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Neuer Wertekanon Dänemark macht es sich „hyggelig“

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Was wir von den Dänen lernen können
Das Glück dieser Erde
Platz 10: Schweden
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Was ist Glück? Im „World Book of Happiness“ zählen Forscher Faktoren für Glück auf: eine stabile Liebesbeziehung, Gesundheit, ein den eigenen Fähigkeiten entsprechender Beruf, Freunde, Kinder und Geld für Grundbedürfnisse. Die Vereinten Nationen nennen ganz einfache Grundbedingungen für Glück: Unter anderem sind das mindestens 2500 Kalorien und 100 Liter Wasserverbrauch am Tag, mindestens sechs Quadratmeter Wohnraum, ein Platz zum Kochen sowie sechs Jahre Schule.

Im Auftrag der UN hat das Earth Institute der Columbia-Universität New York von 2013 bis 2015 Daten gesammelt und einen Weltglücksbericht erstellt. Den Anfang der Glücks-Top-zehn macht demnach Schweden – was direkt zeigt, dass das mit dem Glück so eine Sache ist. Denn die Heimat von Abba, Ikea und Spitzeneishockey ist damit zwar nicht weniger als das zehntglücklichste Land der Welt. Zugleich aber das unglücklichste Land Skandinaviens.

(Foto: AFP)
Platz 9: Australien
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Auf dem kleinsten Kontinent der Erde lebt es sich offenbar sehr angenehm. Diskussionen um eine rassistische (Anti-)Einwanderungspolitik und Umweltzerstörung die unter anderem das einzigartige Great-Barrier-Reef bedroht, berührten die Zufriedenheit der Australier offenbar wenig.

Der Bericht der Wissenschaftler verbindet unter anderem Daten von Sozialsystemen und Arbeitsmarkt mit Befragungen über die Selbstwahrnehmung der Menschen in den jeweiligen Ländern. „Die Eigenberichte über Glück und Wohlergehen sollten auf der Agenda jedes Landes sein“, sagte Jeffrey Sachs, Direktor des Earth Institute.

(Foto: dpa)
Platz 8: Neuseeland
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Spätestens seit den „Der Herr der Ringe“-Filmen gilt Neuseeland einer breiten Masse als Ort von fast fabelweltartiger Naturschönheit. Und auch wer in dem nur spärlich besiedelten und isolierten Inselstaat lebt, scheint sich in aller Regel recht wohl zu fühlen: Die Menschen dort sind laut der Studie des Earth Institute die achtglücklichsten der Welt.

(Foto: obs)
Platz 7: Niederlande
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Auch ganz ohne Teilnahme an der Fußball-Europameisterschaft glücklich sind die Niederländer. Wissenschaftlich gesehen ist Glück natürlich die Interaktionen zwischen Hormonen und Nerven im Gehirn. Wer etwa frisch verliebt ist, schüttet zum Beispiel vermehrt die „Glücksstoffe“ Oxytocin und Phenylethylamin sowie körpereigene Endorphine wie Dopamin und Serotonin aus. Inwiefern andererseits die Einnahme von in den Niederlanden bekanntlich legaler Stoffe das Glücksgefühl eines Landes beeinflussen können, verschweigt die Studie allerdings.

(Foto: dpa)
Platz 6: Kanada
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„Blame Canada!“ - „Gib Kanada die Schuld!“, forderte im Jahr 1999 eine US-Elterninitiative. Woran? Na, an einfach allem! In der Folge erklärten die USA ihrem nördlichen Nachbarn denn auch kurzerhand den Krieg. Glücklicherweise geschah das allerdings nur in der Kinoversion des politisch inkorrekten Cartoons „South Park“. Deshalb kann Kanadas Premierminister Justin Trudeau auch heute noch glücklich in die Kameras strahlen.

(Foto: dpa)
Platz 5: Finnland
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Das Wort „Glück“ kommt übrigens vom niederhochdeutschen gelucke/lucke, beziehungsweise dem mittelhochdeutschen „gelücke/lücke“, welche das gute Ende eines Ereignisses benannten. Der Duden definiert es als eine „angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat“. In „angenehmer und freudiger Gemütsverfassung“ sind auch die Menschen in Finnland offenbar öfter.

(Foto: dpa)
Platz 4: Norwegen
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Das Nordlicht am Himmel nahe Tromso in Norwegen. Laut Human Development Index (HDI) ist das skandinavische Land das mit dem höchsten Lebensstandard der Welt – beim Glück ist es laut den US-Forschern die Nummer Vier.

(Foto: dpa)

Es ist erstaunlich, wie gelassen die meisten Dänen mit Dingen umgehen, die in anderen Ländern zu Massenprotesten führen würden. Schon vor Jahren wurde der Arbeitsmarkt im kleinen Königreich flexibilisiert. Deutsche Arbeitsmarkt-Experten brachen zu Pilgerfahrten Richtung Kopenhagen auf, um die „Flexicurity“ zu studieren. So lautet die Zauberformel, mit der das Land seine Arbeitslosenrate auf rund vier Prozent gedrückt hat.

Flexibilität und Sicherheit verbergen sich hinter dem Begriff, der für manch Deutschen gar nicht so sicher klingt. Denn Flexicurity heißt auf dänisch: Kein Kündigungsschutz. Hat der Arbeitgeber Flaute in den Auftragsbüchern, müssen sich die Mitarbeiter im Prinzip von einem zum nächsten Tag einen neuen Job suchen. Der Staat hilft dabei, verlangt aber auch nach kurzer Zeit, dass jeder Job angenommen wird. Mittlerweile wechselt fast jeder vierte Däne einmal im Jahr seinen Arbeitgeber, mal freiwillig, mal unter Druck. Dennoch geben die Dänen in Umfragen an, dass sie sich sicher fühlen.

Die Träume der Deutschen
Lieblingswunsch: Traumreise
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Strand, Palmen und klares Wasser. Egal ob Kreuzfahrt oder Weltreise, Karibik oder Polarkreis. Jeder zweite Deutsche wünscht sich eine Traumreise. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Toluna im Auftrag der Hannoverschen Versicherung hervor. Jeder Fünfte würde sich am liebsten direkt aus dem Staub machen und auswandern. Was den Deutschen, abgesehen von einer Traumreise, am Wichtigsten im Leben ist, gibt es jetzt in aufsteigender Reihenfolge.

(Foto: dpa)
Karriere
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Turbo-Abi, schnelles Studium und dann erfolgreich im Beruf durchstarten? Mitnichten. Die Karriere scheint den Deutschen größtenteils unwichtig zu sein und schafft es nicht mal in die Top Ten des Rankings. Nur drei Prozent gaben an, dass die Karriere das Wichtigste im Leben sei und setzen daher viel lieber auf...

(Foto: dpa)
Platz 10: Freizeit
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...viel mehr Freizeit. Egal ob im Urlaub, oder zuhause. Der Wunsch nach genügend Erholung eröffnet die Top Ten der Rangliste. Immerhin zehn Prozent der Deutschen sehnen sich nach genügend Pausen vom Arbeitsalltag. Auf dem neunten Platz liegt passend dazu...

(Foto: obs)
Platz 9: Mehr Spaß
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...genügend Spaß im Leben zu haben. Wer sich ausreichend Zeit für die Freuden des Lebens nimmt, lebt länger und ist auch produktiver. Wer Glück hat und nicht nur einen Beruf, sondern eine Berufung gefunden hat, kann auf die vorherigen Plätze (mehr Freizeit und Spaß) problemlos verzichten. Deswegen ist es für viele Deutsche wichtig...

(Foto: dpa)
Platz 8: Ausfüllender Job
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...einen ausfüllenden Job zu haben. Mit der Arbeit verbringen wir viel Lebenszeit. Gerade deswegen ist es jedem siebten Deutschen wichtig, den eigenen Traumjob zu finden. Dieses Bedürfnis liegt auf Platz acht der Rangliste. Mit dem richtigen Beruf macht das Geldverdienen Spaß. Apropos Geld...

(Foto: obs)
Platz 7: Finanzielle Absicherung
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...jedem fünften Deutschen ist es wichtig, finanziell gefestigt zu sein. Laut Stefan Lutter von der Hannoverschen Versicherung ist der Grund klar: „Die Familie steht für viele Menschen im Mittelpunkt: Deshalb sollten Kinder und Partner für alle Fälle finanziell abgesichert sein, auch im Alter.“ Doch wie wichtig sind Kinder überhaupt?

(Foto: dpa)
Platz 6: Kinder
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Insgesamt gaben nur 22 Prozent der Befragten an, dass ihnen Kinder besonders wichtig sind. Damit liegt der Nachwuchs lediglich auf Platz sechs der Rangliste und ist damit nur im Mittelfeld zu finden. Das heißt aber nicht, dass die Deutschen keine Kinder wollen. Die Top 3 werden uns aufklären. Um einen Prozentpunkt wichtiger...

(Foto: dpa)

Mehr als Zweidrittel der rund fünf Millionen Dänen bezeichnen sich sogar als glücklich. Dabei, so hat Wissenschaftler Christensen herausgefunden, hätten seine Landsleute eigentlich gar keinen Grund für die Glückseeligkeit: Denn der Däne ist ein Genussmensch, wie manch ein Urlauber sicher bestätigen kann. Light-Produkte sind verpönt, die dicke, gelbe Remoulade gehört auf jeden Tisch. Und nicht nur die Königin rauchte bis vor einiger Zeit wie ein Schlot, auch die Untertanen machen den Tabakkonzernen viel Freude. Dem Alkohol ist man ebenfalls nicht abgeneigt, selbst zum Frühstück gibt’s schon mal einen Gammeldansk, den berühmten dänischen Magenbitter. Dementsprechend sieht auch die Lebenserwartung der Dänen aus.

Und dennoch sind die meisten glücklich. „Dänen haben nicht allzu hohe Erwartungen an die Zukunft. Deshalb sind sie jedes Jahr wieder überrascht, dass nicht alles noch fauler ist im Staate Dänemark“, sagt Wissenschaftler Christensen. Tatsächlich geben sich unsere nördlichen Nachbarn gelassener und haben sich mit ihrer Rolle als kleine Nation im Gegensatz zu großen Bruder Schweden, der immer die erste Geige spielen will, abgefunden. Dänen lügen eben nicht.

Kann man von glücklichen Dänen lernen? Ja, Erwartungen herunter schrauben, und sich dann freuen, wenn doch alles etwas besser kommt als befürchtet. Die Online-Abstimmung über den Danmarkskanon macht übrigens auch Hoffnung: Dass in einem Land, das zuletzt wegen seiner äußerst restriktiven Einwanderungspolitik zweifelhaften Ruhm erlangt hat, Werte wie Freiheit, Gedankenfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz zu den wichtigsten kulturellen Bausteinen zählen, zeigt, dass viele Dänen Fremde durchaus mit offenen Armen empfangen können. Und das macht sie einfach „hyggelig“.

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