Neues Investitionsgesetz Deutsche Wirtschaft begrüßt Gerd Müllers neuen Marshallplan für Afrika

Die deutsche Wirtschaft begrüßt die Gerd Müllers Pläne für ein Investitionsgesetz für Entwicklungsländer. Die Hoffnung: Risiken sollen minimiert werden.
Kommentieren
Das Ziel des Entwicklungsministers Müller (CSU): Deutsche Unternehmen so zu fördern, dass Investitionen in Afrika für sie attraktiver werden. Quelle: dpa
Autozulieferer Dräxlmaier in Tunesien

Das Ziel des Entwicklungsministers Müller (CSU): Deutsche Unternehmen so zu fördern, dass Investitionen in Afrika für sie attraktiver werden.

(Foto: dpa)

BerlinDie Pläne der Bundesregierung für ein Entwicklungsinvestitionsgesetz sind in der deutschen Wirtschaft auf Zustimmung gestoßen. „Der BDI begrüßt das Vorhaben, Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsförderung stärker miteinander zu verknüpfen“, sagte Matthias Wachter, Afrika-Experte des Industrieverbands, dem Handelsblatt.

Es sei eine gute Nachricht, dass die Bundesministerien für Entwicklung, Finanzen und Wirtschaft enger zusammenarbeiten wollten. „Fokus ihrer Zusammenarbeit sollte die Koppelung ihrer drei Afrika-Initiativen sein“, sagte er.

Seit zwei Jahren gibt es den „Marshall-Plan mit Afrika“ von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), die „Compacts for Africa“ des Finanzministeriums und die Afrika-Initiativen des Wirtschaftsministeriums.

Im Handelsblatt-Interview hatte Müller angekündigt, dass die Bundesregierung diese Initiativen aufeinander abstimmen wolle und zudem ein Entwicklungsinvestitionsgesetz plane. Sein Ziel: Deutsche Unternehmen so zu fördern, dass Investitionen in Afrika für sie attraktiver werden. Heute scheuen viele Firmen das Risiko.

Dafür schlug Müller mehr Risikokapital von der Entwicklungsbank DEG, einer Tochter der staatlichen KfW-Bankengruppe, vor. Zudem will er auch steuerliche Erleichterungen. „Ich setze mich dafür ein, dass Rücklagen für Investitionen in Afrika steuerlich begünstigt werden“, sagte Müller.

Steuerliche Anreize nur zweitrangig

Für die Wirtschaft stehen Steuererleichterungen allerdings nicht an erster Stelle ihrer Prioritätenliste. „Aus Sicht der Wirtschaft ist das zentrale Anliegen, noch deutlich vor steuerlichen Anreizen, aktuell die Minimierung möglicher Risiken solcher Engagements“, sagte Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, dem Handelsblatt.

Der Ausbau der Finanzierungsinstrumente der DEG, offene Märkte auch für afrikanische Bauern und die Ausweitung der Doppelbesteuerungsabkommen seien langjährige Forderungen des Afrika-Vereins.

„Die größten Hemmnisse für Investitionen in vielen afrikanischen Staaten sind immer noch Rechtsunsicherheit, Korruption und Fachkräftemangel“, sagte BDI-Experte Wachter. Die Vorschläge des Entwicklungsministers zielten auf die Behebung dieser Hindernisse ab.

Die Ausweitung der Hermes-Garantien, die Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kürzlich für fünf afrikanische Partnerländer auf den Weg gebracht hatte, sei ein wichtiger erster Schritt.
Das Bundesfinanzministerium bestätigte auf Anfrage, dass man intern die Vorschläge Müllers prüfe und auf Arbeitsebene in Gesprächen darüber sei. Ein Sprecher sagte, dass mehrere Ressorts an einer breiten Afrika-Strategie der Regierung arbeiteten.

In diesem Rahmen werde das Netz an deutschen Außenhandelskammern weiter ausgebaut. Auch die Vernetzung afrikanischer Start-ups mit deutschen Unternehmen werde verstärkt.

Startseite

0 Kommentare zu "Neues Investitionsgesetz: Deutsche Wirtschaft begrüßt Gerd Müllers neuen Marshallplan für Afrika"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%