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Neujahrsansprache Merkel ruft zu neuem Denken auf – Erderwärmung „real“ und „bedrohlich“

Zum Beginn des neuen Jahrzehnts appelliert die Bundeskanzlerin an die Deutschen: Sie sollten bereit sein, Neues zu wagen und schneller zu handeln.
31.12.2019 - 00:01 Uhr 3 Kommentare

Merkel warnt zu Neujahr: "Die Erwärmung unserer Erde ist real und bedrohlich"

Berlin Zum Beginn des neuen Jahrzehnts hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bürger zu Mut, Zuversicht und neuem Denken aufgerufen. „Die 20er-Jahre können gute Jahre werden. Überraschen wir uns einmal mehr damit, was wir können“, sagte die CDU-Politikerin in ihrer am Montag veröffentlichten Neujahrsansprache. Deutschland müsse dazu seine Stärken nutzen und auf das Verbindende setzen.

Merkel wies auf die Herausforderungen des digitalen Fortschritts für das Leben aller Menschen in allen Bereichen hin. Sie nannte insbesondere die Arbeitswelt und betonte, die Menschen sollten auch in Zukunft einen guten und sicheren Arbeitsplatz und im Alter eine verlässliche Rente haben.

„Dazu brauchen wir mehr denn je den Mut zu neuem Denken, die Kraft, bekannte Wege zu verlassen, die Bereitschaft, Neues zu wagen, und die Entschlossenheit, schneller zu handeln, in der Überzeugung, dass Ungewohntes gelingen kann – und gelingen muss, wenn es der Generation der heute jungen Menschen und ihren Nachkommen noch möglich sein soll, auf dieser Erde gut leben zu können“, sagte Merkel.

Sie betonte die Notwendigkeit, den Klimawandel aufzuhalten. „Die Erwärmung unserer Erde ist real. Sie ist bedrohlich. Sie und die aus der Erderwärmung erwachsenden Krisen sind von Menschen verursacht. Also müssen wir auch alles Menschenmögliche unternehmen, um diese Menschheitsherausforderung zu bewältigen. Noch ist das möglich.“ Diese Überzeugung trage auch das soeben von Bund und Ländern beschlossene Klimaschutzprogramm.

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    Sie selbst werde mit ihren 65 Jahren nicht mehr alle Folgen des Klimawandels erleben, die sich bei einem Nicht-Handeln der Politik einstellen würden, sagte Merkel. „Es sind ja unsere Kinder und Enkel, die mit den Folgen dessen leben müssen, was wir heute tun oder unterlassen. Deshalb setze ich all meine Kraft dafür ein, dass Deutschland seinen Beitrag leistet – ökologisch, ökonomisch, sozial – den Klimawandel in den Griff zu bekommen.“

    Europa muss sich stärker einbringen

    Dabei könnten die Menschen in Deutschland auf dem aufbauen, was sie schon immer stark gemacht habe: „unseren Ideen, unserem Erfindergeist, unserem Fleiß und unserer Hartnäckigkeit, unseren Handwerkern, Ingenieuren und Fachkräften, unseren staatlichen und ehrenamtlichen Strukturen, unserer Art des Zusammenlebens in Familien und Vereinen, der Wertschätzung für diejenigen, die zum Beispiel in der Pflege für andere Menschen und mit anderen Menschen arbeiten“.

    Die Kanzlerin forderte Europa auf, seine Stimme stärker in der Welt einzubringen. Deutschland werde sich dafür im kommenden Jahr in seiner EU-Ratspräsidentschaft einsetzen, etwa durch einen Gipfel aller Mitgliedstaaten mit China und ein Treffen mit den Staaten Afrikas. „Die Zusammenarbeit mit Afrika liegt auch in unserem eigenen Interesse. Denn nur wenn Menschen die Chance auf ein friedliches und sicheres Leben haben, werden Flucht und Migration abnehmen.“

    Merkel dankte denjenigen, die in Deutschland politische Verantwortung übernehmen, insbesondere Kommunalpolitikern. „Sie – wie alle Menschen in unserem Land – vor Hass, Anfeindungen und Gewalt, vor Rassismus und Antisemitismus zu schützen, ist Aufgabe des Staates, eine Aufgabe, der sich die Bundesregierung besonders verpflichtet fühlt.“

    Was kostet Deutschland der Klimawandel? – „Das wird existenzbedrohend“

    Mehr: Lesen Sie hier die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin im Wortlaut.

    • dpa
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    3 Kommentare zu "Neujahrsansprache: Merkel ruft zu neuem Denken auf – Erderwärmung „real“ und „bedrohlich“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ja, die Erderwärmung ist real, und sie ist bedrohlich.
      Auch deshalb brauchen wir ein neues Denken. Ein Denken ohne Denkverbote. Ein Denken in Alternativen.
      Das Thema Atomstrom einschließlich der in den letzten Jahren auf diesem Gebiet erzielten Fortschritte wird weitgehend tabuisiert. Warum eigentlich?
      Eine rationale Auseinandersetzung sollte alle Alternativen einbeziehen.
      Zumal es ein Irrtum wäre anzunehmen, Ökostrom stünde schon mittelfristig in ausreichender Menge, flächendeckend, sicher und bezahlbar zur Verfügung. Wir brauchen Brücken ins grüne Zeitalter.
      Die viel gelobte Schweiz nutzt Kernenergie sehr viel länger als wir. Ohne Atomstrom gingen in Frankreich die Lichter aus. Sind dort überall Dummköpfe am Werk oder Hasardeure? Nein!

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

    • Da stimme ich Fr. Merkel voll und ganz zu wenn sie sagt: „Die 20er-Jahre können gute Jahre werden."
      Vor allem wenn wir bedenken das ihr Kanzler-Ende 2021 kommt. Besser gehts kaum noch. Doch Horst Seehofer Innenminister tritt ebenso ab.
      Vielleicht wandelt sich Deutschland nach der ehemaligen FDJ-Sektetärin für AgitProp Fr. Merkel und Ziehtochter der SED wieder hin zu einer Demokratie und das BfV wird vom Ministerium für Staatssicherheit nach Seehofer wieder zurück entwickelt zu einer demokratischen Behörde.
      Also freuen wir uns auf 2021 und ziehen 2020 zügig durch.

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