Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Neue Technologie DGB fordert umfassende Qualifizierung der Beschäftigten für Wasserstofftechnologie

In einem Papier listen die Gewerkschaften ihre Forderungen beim Thema Wasserstoff auf. Ihr Argument: Ohne qualifizierte Beschäftigte gehe nichts bei der Zukunftstechnologie.
06.07.2021 - 14:28 Uhr Kommentieren
Die Wasserstoffwirtschaft stellt neue Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten. Quelle: dpa
Brennstoffzellensystem für den Schwerlastverkehr

Die Wasserstoffwirtschaft stellt neue Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten.

(Foto: dpa)

Berlin Er gilt als Schlüssel auf dem Weg in die grüne Zukunft: Wasserstoff. Ohne ihn wird die energieintensive Industrie nicht klimaneutral und der Schwerlastverkehr nicht emissionsfrei. Das hat auch die Bundesregierung erkannt und nach langem Ringen ihre „Nationale Wasserstoffstrategie“ verabschiedet.

Doch Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), sieht „deutliche Lücken“ in der Strategie. Die aktuelle Debatte sei stark auf technologische und wirtschaftliche Aspekte fokussiert. „Doch das Credo ‚Erst die Technologie, dann die Beschäftigten‘ wird nicht aufgehen“, warnt Körzell. „Wir müssen die Beschäftigten breit qualifizieren. Sie sind der Innovationsmotor unserer Wirtschaft.“

In einem siebenseitigen Positionspapier, das dem Handelsblatt vorliegt, listet der DGB gewerkschaftliche Anforderungen an die Wasserstoffwirtschaft auf. Gefordert werden unter anderem ein massiver Ausbau erneuerbarer Energien und ein Transformationsfonds, der den Umbau der Industrie finanziell unterstützt. Auch müssten die Bürger umfassend informiert werden, um Akzeptanz für die neue Technologie zu sichern.

Der Kern der Forderungen zielt aber auf die Beschäftigten. Nötig sei ein breit angelegter Qualifizierungsdialog, um zu ermitteln, welche Qualifikationen für die Wasserstoffwirtschaft überhaupt benötigt würden. Dabei gehe es nicht nur um Ingenieure, Maschinenbauer oder Heizungsinstallateure. Selbst Rettungskräfte müssten speziell geschult werden, wenn man etwa an einen Brand an einer Wasserstofftankstelle denke, heißt es in dem Papier.

Betriebsräte und Gewerkschaften sollen nach den Vorstellungen des DGB stärker bei Qualifizierung und Aus- und Weiterbildung mitreden dürfen und staatliche Fördergelder nur an Unternehmen fließen, die Tariflöhne zahlen. Beschäftigte aus Regionen, in denen heute beispielsweise noch die klassische Autoindustrie dominiert, müssten die Chance erhalten, für Tätigkeiten in der Wasserstoffwirtschaft qualifiziert zu werden.

Beschäftigungseffekte noch unklar

Noch ist über die Beschäftigungseffekte wenig bekannt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat in einer aktuellen Studie untersucht, wie groß der Bedarf an Arbeitskräften in der Wasserstoffwirtschaft ist und welche Qualifikationen gefragt sind. Dafür wurden Stellenanzeigen aus vier Monaten des Jahres 2019 ausgewertet.

Damals hielt sich die Nachfrage zwar noch sehr in Grenzen. Es zeigte sich aber, dass vor allem Berufsgruppen gefragt sind, bei denen teilweise heute schon Fachkräftemangel herrscht, etwa aus der technischen Forschung und Entwicklung, aus dem Maschinenbau, der Elektrotechnik oder der Chemie.

Mit welcher Dynamik die Arbeitskräftenachfrage sich entwickele, werde „nicht zuletzt davon abhängen, wann die jeweiligen Wasserstoffanwendungen Marktreife erreichen und wie stringent die Dekarbonisierung umgesetzt wird“, schreiben die IAB-Forscher. Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband (DWV) geht davon aus, dass bis 2050 rund 150.000 zusätzliche Arbeitsplätze in der Wasserstoffwirtschaft entstehen könnten.

Mehr: Studie zeigt große Potenziale von europäischem Wasserstoffnetz

Startseite
Mehr zu: Neue Technologie - DGB fordert umfassende Qualifizierung der Beschäftigten für Wasserstofftechnologie
0 Kommentare zu "Neue Technologie: DGB fordert umfassende Qualifizierung der Beschäftigten für Wasserstofftechnologie"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%