Neue Warnstreiks Tarifverhandlungen gescheitert

Deutschland muss sich in der nächsten Woche wieder auf Warnstreiks im öffentlichen Dienst einstellen. Die Tarifverhandlungen sind auch in der dritten Runde gescheitert – und gehen nun erneut in die Verlängerung
Update: 17.03.2015 - 18:33 Uhr Kommentieren
Verdi-Chef Frank Bsirske spricht in Potsdam mit Demonstranten. Quelle: dpa
Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst

Verdi-Chef Frank Bsirske spricht in Potsdam mit Demonstranten.

(Foto: dpa)

PotsdamIm öffentlichen Dienst der Länder wird es in der kommenden Woche erneut Warnstreiks geben. Von Dienstag an werden Angestellte von Schulen, Straßenmeistereien, Unikliniken, Theater, Feuerwehr, Polizei, Landesverwaltungen und Küstenschutz zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Auch die dritte Runde der Tarifverhandlungen endete am Dienstag in Potsdam ohne Ergebnis. Die Warnstreiks an Schulen oder in Kliniken sollen den Forderungen der Gewerkschaften gegenüber den Arbeitgebern Nachdruck verleihen. Die Verhandlungen für die rund 800.000 Beschäftigten der Länder werden am 28. März fortgesetzt.

Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, sagte: „In wichtigen Bereichen ist festzustellen, dass sich die Arbeitgeberseite einmauert. Diese Mauer, die muss weg.“ Der Verhandlungsführer des Beamtenbunds (dbb), Willi Russ, sagte: „Die Arbeitgeber haben sich völlig in die Sackgasse begeben.“

Die Kernforderung der Gewerkschaften beim Gehalt lautet 5,5 Prozent mehr Geld. Ein wichtiger Streitpunkt ist die betriebliche Altersvorsorge. Der GEW-Verhandlungsführer Andreas Gehrke sagte, die Länder hätten zwar ein Angebot für die angestellten Lehrer vorgelegt, aber dieses müsse erst bewertet werden.

An den Schulen dürfen nur die angestellten Lehrer in den Ausstand treten. Die knapp 650 000 verbeamteten Lehrer streiken nicht. Daher sind vor allem die ostdeutschen Bundesländer betroffen, wo es traditionell weniger Lehrer mit Beamtenstatus gibt.

Zum Auftakt der dritten Verhandlungsrunde hatten sich die Gewerkschaften auch zu einem bundesweiten Streik der etwa 800.000 Landesangestellten bereit gezeigt. Zuletzt hatten Warnstreiks in Schulen und Ämtern nach Gewerkschaftsangaben deutschlandweit mehr als 115.000 Menschen auf die Straße gebracht.

  • dpa
  • afp
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