Niedersachsen-Wahl Stephan Weil gibt der SPD wieder Hoffnung

Die vorgezogene Landtagswahl in Niedersachsen kennt einen Sieger: Die SPD legt mehr als vier Prozentpunkte zu. Die Regierungsbildung wird schwierig, eine Neuauflage der rot-grünen Koalition ist ausgeschlossen.
Update: 16.10.2017 - 04:10 Uhr 8 Kommentare

„Heute wird gefeiert“ – Unerwarteter Freudentaumel bei den Sozialdemokraten

„Heute wird gefeiert“ – Unerwarteter Freudentaumel bei den Sozialdemokraten

HannoverDie SPD unter Ministerpräsident Stephan Weil hat die Landtagswahl in Niedersachsen gewonnen. „Überall freuen sich die Leute mit uns, dass bewiesen worden ist: Die SPD in Deutschland, die kann Wahlen gewinnen“, sagte der sichtlich zufriedene Regierungschef.

Die bisherige rot-grüne Koalition verfehlte laut dem vorläufigen Endergebnis aber die absolute Mehrheit. Rechnerisch haben neben einer Koalition aus SPD und CDU auch Drei-Parteien-Bündnisse aus SPD, Grünen und FDP sowie aus CDU, Grünen und FDP eine Mehrheit. Die FDP hat eine Koalition mit SPD und Grünen aber bereits ausgeschlossen.

Dem vorläufigen Endergebnis zufolge kommt die SPD auf 36,9 (2013: 32,6) Prozent der Stimmen und die CDU auf 33,6 (2013: 36,0) Prozent. Die Grünen kommen auf 8,7 (13,7) Prozent und die FDP auf 7,5 (9,9) Prozent. Die AfD kam auf 6,2 Prozent, die Linke verfehlte mit 4,6 (3,1) Prozent den Einzug in den Landtag.

Der Landeswahlleiterin zufolge sitzen im neuen Landtag 137 Abgeordnete. Davon entfielen auf die SPD 55, auf die CDU 50, zwölf für die Grünen, elf für die FDP und neun für die AfD. SPD und Grüne kommen damit gemeinsam nur noch auf 67 Sitze, zur Mehrheit wären aber 69 erforderlich.

Aber auch andere Regierungskonstellationen sind nun denkbar: Eine große Koalition hat SPD-Landeschef Weil im Wahlkampf als „extrem unwahrscheinlich“ bezeichnet, der CDU-Landesvorsitzende Althusmann nannte sie eine Option. Das Klima zwischen den beiden Parteien ist aber wegen des Twesten-Wechsels angespannt. Eine große Koalition hat in Niedersachsen zudem keine Tradition. Ein solches Bündnis endete dort zuletzt 1970.

Einer Jamaika-Koalition stehen CDU, FDP und Grüne ablehnend gegenüber, zumal die Stimmung zwischen Grünen und CDU ebenfalls wegen des Twesten-Wechsels vergiftet ist. Außerdem gilt es als unwahrscheinlich, dass die Grünen bei einem so starken SPD-Ergebnis mit der CDU in Verhandlungen eintreten. Eine Ampel-Koalition hat die FDP bisher kategorisch abgelehnt, weil sie nicht der Mehrheitsbeschaffer für die Fortsetzung eines rot-grünen Bündnisses sein will.

Niedersachsens FDP-Spitzenkandidat Stefan Birkner hat die Bildung einer Ampel-Koalition mit SPD und Grünen bereits erneut kategorisch ausgeschlossen. „Die FDP steht für eine Ampel in Niedersachsen nicht zur Verfügung“, sagte er am Sonntag. Für Gespräche mit CDU und Grünen über eine Jamaika-Regierung zeigte sich der FDP-Landeschef in einer ersten Reaktion auf den Ausgang der Landtagswahl aber offen. „Am Ende geht es ja darum, dass wir einen Neustart in wichtigen Politikfeldern erreichen wollen, in der Bildungspolitik etwa. Wenn das erreichbar sein sollte, dann ist das etwas, worüber wir zu reden haben.“

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8 Kommentare zu "Niedersachsen-Wahl : Stephan Weil gibt der SPD wieder Hoffnung"

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  • Ist es noch Demokratie, wenn verlierende Parteien sich weigern gegen den demokratisch erklärten Willen des Volkes mit der AFD über eine Koalition zu reden?

  • Das ist keine Hoffnung für eine verwirrte SPD. Es geht auch nicht darum, ob die politische Karriere von Merkel zuende geht. Es geht darum, dass die CDU erkennt, dass die Herrschaft der Gutmenschenideologen zu Ende gegangen ist. Der Bürger ist aufgewacht und hat gemerkt, dass er jahrzehntelang von linken Bessermenschen zum Verkauf vorbereitet worden ist.

  • Herr Santos, die NPD lag seit 1976 zwischen 0,2 und 0,6%, hatte jetzt 0,4%.
    Lediglich 2005 bis 2013 stieg sie auf 1,6 dann 1,5 dann 1,3%.
    Die echten "Nazis" sind ihr also immer treu geblieben, auch jetzt.

  • err Andreas Kertscher16.10.2017, 08:43 Uhr
    Mal ganz ehrlich, den ganzen Nazi-Quatsch glaubt doch sowieso keiner wirklich.
    Die Extremisten sitzen bei den Linken und der NPD.
    Die AFD wird bekämpft, weil jede neue Partei als Störenfried von den Etablierten bekämpft wird.
    Die Hoffnung, dass eine Protestpartei verschwindet, wenn man sie ignoriert, geht nicht auf. Verschwinden tut sie durch Assimilierung!

    ---------------------------------

    Vor 4 Jahren wenn die AFD die Wahlen gewonnen hätte da hätte die AFD gar nie Personal genug gehabt um die Deutsche Politik zu bedienen, und es stand überall im netz zu lesen !

    Da sind viele von der NPD zur AFD hinüber gegangen !

    Mit der NPD sympathisiere ich nur zu 100% bei der Bekämpfung gegen Kindesschänder. MOMENTAN IST DEUTSCHLAND KINDESFEINDLICH UNTERWEGS !

    Und Kinder sollen aber alle unsere Fehler dann in der Zukunft ertragen und tragen und bezahlen ???

    Macht mal eine Kinder Partei, die zeigen es euch dann richtig wo es entlang zu gehen hat !!!!!

  • Die Wahlergebnisse in Österreich sprechen Bänder !

    Und einen Kurz wird kurzer Hand auch weg sein !

  • NIEDERSACHSEN-WAHL
    Stephan Weil gibt der SPD wieder Hoffnung
    Datum:
    15.10.2017 18:15 UhrUpdate: 16.10.2017, 04:10 Uhr
    ........................

    Der Fehler der Deutsche Politiker und Politik ist zu glauben dass es für die SPD wieder aufwärts ginge und nun alles gut werde !

    DIESE WAHL war der beweis dafür daß MARTIN SCHULZ WEG MUSS !!!

    Da war plötzlich einen Herr WEIL DER GEWÜNSCHT IST aber kein Martin Schulz.

    Und bei der CDU da gilt solange einen Herr Horst Seehofer nicht als Bundeskanzler Kandidat steht und Neuwahlen am 17.12.2017 nicht ausgerufen sind, solange geht die CDU Berg ab !!!

    ZU GUTTENBERG zurück nach Deutschland holen als Aussenminister !!!

    AFD wird bei der nächste Wahl moderater, kleiner abschneiden !

    ABER CDU/CSU BRAUCHT NEUE REZEPTE für die bessere Zukunft Deutschlands, dass auf Europa stark mit einwirkt !

    Jetzt verstanden ?????

  • Mal ganz ehrlich, den ganzen Nazi-Quatsch glaubt doch sowieso keiner wirklich.
    Die Extremisten sitzen bei den Linken und der NPD.
    Die AFD wird bekämpft, weil jede neue Partei als Störenfried von den Etablierten bekämpft wird.
    Die Hoffnung, dass eine Protestpartei verschwindet, wenn man sie ignoriert, geht nicht auf. Verschwinden tut sie durch Assimilierung!

  • Also vorher hatten SPD/Grüne eine Mehrheit, jetzt nicht mehr. Ich sehe da nur schwer einen Sieg!
    Es bleibt eigentlich nur noch eine CDU/FDP/AFD Koalition im Interesse der Wähler.
    Reden kostet bekanntlich nichts und vielleicht findet man so ja mehr Übereinstimmungen als mit SPD oder Grünen.
    Das wäre eine erfolgreich gelernte Lektion vom Kurz-Erfolg in Österreich.
    Wenn die Führung es kategorisch ablehnt, auch nur Gespräche zu führen, sollte man besser die Führung mit jungen, flexiblen Personen ersetzen.
    Sowohl Grüne als auch AFD müssten sich bewegen für eine Koalition.
    Man sollte also herausfinden, wer sich besser bewegt!
    Politiker sollten die Interessen der Bürger vertreten, nicht ihr Ego. Na ja, schön wäre es jedenfalls.

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