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Neues Modell in Hamburg Flüchtlinge sollen auf Kreuzfahrtschiffe

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Hamburgs Grüne haben Kreuzfahrtschiffe ins Gespräch gebracht
Mitglieder der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ sitzen bei einer Pressekonferenz. Mit dem Thema: „Integration statt Konfrontation“ versucht die Gruppe Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu erreichen. Quelle: dpa

Mitglieder der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ sitzen bei einer Pressekonferenz. Mit dem Thema: „Integration statt Konfrontation“ versucht die Gruppe Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu erreichen.

(Foto: dpa)

Wohin also mit all den Menschen? Nach bis zu drei Monaten in der Zentralen Erstaufnahme kommen sie in eine „Folgeunterbringung“ - in Hamburg sind das laut Sozialbehörde derzeit mehr als 60 öffentliche Unterkünfte. Doch es fehlt das Geld, deren Qualität zu verbessern: Einen Besuch in einem Containerdorf im Stadtteil Lokstedt nennt Scheele „deprimierend“: „Das ist alles ganz erbärmlich, gerade wenn dort auch Kinder wohnen.“#

Er dringt daher darauf, dass sich der Bund an den Kosten beteiligt. Für die Unterbringung wird Hamburg in diesem Jahr laut Sozialbehörde mindestens 250 Millionen Euro ausgeben.

Bis Ende des Jahres sollen zudem mehr als 200 Asylbewerber in das ehemalige Kreiswehrersatzamt im feinen Stadtteil Harvestehude einziehen. Um weitere Plätze zu schaffen, hält die Hafenbehörde nun nach Schiffen und möglichen Liegeplätzen Ausschau. Die Wohnschiffe, die während des Jugoslawien-Kriegs im Einsatz waren, waren vor Neumühlen vertäut - dort ist inzwischen aber alles bebaut.

Hamburgs Grüne haben zudem alte Kreuzfahrtschiffe ins Gespräch gebracht: „So eine Notunterkunft im Herzen der Stadt könnte ein Zeichen für Hamburgs Solidarität mit Menschen in Not sein.“ Auch diesen Vorschlag will die Behörde „ergebnisoffen“ prüfen.

Schweitzer betont jedoch: „Nicht alles, was man kriegen kann, ist auch wirtschaftlich.“ Schließlich werden solche Schiffe meist ausrangiert, weil sie nicht mehr wirtschaftlich sind. Um das Platzproblem zu lösen, heißt es in der Sozialbehörde, müssten schlicht mehr Wohnungen gebaut werden - was auch bereits geschehe.

Die „Lampedusa-Flüchtlinge“ in Hamburg dringen inzwischen auf eine Arbeitserlaubnis - und berufen sich dabei auf den Fachkräftemangel. Die Afrikaner waren 2011 über die italienische Insel Lampedusa vor dem Krieg in Libyen geflohen, Anfang 2013 strandeten mutmaßlich etwa 300 von ihnen in der Hansestadt.

Die schwarz-rote Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, dass Asylbewerber künftig schon nach drei Monaten in Deutschland arbeiten dürfen statt wie bisher erst nach neun. Scheele findet das wichtig: „Wenn es gelingt, Flüchtlinge schneller in Arbeit zu bringen und zu integrieren, entlastet das die öffentlichen Haushalte und löst die Spannungen in den Unterkünften.“

  • dpa
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