."

  • Fraglich, was der Kreis bringen soll. Legt die Union wieder etwas zu, meint "Mutti", den Kreis brauche es nicht; ist das Gegenteil der Fall, meint "Mutti", der Kreis bringe es nicht.
    So oder so wird sie keinen Anlass sehen, sich in irgendeinerweise reinreden zu lassen.

  • Leider hat sich Cameron von den falschen Motiven leiten lassen. Ihm ging es in erster Linie darum seine eigenen Finanzparasiten zu schuetzen. Der Willen des Volkes oder was gut fuer GB ist duerfte hier ehr zweitrangig gewesen sein.
    Trotzdem ist es erfrischend zu sehen das unsere Euro besoffenen Politiker nicht mit allem durchkommen. Diese letzte Eurorettung hat gerade mal ein Wochenende lang gehalten. Mal sehen was diese Woche alles wieder gerettet wird, es bleibt spannend.

  • zutreffender Beitrag.
    Paar Hosenbeisser bewirken keine Änderung, die Opposition blieb auf "Irr-Wissensniveau Europa 1998" ( Fischer, Schroeder, Hombach, Waigel etc ) stehen.

  • Leute regt euch nicht auf!

    Der Laden wird uns noch um die Ohren fliegen!

  • wenn wir nicht bald eine echt Opposition bekommen, knallt es gewaltig. Bisher ist die einzig wahre opposition die NPD. Sorry, aber ist so. Leider nicht wählbar. Keine andere Partei fordert offen und rigoros den Austritt aus dem Euro!

    Ich und ein Großteil aller Deutschen haben Merkel und die Randgruppen-Truppe nie gewählt und es ist ein Unding, dass bei dieser fehlenden Legitimation, diese "Frau" sich anmaßt, Deutschland zu vertreten in diesen Zeiten des Umbruchs.

    Als Cameron sich der EUDSSR widersetze und unsere Presstituierten hier wieder gegen GB hetzten, habe ich innerlich Cameron bejubelt!! Und sei es nur, dass er seine Finanzlobby schützen wollte......, solche Menschen , die sich dem Automatismus EU widersetzen, brauchen wir! Und nicht dieses verkommene Blockparteiensystem! Ist Jacke wie Hose, ob sich in der CDU und wie sie alle heißen, ein neuer Flügel aus Spinnern bildet!!

  • Die Sache würde erst dann politisch relevant, wenn diese Leute signalisieren würden, dass sie nicht nur in der CDU, sondern unter gewissen Umständen auch außerhalb der Union politisch aktiv würden.
    Bleibt diese Signal aus, reduziert sich das Ganze auf ein Kaffeekränzchen ohne irgendwelche Bedeutung.

  • Der einigermaßen sichere Platz im Parlament war dann wohl doch zu bequem.

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