Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nach Wahl-Debakel Röttgen soll die Zeche zahlen

Norbert Röttgen wird zum Sündenbock der CDU für das historisch schlechte Abschneiden der Christdemokraten bei der NRW-Wahl. Jetzt soll Röttgen bluten. CSU-Chef Horst Seehofer stellt Röttgen als Umweltminister in Frage.
Update: 14.05.2012 - 07:33 Uhr 32 Kommentare
Durch die Tiefgarage verlässt Norbert Röttgen den Landtag in Düsseldorf nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen. Quelle: dpa

Durch die Tiefgarage verlässt Norbert Röttgen den Landtag in Düsseldorf nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf/Berlin/Köln CSU-Chef Horst Seehofer hat NRW-Wahlverlierer Nobert Röttgen (CDU) kritisiert und indirekt dessen Eignung als Bundesumweltminister in Frage gestellt. "Der Wahlausgang ist für die Union eine politische Katastrophe, die mich wirklich aufwühlt. Es ist ein Desaster mit Ansage", sagte Seehofer der "Bild"-Zeitung. Bundeskanzlerin "Angela Merkel und ich haben am Rande der Bundesversammlung Norbert Röttgen klar gemacht, dass diese Wahl für die gesamte Union von Bedeutung ist und dass man sich mit Haut und Haaren und jeder Pore in so einen Wahlkampf stürzen muss", sagte Seehofer.

Mit Blick auf Röttgens wichtigste Aufgabe als Bundesumweltminister, die Energiewende, sagte Seehofer: "Norbert Röttgen ist zuständig für eines der wichtigsten Projekte dieser Regierung. Die Menschen wollen endlich Antworten hören, wie es mit der Energiewende weitergehen soll, und sie wollen sehen, dass wir aufs Tempo drücken." Er hoffe, "dass der Bundesumweltminister mit dieser Herausforderung anders umgeht, als mit dem Wahlkampf in NRW."

Die CDU mit Röttgen an der Spitze hatte bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am Sonntag nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis heftige Verluste erlitten und kam nur noch 26,3 Prozent. Die SPD verbesserte sich auf 39,1 Prozent.

Die SPD fordert bereits laut und deutlich Röttgens Rücktritt als Umweweltminister. SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil hat den CDU-Politiker Norbert Röttgen nach der Wahlschlappe von Nordrhein-Westfalen zum Rücktritt als Bundesumweltminister aufgefordert. "Röttgen war nicht nur als Spitzenkandidat überfordert. Er ist es auch als Minister bei der Energiewende", sagte Heil der "Rheinischen Post". "Auch hier sollte er Konsequenzen ziehen". Röttgen gefährde im Dauerzwist mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) den Erfolg der Energiewende.

In der Union wiederum hat der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs, Bundesumweltminister Norbert Röttgen wegen seines Wahlkampfes in Nordrhein-Westfalen kritisiert. "Unser Ergebnis ist eine Katastrophe", sagte der CDU-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Mit Blick auf Röttgen und sein Wanken zwischen Berlin und Düsseldorf fügte er hinzu: "Das ist der Denkzettel dafür, wenn ich mich nicht entscheiden kann. Dann entscheidet sich der Wähler gegen mich."

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), sagte dem Blatt: "Es hätte der CDU geholfen, wenn Norbert Röttgen sich zu Beginn des Wahlkampfes für Düsseldorf entschieden hätte - und zwar ohne Wenn und Aber und auf dem Platz, den der Wähler ihm zuweist."

Allerdings sei dieses Thema "nicht entscheidend gewesen für das Wahlergebnis". Bosbach beklagte stattdessen "eine Addition von Debatten, mit denen wir die Wähler verunsichern". So gäben CDU und CSU beim Streit um das Betreuungsgeld "ein völlig diffuses Bild" ab. In der Auseinandersetzung um die Kürzung der Solarförderung hätten selbst CDU-Ministerpräsidenten dem eigenen Minister und Spitzenkandidaten zwei Tage vor der Wahl im Bundesrat ein Bein gestellt und die Kürzung abgelehnt.

Für den nordrhein-westfälischen CDU-Fraktionsvize Armin Laschet ist das schlechte Abschneiden seiner Partei ein "wirklich schmerzendes Ergebnis". Nachdem Spitzenkandidat Norbert Röttgen seinen Rücktritt als Landeschef ankündigte, wollte Laschet sich noch nicht dazu äußern, ob er selbst als Landesvorsitzender kandidiert.

"Ich will heute Nacht noch einmal darüber schlafen und dann sehen wir, wie wir das am besten machen", sagte Röttgens möglicher Nachfolger als Landeschef der Nachrichtenagentur dapd. Vor zwei Jahren unterlag Laschet Röttgen bei einer Mitgliederbefragung um den CDU-Parteivorsitz.

Auch die Frage nach einer Zusammenlegung von Fraktions- und Landesvorsitz könne erst Montag beantwortet werden. "Es ist ein starker Parteiwunsch, den ich auch höre. Eine Frage, die eine Tragweite bis 2017 hat, kann man aber nicht in wenigen Stunden beantworten", betonte Laschet.






  • afp
  • dpa
  • dapd
Startseite

32 Kommentare zu "Nach Wahl-Debakel: Röttgen soll die Zeche zahlen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nein, sie könne keine Sachtheme mehr diskutieren, wil sie keine Ahnung ahben
    Deutschland ist geistig, bildungsmäßig am Ende.
    Das beste Beispiel zeigen doch unsere derzeitigen Politiker. Es sind doch nur noch geistige Tiefflieger.
    Die vielen Schulreformen haben längst gewirkt
    Was Detuschland fehlt sind geistige Eliten

  • donolli
    Dann hätten die Wähler aber auch Frau Kraft abstrafen müssen, denn die SPD will unsre Gelder noch schneller verschleudern

  • Maglec...Solarstrom ist ziemlich wertloser Zufallsstrom. Deshalb blinkt weltweit keine Solarzelle aus technisch/wirtschaftlichen Gründen, sondern aufgrund von Visionen und den darauf basierenden Subventionen.
    Mit der finanziellen Knappheit der Altindustriestaaten lassen sich die Subventionen nicht mehr tragen und so werden die Installationen von Solarzellen zurückgehen.

    Sie mögen 60 - 100 neue KKW, Stillegungen dürften durch Leistungssteigerungen bestehender Kraftwerke kompensiert werden, gering erachten, im Verhältnis zu Solarzellen ist dies sehr viel.

    Vandale

  • ich auch, aber mit meinem eigenem Strom vom Dach und vom Wind.
    Bauen Sie sich doch ihr eigenes KKW.

  • Wie in der Politik geht es auch in diesem Forum wieder hauptsächlich um Personen. Die Wahlbeteiligung war entsprechend gering. Röttgen ist für sein Verhalten, dass ein Beispiel der Art und Weise wie unsere PolitikerInnen verfahren ist, sich bloß nicht festzulegen abgestraft worden. Wann wird es endlich wieder um Inhalte gehen. Viele Herausforderungen für NRW und die BRD sind zu klären. Die BürgerInnen fühlen sich zu recht nicht ausreichend beteiligt. Es reicht heute nicht mehr, alle 4 oder 5 Jahre ein Kreuz machen zu dürfen. Ständig diskutieren die Parteien über Personalien, wann sind die Sachthemen dran?

  • ... für Informationen bin ich immer zu haben. Vielen Dank. Die schwierige Situation deutscher Solarfirmen ist mir allerdings seit langem bekannt.

    Aber wieso schließen Sie daraus, das 3,75 GW/Jahr (30 GW bis 2020) bis 5 GW/Jahr (40 GW/Jahr) an Zubau überzogen sind? Die Module werden immer leistungsstärker und preiswerter und im 1. Quartal wurden bereits 1,9 GW installiert. So gesehen sind die 4-5 GW jährlich eher konservativ geschätzt.

  • 14.05.2012, 10:02 Uhr Anonymer Benutzer: Maglev

    Elite mein freund Elite !!!
    Ich heize meine Wohnung noch elektrisch wenn sie längst im dunkeln sitzen !!!
    Das aber haben sie so gewollt als sie "abschalten sofort" gebrüllt haben !

    Aber bitte , jeder wie er will .

  • Die deutsche Solarbranche wankt, eine Pleite jagt die andere. ...
    Pleitewelle in der Solarbranche in Deutschland: Q-Cells gibt auf – und geht in die Insolvenz - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/news/verschuldeter-solarkonzern-q-cells-stellt-insolvenzantrag-_aid_731696.html


    http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article106149634/Q-Cells-duerfte-nicht-die-letzte-Solar-Pleite-sein.html

    http://www.verivox.de/nachrichten/siag-pleite-windkraftbranche-steuert-in-die-krise-84979.aspx


    Vielleicht sind ihre Informationen einige Jahre alt und diese Beiträge könnten ihre Euphorie kräftig einbremsen und ihre abgehobenen Vorstellungen einer Energieversorgung auf den Boden des machbaren zurück holen .
    Information ist eben alles mein freund .

  • Es wurde ein Landtag gewählt , Röttgen und Kraft haben sich zur Wahl gestellt , Lindner der die FDP zu absoluten höhen verhalf ist der Eindeutige Sieger .
    Merkel stand nie zur Wahl , dieses Ergebnis für oder gegen die CDU ist einzig und allein dem Herrn Röttgen zuzuschreiben !
    Die Fehler waren zu zahlreich , der größte sein unklarer Standpunkt , Bund oder Land , das hätte er vorher eindeutig klar stellen sollen !

    Rötgen hat die Konsequenzen zu tragen , er sollte den Platz für Kompetentere Personen frei machen !
    Die CDU hat da einiges zu bieten .

  • ..der Fisch stinkt vom Kopf und da sitzt Merkel und sitzt alles was da um sie passiert einfach aus.

    Schuld sind die anderen und sie hält sich raus! Selbst Schuld Röttgen, hauptsache Mutti fährt keiner an den Karren! Schnell alles schlucken, er ist jetzt wirklich ganz persönlich an allem Schuld um ja den Posten in Berlin zu behalten! Vor der Wahl hörte sich das komplett anders an!
    Das sind Politiker die das Land n i c h t braucht!!

    Wie "blöd" muss ein Volk sein um da nicht durchzublicken???? Zumindest in NRW scheinen es die Menschen kapiert zu haben, aber was ist mit dem Rest?

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote