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Neuer Streit um „Rentnerdemokratie“ Renteneinnahmen brechen ein

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Scharfe Kritik an der Rentenerhöhung kam von Ex-Bundespräsident Roman Herzog. In der „Bild“-Zeitung beklagte er eine Benachteiligung der jüngeren Generation: „Ich fürchte, wir sehen gerade die Vorboten einer Rentnerdemokratie“, sagte er. „Die Älteren werden immer mehr, und alle Parteien nehmen überproportional Rücksicht auf sie. Das könnte am Ende in die Richtung gehen, dass die Älteren die Jüngeren ausplündern.“

In den Koalitionsparteien fand Herzog ein gespaltenes Echo. So nannte SPD-Wirtschaftsexperte Rainer Wend die Warnung im „Spiegel“ einen „sehr ernsten, ehrlichen und mutigen Hinweis, der nicht vernachlässigt werden darf“. Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD), der gerade ein Parteiausschlussverfahren über sich ergehen lassen muss, monierte ebenfalls, die deutsche Politik trage „unzweifelhaft“ dem demographischen Wandel nicht Rechnung. Er forderte mehr „Investitionen in die junge Generation“ etwa für Krippen, Kindergärten, Schulen und Hochschulen.

Kritik an der Rentenerhöhung kam auch aus der Union. „Es wäre besser gewesen, in diesem Jahr nicht an der Rentenformel herumzuexperimentieren“, sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) der „Welt am Sonntag“. Der Vorsitzende der CSU/CSU-Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann (CDU), holte im „Spiegel“ zur Generalabrechnung mit Kanzlerin Merkel aus. Die Rentenerhöhung störe das soziale Gleichgewicht, sagte er: „Wenn ich mir die Reformbilanz der Regierung Merkel heute ansehe, dann fällt mir nur ein Wort ein: ungenügend.“ Das Wahlprogramm liege „auf dem Müll“, monierte Schlarmann.

Merkel verteidigte den Beschluss. „Ich stehe hundertprozentig hinter dieser Rentenerhöhung. Sie ist mit 1,1 Prozent nach drei Nullrunden wahrlich nicht überzogen“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Für die Beschäftigten habe man die Riester-Förderung erhöht und die Entgeltumwandlung verlängert. „Vor diesem Hintergrund kann ich die Aussetzung des Riester-Faktors für zwei Jahre zum Wohle der Rentner gut vertreten.“ Auch SPD-Fraktionschef Struck sagte, es sei an der Zeit, dass die Rentner den Aufschwung spürten.

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