Neuer Leistungsvergleich Schüler in Ostdeutschland können besser rechnen

Bei Schulvergleichen lagen bisher meist die süddeutschen Bundesländer vorn. Diesmal ist es der Osten. Naturwissenschaften und Mathematik galten von je her als besondere Domäne der DDR-Schulen.
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Schüler mit Taschenrechner: Die Länder in Ostdeutschland schneiden im neuen Schulleistungsvergleich besser ab als die im Westen. Quelle: dpa

Schüler mit Taschenrechner: Die Länder in Ostdeutschland schneiden im neuen Schulleistungsvergleich besser ab als die im Westen.

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BerlinBeim neuen Schulleistungsvergleich der Bundesländer in Mathematik und Naturwissenschaften hat Ostdeutschland klar die Nase vorn. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Donnerstag erzielen im Westen durchgängig nur Bayern und Rheinland-Pfalz Leistungswerte über dem Bundesdurchschnitt, im Einzelfall auch Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Der neue Vergleich soll an diesem Freitag von der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin offiziell vorgestellt werden. An dem neuen Schultest hatten sich über 44.000 Schüler aus den neunten Klassen aller Schulformen beteiligt. Mitarbeiter des ländereigenen Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Berliner Humboldt-Universität hatten dafür im Mai und Juni 2012 mehr als 1.300 Schulen im gesamten Bundesgebiet besucht.

Untersuchungsschwerpunkte waren diesmal Mathematik und Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik). Basis für die Aufgaben waren die von den Kultusministern für alle Bundesländer verbindlich eingeführten Bildungsstandards. Sie beschreiben, was ein Schüler am Ende einer Jahrgangsstufe können soll und gelten für Lehrer als pädagogische Zielvorgabe. Damit wurden die alten, in den Bundesländern unterschiedlichen Lehrpläne an den Schulen abgelöst.

Seit 2009 lassen die Kultusminister die Schulleistungen in den einzelnen Bundesländern in einer Regie testen - abwechselnd in der 4. Grundschulklasse und in der 9. Jahrgangsstufe der Sekundarstufe I. Bei den Tests in den 9. Klassen sind alle Schulformen beteiligt (Gymnasium, Gesamtschule, Haupt- und Realschule, Gemeinschaftsschule).

Ergänzungsstudie zu internationalen Vergleichen
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33 Kommentare zu "Neuer Leistungsvergleich: Schüler in Ostdeutschland können besser rechnen"

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  • Der Klacks von dem Sie hier reden, ist keiner, sondern ein signifikanter Faktor, den man nicht aus der Welt schaffen kann, mit ihn kleinzureden.

    Selbst in Gesellschaften, in denen Kinder schon sehr früh kollektiv in den Kindergarten gehen, bleibt das Elternhaus mit der wichtigste Einflussfaktor. Man kann da noch so viele Hilfsbrücken aufbauen, wie man will.

    Leute, die aus sozial schwachen Milieus stammen und dennoch erfolgreich eine Ausbildung durchlaufen haben, ist das Risiko, doch wieder auf Sozialniveau zurückzufallen, wesentlich höher wie bei Leuten, deren Eltern nie so weit unten waren.

    Wenn Verbesserung, dann findet die graduell über Generationen hinweg statt.

  • Schüler in Ostdeutschland?? Wo ist Ostdeutschland? Wenn hier von den neuen Bundesländern die Rede ist, dann handelt es sich um Mitteldeutschland und nicht umOstdeutschland. Ostdeutschland ist immer noch von Polen und Russland besetzt.

  • > "Naturwissenschaften und Mathematik galten von je her als besondere Domäne der DDR-Schulen."<

    *schlichtweg Betrug & Lügen - wie von je her!!*

    in der Grundschule mussten die Diktate von der Tafeln abgeschrieben werden (nach dem Wiederstand der Schüler, wurden Diktate abgeschaft)
    bis zum Schulende/Studienabschluss,
    wurde die zu schreibende Klausur im Klassenverband 1 Woch lang für die 1,0 trainiert.

    >> "Nach der Volksschule (weltweiter Standard) erfolgte eine
    auf das *Lösen von Einzelaufgaben* bezogene Bildung.
    Keine Logik, Analytik, Reflexion, Intuition, Wertigkeiten, Positionierungen, kein Eigenständig/Selbstständiges agieren sondern,
    auf das funktionieren in einer befehligenden minimal Positionen gestaffelten Hierarchie.
    In einer Gleichheit kann es niemanden geben der etwas besser weiß oder kann.
    Kein emotional/sozial/ kein sich reflektieren im System, ohne Zeitsystem in der Gegenwart lebend, als Grundsatzlage im Miteinander galt:
    “von seinem Gegenüber belogen und betrogen zu werden” (zerstören des Miteinander/Gemeinschaft)
    Unterhaltungen werden nur Gegenwarts bezogen, wie in der Vorschule geführt.
    Es wird versucht sein Gegenüber zu dominieren zu verletzen und zu kränken

    **Emotionalität als verachtenswerte Eigenschaft**

    Der Schwerpunkt der Bildung, bis zum letzten Tag,
    lag einzig auf sich als (Alle) Deutscher in Wort und Schrift Einwandfrei ausdrücken zu können.
    Schulbücher waren unbenutzbar gemacht, es wurde mit Matrizenkopien gearbeitet oder an der Tafel angeschrieben, bis zum letzten Schul-/Studien-Tag.
    Durch absichtliche Verkomplizierung auch als Nachschlagewerk ungeeignet, um ein Selbststudium zu verhindern, im Stalinismus der DDr stand Weiterbildung, Fortbildung, Wissen aneignen unter Strafe, in der Strafprozessordnung an der Sabotage (heute wohl Terrorismus) angelehnt." <<

    es wird nie etwas werden - der Lug & Betrug stehen dem im Weg.
    sich rechtfertigender Größenwahn als "König der Welt"

  • Zitat: "Sprachkenntnis und Elternhaus sind eben keine Nichtigkeit ..."

    Wenn nichts dagegen gemacht wird, ist es sicher keine Nichtigkeit. Aber Kindern schon im Kindergarten gute Sprachkenntnisse zu vermitteln oder schon im Vorschulalter die Mängel des "falschen" Elternhauses zumindest zu einem großen Teil auszubügeln, wäre für unsere Gesellschaft doch ein Klacks.

  • Prof. Dr. Eckhard Rückl (Eschershausen)
    Auch diese neuen Ergebnisse sind doch nicht verwunderlich! Die guten Ergebnisse in den neuen Bundesländern könnten mit daher stammen, daß Mathematik und die Naturwissenschaften in der DDR auf sehr hohem Niveau betrieben worden sind. In den meisten "West"-Ländern dominiert noch immer das seit den 70er Jahren eingeführte dumme und schädliche Lustprinzip - statt des erfolgreichen Leistungsprinzips. Hinzu kommt heute der allergrößte Blödsinn mit der sog. Inklusion - da wollen die Bildungseunuchen Ackergäule zu Rennpferden mutieren lassen.
    Weg mit dem Quatsch von Sozialarbeitern und Psychologen - die reden die Schüler nur dusselig. Mehr sehr gute Lehrer(innen) und 5stündig pro Woche Deutsch, Mathematik und Englisch. Massive Neubelebung der Leitlinie Förderung und Auslese auf allen Ebenen - dann wird es wieder was werden. Das schreibt einer, der seit 35 Jahren Lehrlinge, SII-Schüler und Studierende in den MINT-Fächern ausbildet und selbst über den 2ten Bildungsweg (ohne Abitur!) vom Lehrling zum Hochschulleher gekommen ist.
    Wie? Durch Einsatz, Leistung und Förderung!

  • @Westfale:

    "In Deutschland bleiben viel zu viele Kinder aus Nichtigkeiten wie schlechte Sprachkenntnis oder bildungsfernes Elternhaus zurück. Wir vergeuden einen Teil der Zukunft unseres Landes."

    Sprachkenntnis und Elternhaus sind eben keine Nichtigkeit sondern entscheidende zivilisatorische Grundlage, die nachzuholen den Schulen -wenn Sie den Artikel aufmerksam gelesen haben sollten- schlecht oder auch gar nicht möglich ist.

  • @Seher:

    Leider etwas zu kurz gesprungen:
    Exporte und Patente werden dort registriert, wo Firmenhauptsitze und Patentabteilung formal eingetragen sind bzw. anmelden. Dafür, wo Erfindungen gemacht werden, wo die Leute, die die Erfindungen entwickelt haben, ausgebildet wurden oder gar wo Mathe und Naturwissenschaften besser gelehrt werden (können), geben Ihre Beispiele offensichtlich rein gar nichts her. Erkenntnisgewinn - leider Null.

  • Zitat: "Vielleicht liegt es auch einfach daran, daß dort der Anteil an Migranten niedriger ist?"

    Das ist offensichtlich. Wie sollen Kinder, die zur Einschulung die Landessprache nur rudimentär können, dem Unterricht so folgen, wie Kinder mit guter Sprachkenntnis das völlig selbstverständlich machen. Viele Kinder ausländischer Eltern können bei der Einschulung gleich 2 Sprachen schlecht sprechen. Die Muttersprache wird nicht so ganz aufgenommen, weil der Kopf mit der ebenfalls nur unvollständig im Freundes- und im Kindergartenkreis aufgenommenen zweiten Sprache schon voll ist.

    Es kann niemanden wundern, dass ausländische Kinder und/oder Kinder aus sozial schwachen Familien schon zur Einschulung so im Hintertreffen sind, dass sie diesen Rückstand nie mehr aufholen. Das Ergebnis zeigt sich dann ein paar Jahre später in Pisa- oder sonstigen Schülertests. Die Schüler aus Bundesländern mit hohem Ausländeranteil schneiden schlechter ab.

    Die Lösung ist doch auf der Hand. Unser Vorschul- und Schulsystem muss viel mehr als bisher darauf ausgelegt sein, die gesellschaftlichen Nachteile, die viele Schüler haben, auszugleichen. Was in der Familie und im privaten Umfeld an Wissen und an Sozialverhalten nicht erlernt wurde, muss im Kindergarten oder in der Schule gelehrt werden. Dazu bedarf es ausreichend Personal und ausreichend – gut eingerichtete Kindergärten und Schulen. Die Ganztagesschule und der Ganztageskindergarten sollten zur Regeleinrichtung werden.
    Die Lehrer und die Erzieherinnen sollten nicht als die Fußabtreter der Nation angesehen werden, sondern als die Personen, die dafür sorgen, dass unsere zum Teil verzogenen Sprösslinge eine gute Grundlage für den weiteren Lebensweg haben.

    In Deutschland bleiben viel zu viele Kinder aus Nichtigkeiten wie schlechte Sprachkenntnis oder bildungsfernes Elternhaus zurück. Wir vergeuden einen Teil der Zukunft unseres Landes.

  • Mich wundert es nicht. Ende der 70er war in der BW-Hauptstadt Stuttgart selbst in der auf dem Campus befindlichen Buchhandlung ein Werk wie "Mangoldt/Knopp: Einführung in die höhere Mathematik" (1-3) nur auf Bestellung zu bekommen. In Wolgast (damals noch Kreisstadt) standen die Bände zur Mitnahme bereit. Und wer sich die damals in der DDR erhältliche Literatur zu Mathematik und Naturwissenschaften ansehen konnte, der konnte über die im Westen erhältlichen Werke nur den Kopf schütteln. Das allgemeine Schulniveau war, verglichen zum Westen, sehr hoch (vielleicht war das Bildungskonzept mit POS und EOS doch nicht so schlecht - aber als DDR-Produkt durfte es ja seinen Weg in die westliche Bildungswelt nicht finden).

  • "Dasselbe wünschen wir auch für die Verbrecherstatistiken. Damit die gutmenschen endlich mal in Zahlen sehen, was abgeht."

    Es würde reichen, den Gutmenschen mal eine JVA besichtigen zu lassen oder mit einem Kommissar reden zu lassen. Aber der Gutmensch verbringt seine Zeit lieber im In-Lokal um die Ecke, schlürft einen Cocktail und schwadroniert über den blöden Stammtischpöbel. Und drückt dann 20,-- EUR für ein Taxi ab, damit ihm auf den 2 km nach Hause ins Loft auch ja kein Migrant über den Weg läuft...

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