Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nord Stream 2 Laschet und Scholz wollen Ostsee-Pipeline notfalls stilllegen

Wenn sich der russische Präsident nicht an die Vertragsregeln halte, könne das Projekt jederzeit gestoppt werden. Es gehe dabei um die Sicherheit der Ukraine.
27.06.2021 - 00:52 Uhr Kommentieren
Während die Kanzlerkandidaten von Union und SPD einer Meinung sind, was den Umgang mit Russland in Sachen Nord Stream 2 betrifft, will die Grünen-Kandidatin die umstrittene Pipeline gar nicht erst zu Ende zu bauen. Quelle: AFP
Armin Laschet, Annalena Baerbock und Olaf Scholz

Während die Kanzlerkandidaten von Union und SPD einer Meinung sind, was den Umgang mit Russland in Sachen Nord Stream 2 betrifft, will die Grünen-Kandidatin die umstrittene Pipeline gar nicht erst zu Ende zu bauen.

(Foto: AFP)

Berlin Die Kanzlerkandidaten von Union und SPD, Armin Laschet und Olaf Scholz, drohen Russland mit einem Stopp des Gastransfers durch die neue Pipeline Nord Stream 2 bei einem Bruch der Zusagen gegenüber der Ukraine. Es sei klar verabredet, dass dieses Projekt nicht zulasten der Ukraine laufen dürfe, sagte Laschet in einer außenpolitischen Diskussionsrunde der Münchner Sicherheitskonferenz am Samstag. „Sollte sich Präsident Putin an diese Regel nicht halten und es gegen die Ukraine einsetzen, kann man es jederzeit – selbst wenn die Pipeline fertig ist – auch wieder stoppen, weil dann die Geschäftsgrundlage weg ist. So einfach ist das.“

Zuvor hatte der Vorsitzende der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, auf den Satz von Kremlchef Wladimir Putin bei einer Rede in St. Petersburg Anfang Juni hingewiesen, die Ukraine müsse guten Willen zeigen, wenn sie dauerhaft Transitland für russisches Gas bleiben wolle.

Wie Laschet sagte auch Scholz, Putin habe bei der Pipeline sicher nicht nur wirtschaftliche Überlegungen, Deutschland sehe sie aber rein wirtschaftlich. „Es muss große Klarheit existieren, dass wir das fortsetzen, was wir schon angefangen haben, nämlich Sicherheit für die Ukraine zu gewährleisten“, betonte Scholz. Das Prinzip müsse auch in Zukunft sein: „Die Beeinträchtigung des Gastransits und der Sicherheit der Ukraine hat Konsequenzen für den möglichen Transit durch die dann fertig gestellt Pipeline. Darüber muss geredet werden.“

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock bekräftigte ihre Forderung, die umstrittene Pipeline gar nicht erst zu Ende zu bauen. Es stehe noch immer eine Genehmigung dafür aus. „Diese Genehmigung darf es nicht geben.“ Putin wolle mit Nord Stream 2 die Ukraine destabilisieren. Baerbock bezweifelte, dass der Gastransfer durch die neue Pipeline gestoppt würde, wenn Putin die alte Leitung durch die Ukraine abschalten sollte. Das könnte sich Europa gar nicht leisten. „Wir sind weiterhin von russischem Gas abhängig.“ Putins Kalkül sei es, erst die Pipeline zu bauen und dann den Westen mit seiner Abhängigkeit von russischem Gas und die Ukraine unter Druck zu setzen.

Putin hatte vor kurzem verkündet, dass die Rohre des ersten Stranges von Nord Stream 2 fertig verlegt seien. Nach russischen Regierungsangaben soll die Gaspipeline bis Ende dieses Jahres komplett fertiggestellt sein. Dann solle auch mit ihrer Befüllung begonnen werden.

Die Nord Stream 2-Pipeline soll mehr russisches Gas nach Westeuropa bringen. Sowohl osteuropäische Staaten als auch die USA haben das Projekt kritisiert. Die Bundesregierung weist die Warnung vor einer zu großen Abhängigkeit von russischem Gas zurück. Bis August solle eine Lösung gefunden werden, wie garantiert werden könne, dass die Ukraine auch künftig Transitland für russisches Gas bleiben wird, hatten sowohl Außenminister Heiko Maas (SPD) als auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angekündigt.

Mehr: Europa rüstet sich für Handelskriege – um sich vor wirtschaftlicher Erpressung zu schützen

  • dpa
  • rtr
Startseite
Mehr zu: Nord Stream 2 - Laschet und Scholz wollen Ostsee-Pipeline notfalls stilllegen
0 Kommentare zu "Nord Stream 2: Laschet und Scholz wollen Ostsee-Pipeline notfalls stilllegen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%