Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Nordrhein-Westfalen Wahl 2017

FDP-Wahlkampfauftakt in NRW Lindners Balanceakt

Seite 2 von 2:
Spagat zwischen Land und Bund

Wie um die eigene Überflüssigkeit zu demonstrieren, steht zwar noch ein vereinsamtes Rednerpult in der hinteren Ecke, aber Christian Lindner würdigt es selbstverständlich keines Blickes. Mit einem kleinen Mikrofon an der Wange redet er frei und mit viel emotionalen Ausreißern an den richtigen Stellen: Inklusion, Bildung, Wirtschaft, Sicherheit, Rechtspopulismus.

Und dabei springt Lindner nicht nur von Thema zu Thema, sondern versucht auch ständig den Spagat zwischen Land und Bund. Der NRW-Vorsitzende wird in diesem Jahr sowohl bei den Landtagswahlen als Spitzenkandidat antreten, als auch bei der kommenden Bundestagswahl.

Mit seiner Themensetzung bleibt er aber dann doch meistens in der Bundespolitik. Und betont die urliberalen Themen: Mehr Freiheit für die Wirtschaft, weniger Einmischung vom Staat. Das Entgeltgleichheitsgesetz sei ein Witz, Unternehmer dürften nicht als Betrüger abgestempelt werden und Schulen und Universitäten sollen wieder mehr Selbstbestimmung haben. In Sachen G8 oder G9 und bei der Erhebung von Studiengebühren zum Beispiel.

Umfragen in Nordrhein-Westfalen stehen aktuell bei sieben Prozent. Zweistellig wolle man aber schon werden. Die FDP, sie will wieder ganz vorne mit dabei sein in diesem Jahr. Parteichef Lindner sorgt für den nötigen Optimismus. Im Moment würde Politik mit Angst gemacht. Die angekündigte „rechtspopulistische Sturmflut“ dieses Jahr aber, sehe er nicht.

In Frankreich „liegt nicht Marine Le Pen vorne und in den Niederlanden nicht Geert Wilders“. Man müsse den Rechtspopulisten eben zeigen, „dass sie nicht das Volk sind“, fordert Lindner mit derselben Überzeugung, mit der er seine Partei dieses Jahr wieder in den Düsseldorfer Landtag und zurück in das Berliner Parlament führen will.

Viele fürchten, dass der doppelt kandidierende Lindner im Wahlkampf ein Hindernis sein könnte. Aber es ist nicht das erste Mal, dass ein Kandidat zweigleisig fährt: Gerhard Schröder, hatte seinen Erfolg bei der Landtagswahl in Niedersachsen im März 1998 als Generalprobe für die Kanzlerkandidatur im Oktober des gleichen Jahres genommen. Und die Wähler haben es ihm goutiert.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "FDP-Wahlkampfauftakt in NRW: Lindners Balanceakt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote