Nicht für Abschwung gerüstet Arbeitsagentur schlägt Alarm

Die Arbeitsagentur sieht sich nicht für eine schwere Rezession gerüstet. Wegen fehlender Rücklagen könnte die Finanzierung von Kurzarbeit im Falle eines Abschwungs nicht gesichert werden, sagte BA-Chef Weise.
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Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten gefallen. Quelle: dapd

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten gefallen.

(Foto: dapd)

BerlinDer Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, schlägt Alarm: Wegen fehlender Rücklagen sieht er die BA nicht für einen scharfen Konjunktureinbruch gerüstet. Vor allem zur Finanzierung von Kurzarbeit fehlten die Mittel. "Einer schweren Rezession würde der Arbeitsmarkt maximal ein Jahr standhalten", sagte Weise dem Magazin "Wirtschaftswoche" in einem am Samstag veröffentlichten Interview. Sollte es nicht zu externen Schocks auf dem Arbeitsmarkt kommen, rechnet er 2013 zwar mit einem schweren Jahr. Im Jahresdurchschnitt dürfte die Arbeitslosigkeit aber nicht über die Drei-Millionen Marke steigen. Ein wichtiger Grund dafür sei die schrumpfende Bevölkerungszahl.

Im vergangenen Jahr sei die Arbeitslosigkeit so niedrig gewesen wie seit 20 Jahren nicht mehr, sagte der BA-Chef. "Allerdings steigen die Arbeitslosenzahlen saisonbereinigt bereits seit fünf Monaten wieder leicht an", warnte er. Sollte es wie 2009 wegen der Finanzkrise zu einem massiven Einbruch der Wirtschaft kommen, kann die Arbeitsagentur Weise zufolge nicht wie damals das Schlimmste mit Kurzarbeit abfedern. Die hohen Rücklagen der BA seien weg, und nach der Beitragssenkung 2012 habe sie keine Möglichkeit gehabt, nennenswerte neue Reserven aufzubauen.

"Mit den aktuellen Finanzierungsbedingungen können wir unser operatives Geschäft erledigen - aber nicht mehr", sagte Weise: "Das ist für alle Beteiligten ein großes Risiko." Im Krisenfall müsse die Behörde Kredite aufnehmen und die Kurzarbeit auf Pump finanzieren. "Das muss der Politik klar sein", sagte Weise. Zurzeit gehe die BA von weniger als 100.000 Kurzarbeitern im Jahresschnitt aus, habe aber sicherheitshalber finanzielle Vorsorge für 180.000 getroffen und ihren entsprechenden Etat auf 600 Millionen Euro verdreifacht. Das klinge viel, würde in einer echten Krise aber nicht reichen. Auf dem Höhepunkt der jüngsten Rezession wurden 1,7 Millionen Kurzarbeiter gezählt.

Sollte ein tiefer Abschwung ausbleiben, erwartet Weise eine einigermaßen stabile Entwicklung. Das habe auch demografische Gründe. So drängten 2013 rund 270.000 Menschen weniger auf den Arbeitsmarkt als 2012. Hinzu komme, dass die Unternehmen angesichts des Fachkräftemangels ihre Stammbelegschaften zusammenhalten müssten und wollten. Der BA drohe gleichwohl ein Defizit in diesem Jahr von 1,1 Milliarden Euro. Dabei sei eine leicht verschlechterte Wirtschaftslage schon eingerechnet.

  • rtr
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23 Kommentare zu "Nicht für Abschwung gerüstet: Arbeitsagentur schlägt Alarm"

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  • Alarm? Nach neuesten Pressemeldungen spart die Agentur Millionen, nur um keine Arbeitssuchende vermitteln zu müssen, können! Das ist Einsatz für die Bürger, wie Frau Merkel es versteht!


  • Die Faulenzeragentur hat soviele Mitarbeiter, wie zu 5,5 Mio Arbeitslosen Zeiten. Die sind so doof, die haben nicht bemerkt, dass es keine Arbeitslosen mehr gibt

    an die 35.000 Mitarbeiter, die zuviel sind, wird das ganze Geld bezahlt


  • und die Oberschreihälse hier sind auch die Oberschmarotzer.

    noch nie was geleistet ausser laut schreien und zu dumm um ein wasserhäuschen unfallfrei einen Tag zu führen

  • klar in den spd grün kommunistisch regierten bundesländer gibt es nut arbeitsplätze bei der agentur, entweder hinter dem schreibtisch oder vor dem schreibtisch.

    da wurden die unternehmen und unternehmer von staat und linken kaputt geredet und kaputgemacht.

    aber die leben glänzend von der er abeiteten kohle aus hessen, bayern und baden württemberg.

  • was für ein Penner, die Schlafagentur hat 35.000 Mitarbeiter zuviel.

  • Ich dachte die Krise wäre überwunden: geringe Arbeitslosigkeit, moderates Wirtschaftswachtum. Warum beklagt sich Herr Weise dann?

  • Und wo sind nun die Überschüsse aus der vergangenen Zeit geblieben?

  • Ordnung in usnren Sozialsystemen erhalten wir erst, wenn dem Staat der Zugriff auf diese Systeme genommen wird.
    Denn es sind unsre Versicherungen und nicht die Spartöpfe der jeweiligen Regierungen, die sih ständig ungeniert daraus bedienen
    Deutschland braucht eine Revolution, so Prof. Schachtschneider

  • Dass da kein Geld mehr da ist, ist doch völlig verständlich. Dafür müßte man sich aber im Sozialsystem etwas auskennen, oder die, die das nicht können, sollten sich informieren.
    Seit Jahrzehnten wird beim Arbeitsamt, wie auch bei unserer Rentenvers.oder den Krankenkassen, Geld zweckentfremet.
    Der Arbeitslosenbeitrag wird ja nicht nur benutzt, um den wirklich Arbeitslosen Geld zu bezahlen, sondern er wird benutzt um Staatsaufgaben zu tätigen.
    Nachholen von Schulabschlüssen, weil Eltern sich nicht darum kümmern, aber weiterhin Kindergeld kassieren.
    Berufsfördrungsjahre für Jugendliche, die sich nicht um Lehrstellen kümmern oder zu dumm sind und keine finden
    Berufsausbildung für genau diese Jugendlichen, dümmliche Umschulungen die keinem etwas bringen usw. usw.
    Der Staat hat zwar immer einen Zuschuss in die Kasse gelegt, der reicht aber bei weitem nich aus.
    Deswegen ist ja z. B. auch das wirklich Arbeitslosengeld bei uns so gering, weil das Geld futsch ist
    Mit Asicherung von Arbeitslosen also, die ja Beiträge zahlen, hat das schon lange nichts mehr zu tun.
    So lange aber der deutsche Michl das alle so gar nicht weiß, können die Verbrechr in Berlin fröhlich weitermachen

  • Wat´n Kauderwelsch. Grässlich.

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