Nordrhein-Westfalen Wahl 2017

TV-Duell in NRW Die Qual der Wahl

Knapp zwei Wochen vor den Wahlen in NRW machen die beiden Spitzenkandidaten von SPD und CDU im TV-Duell eines deutlich: Die großen Unterschiede sucht man zwischen Hannelore Kraft und Armin Laschet vergeblich.
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Armin Laschet, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, und die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) debattieren im Fernsehstudio. Am 14. Mai findet in Nordrhein-Westfalen die Landtagswahl statt. Quelle: dpa
TV-Duell zur NRW-Wahl

Armin Laschet, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, und die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) debattieren im Fernsehstudio. Am 14. Mai findet in Nordrhein-Westfalen die Landtagswahl statt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfHannelore Kraft wirkt in ihrem SPD-roten Blazer selbstsicher und ruhig, während sie entspannt lächelnd in die Kamera schaut, die Hände auf dem Pult vor sich gefaltet. Armin Laschet (CDU) steht mit heruntergezogenen Mundwinkeln und zusammengekrümmten Augenbrauen neben der amtierenden Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen und versucht krampfhaft, nicht angestrengt auszusehen.

Auf den ersten Blick wirken die Spitzenkandidaten der zwei größten Parteien, als ob sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Aber nach 60 Minuten TV-Duell wird klar, dass das einzige, was SPD und CDU in NRW trennt, die Anzahl der Wählerstimmen ist.

Eigentlich also alles wie gehabt in der „Wahlkampfarena“, in die der WDR am Dienstag, zwölf Tage vor den Landtagswahlen zwischen Rhein und Ruhr geladen hat. Die Themen sind vorgegeben: Innere Sicherheit, Bildung, Infrastruktur, Wirtschaft und Wunschpartner bei der Regierungsbildung.

Die Wahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland werden vor allem im politischen Berlin mit Spannung erwartet, sie gelten als Blaupause für den Bund. Obwohl die SPD seit der Ernennung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten Mitte Januar verlässlich die Umfragen angeführt hatte, konnte die CDU ihren Abstand zur Regierungspartei in der vergangenen Woche zum ersten Mal verkleinern. Die SPD würde demnach auf 34 bis 37 Prozent, die CDU auf 27 bis 34 Prozent kommen.

Armin Laschet werden allgemein hin nicht viele Chancen auf den Wahlsieg ausgerechnet, weswegen der gebürtige Aachener gleich zu Beginn aufs Ganze geht, während die SPD-Vorsitzende sich noch in vornehmer Zurückhaltung versucht.

Ein Thema, bei dem Laschet verlässlich punkten kann, ist wie so oft in den letzten Wochen, die Innere Sicherheit. Hier hat er einen großen Vorteil: Er kann der Amtsinhaberin alles vorhalten, was in NRW nicht rundläuft.

So gehen SPD, FDP und Co. auf Stimmenfang
Die Ein-Mann-FDP
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Anders als bei den anderen Parteien, ist das einzige Motiv bei der FDP auf jedem Plakat der Parteivorsitzende Christian Lindner. Er ist auf deutlich mehr als 1000 Großplakaten in ganz NRW zu sehen. Lindner tritt nicht nur im Rheinland, sondern auch für die Bundestagswahlen im September als Spitzenkandidat an. Und die Liberalen setzen wortwörtlich alles auf eine Karte.

#NRWIR-SPD-Slogan
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Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft und ihre Partei setzen auf den Slogan '#nrwir'. Die Kernthemen sind klar: Familie, Bildung und Wirtschaft.

Der Hund
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Die SPD scheint auf den Hund gekommen. Das ist auch CDU-Konkurrent Armin Laschet aufgefallen. Der kontert mit Sprüchen wie „Die NRW-SPD ist auf den Hund gekommen" und „Wir lassen NRW nicht vor die Hunde gehen“.

Vorwurf gegen die CDU
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Unter den 5 Millionen Euro von der letzten Wahl 2012, sollen die Kosten liegen. Erstmals setzte die Landespartei auch im größeren Umfang auf mobile Plakate - also Kleinlaster, die mit CDU-Botschaften durch NRW fahren. Der Spruch „Zuhören. Entscheiden. Handeln” – lautet allerdings ein Vorwurf der politischen Gegner – gehe auf den SPD-Politiker Gerhard Schröder im niedersächsischen Landtagswahlkampf 1994 zurück. Die CDU weist die Kritik allerdings zurück. Armin Laschet habe den Spruch bereits 1993 verwendet.

Grünen-Kampagne mit Herz
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Leitmotiv für alle Plakate und Aktionen soll das Motto „Zusammen ist es NRW“ sein. Die Grünen wollten „Vielfalt als Merkenzeichen unseres Landes sichern gegen Rechts“, sagte Löhrmann. Mit über 1.000 Plakat-Großflächen soll der Werbeaufwand gegenüber der NRW-Wahl 2010 verfünffacht werden. Angesichts der aktuellen Umfragen, die die Grünen bei sechs Prozent sehen, braucht die Noch-Regierungspartei jede Stimme. Anstatt Menschen, zeigen die Grünen öfter Dinge oder Gegenstände. Zum Beispiel ein Windrad und darunter der Spruch: „Mehr Zukunft. Mehr Arbeit.“

Die Linke zeigt Stärke
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Die Landessprecher der Partei „Die Linke“, Özlem Alev Demirel und Christian Leye, enthüllen in Düsseldorf ein NRW-Wahlplakat, um ihre Kampagne zur Landtagswahl vorzustellen: Die Plakat-Serie mit dem „starken“ Arm zieren unterschiedlichste Wahlbotschaften wie – Zeig Stärke „... gegen sexuelle Belästigung in Wort und Tat“, „... für mehr soziale Gerechtigkeit“ oder auch „... für die Freiheit zu lieben, wen du willst“. Die Kampagne soll unterschiedlichste Menschen „verschiedener sozialer und kultureller Milieus“ zeigen und bei der „Enttäuschung vieler Menschen von „Politiker/innen““ ansetzen.

AfD
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Die AfD wirbt mit ihren üblichen Wahlkampfthemen. Das Plakat mit dem Schriftzug „Rheinische Post: Angekommen im Postfaktischen“, zielt auf die Debatte und die Vorwürfe einer „Lügenpresse“ ab. Ein weiteres Bild zeigt eine alte Frau die Flaschen sammelt, mit der ironischen Aufschrift „Früchte eines arbeitsreichen Lebens“. Die AfD setzt weiterhin auf ihre Strategie, die etablierten Parteien zu kritisieren und sich als Partei „der kleinen Leute“ zu präsentieren.

Weil die Sicherheitsbehörden in NRW den islamistischen Attentäter von Berlin, Anis Amri, nicht vorher gestoppt haben, obwohl es genug Anlässe für eine Inhaftierung gegeben hatte, steht Krafts Innenminister Ralf Jäger stark in der Kritik. Eigentlich ist er schon seit den Ereignissen an Silvester 2015 in Köln unter Dauerbeschuss.

Das Thema Innere Sicherheit wird deswegen ein Selbstläufer für CDU, FDP und Linke, die keine Chance ungenutzt lassen, Kraft immer wieder aufzufordern ihren Innenminister „endlich“ zum Rücktritt zu zwingen.

Kraft, nunmehr seit sieben Jahren im Amt, muss sich verteidigen. Und stellt sich zunächst hinter Jäger: „Bisher gibt es für mich keinen Anlass, ihn nach Hause zu schicken.“

Beim Thema Integration einig
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10 Kommentare zu "TV-Duell in NRW: Die Qual der Wahl"

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  • Ich wäre in NRW auch "selbstsicher und ruhig", wenn ich von Personenschützern umgeben wäre, und mir die Polizei rund um die Uhr Haus und Eigentum bewachen würde.

  • @Herr Kuno van Oyten

    Mit dumpfen rechten Schlägern meinen und verwechseln Sie doch sicherlich die Antifa, die überall Randale macht, unangebrachte "Gegendemonstrationen" praktiziert und es insbesondere auf Polizisten abgesehen hat.

  • Alles ist Friede, Freude, Eierkuchen, so wie es der deutsche Michel eben mag.

  • Wer ein Land schlecht redet, wie Merkel derzeit NRW, wird keine Wahl gewinnen. Die Wähler werden das durchschauen, wie demnächst die Wahlen in NRW zeigen werden.
    Merkel und Laschet reden NRW schlecht! Das ist nicht sehr originell, behauptet Merkel doch, auch Schulz würde Deutschland schlecht reden. Irgendwie dreht sie sich abgewirtschaftet im Kreis - kein Wunder: nach 12 Jahren Kanzlerschaft. 12 Jahre sind genug! Lasst sie und Laschet weiter kreisen, aber bitte auf einer anderen Umlaufbahn!
    Schulz ist frischer, unverbrauchter, gerechter - einfach besser für das Land!
    Und im übrigen: nach der Wahl ist vor der Wahl:
    http://youtu.be/0zSclA_zqK4
    Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!
    PS: Glaubt keinen Wahlversprechen von Merkel. Es könnte eine Mau(s)t oder eine Obergrenze für gebrochene Wahlversprechen herauskommen!

  • Das Problem der deutschen Politik auf Bundesebene offenbart sich offensichtlich auch auf Landesebene. Seit der Sozialdemokratisierung der CDU durch A. Merkel haben wir nur noch linke Parteien im BT und keine wirkliche Opposition mehr. Die rot-grüne Landesregierung hat in NRW so ziemlich alles falsch gemacht und sich mit so ziemlich allen gesellschaftlichen Gruppierungen außer dem ÖD angelegt. Und die CDU geht auf keine der Miseren in NRW ein. Die Hetze gegen Selbständige durch die Finanzverwaltung (o. k., Walter-Borjahns ist inzwischen zurück gerudert, aber der angerichtete Schaden ist immens), die Spitzenreiterposition im Bereich Einbrüchen und Staus (gestern waren es schon über 300 km in NRW), die reingelegten Kneipenwirte, die Landwirte, die Eltern schulpflichtiger Kinder, Eigenheimträumer, Mieter usw. usf. Eigentlich kann keine dieser Gruppen mehr die SPD oder schlimmer noch die Grünen wählen, sofern man nicht im gepamperten ÖD beschäftigt ist. Aber die sozialdemokratisierte CDU ist nicht in der Lage, auch nur ansatzweise Oppositionsarbeit zu leisten. Alleine die Erhöhung der Grunderwerbssteuern auf 6,5% zeigt doch, dass Grüne und SPD alle mögliche sind, aber auf keinen Fall sozial. In der nun ablaufenden Legislaturperiode in NRW ist mir eigentlich nur die FDP als ernsthafte Oppositionspartei aufgefallen. Gem. aktueller Umfragen wird diese Leistung der FDP dann auch honoriert.

  • Wo soll auch in der Einheitspatrei der Unterschied sein ? Der Dienstwagen ?

  • "Die großen Unterschiede sucht man zwischen Hannelore Kraft und Armin Laschet vergeblich."

    Laschet hätte glatt Wahlkampfmanager für Kraft machen können. Wenn er Ambitionen haben sollte, NRW-Ministerpräsident zu werden, dann kann er das ganz gut verbergen.

  • @ Herr Marc Hofmann - 03.05.2017, 08:41 Uhr - Was ist wohl besser die dumpfen rechten Schläger oder die Terrorverdächtigen. Ich denke vom ersteren Pack gibt es ein paar zu viele. Gegen Verblendung hat noch nie etwas geholfen, nicht mal die Einsicht, denn die kommt immer zu spät.

  • Der Korpsgeist zwischen Politikern ist stärker als noch bei der Privatarmee des Bundestages . Ob in NRW oder im Bundestag , man bildet eine Einheit mit fundamentalen Interessen und tut sich bei Wahlen schon lange nicht mehr weh.

    Das ist nichts neues weil schon seit Jahren nur das eigene Interesse zählt und weniger das Interesse für das Land.

    Wir sehen wie das Land immer weiter gesellschaftlich abbaut. Es gibt immer mehr Verbote ein Zeichen von Unfähigkeit und der Versuch über Kontrolle die macht über die Bürger zu erhalten.

    Bei Laschet der Günstling von Merkel weis man , dass er nicht weniger verlogen ist wie Kraft oder ihr unsäglicher Innenminister.

    Daher sollte gerade die Presse mittlerweile erkennen, wie eine Verselbständigung der Bürger in den Staaten erkennbar wird. man braucht die Politik nicht und interessiert sich auch nicht mehr dafür. Ein Weg den gerade Frankreich und Deutschland gehen. In NRW kann man sehen das auch Landespolitik nicht mehr ankommt. Es gibt nur die weiter so Politik wie bisher , egal ob Kraft oder Laschet.

  • In diesem Artikel geht es auch um die zwei falschen Parteien.
    Ich glaube ich muss nicht mehr erwähnen welche Partei ich als einzige Lösung bevorzuge...dafür lässt mich das HBO schon seit Monaten Propaganda machen. Danke

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