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NRW-Wahlkampf Das Rentner-Debakel bei Mannesmann

Mülheims Oberbürgermeister Scholten holt die Vergangenheit ein. Als Personalmitarbeiter der Mannesmann-Röhrenwerke half er den Stellenabbau mit Steuergeldern und EU-Mitteln zu finanzieren. Geschädigte berichten – mit Wut im Bauch.
11.05.2017 Update: 15.05.2017 - 15:34 Uhr 14 Kommentare
Der Oberbürgermeister von Mülheim war vor seiner Zeit als Politiker Personalmitarbeiter bei den Röhrenwerken von Mannesmann.
Ulrich Scholten

Der Oberbürgermeister von Mülheim war vor seiner Zeit als Politiker Personalmitarbeiter bei den Röhrenwerken von Mannesmann.

Düsseldorf Kämpferisch gibt sich die SPD am vergangenen Samstag in Mülheim. Martin Schulz ist aus Berlin gekommen, Hannelore Kraft aus Düsseldorf und Ulrich Scholten aus seinem Rathaus in Mülheim. Die Sonne scheint, 20 Grad, perfektes Wahlkampfwetter. Am 14. Mai wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt. In der heißen Wahlkampfphase geht es um jede Stimme.

„Wir wollen das Land menschlicher und gerechter machen, dafür steht auch die Stadt Mülheim“, ruft NRW-Ministerpräsidentin Kraft der Menge zu. Mülheims Oberbürgermeister Scholten steht währenddessen ein paar Meter entfernt. Er wird die Bühne nicht betreten, und er wird auch keine Rede halten. Während die beiden Spitzenkandidaten seiner Partei wieder für mehr soziale Gerechtigkeit kämpfen, geht Scholten in seiner grünen Übergangsjacke und den beigen Hosen im Wahlvolk unter.

Ulrich Scholten war vor seiner Zeit als Oberbürgermeister von Mülheim Mitarbeiter der Personalabteilung bei den Mannesmann-Röhrenwerken am Standort Mülheim – und damals hat er es mit der sozialen Gerechtigkeit nicht ganz so genau genommen.

Ein übler Trick - zulasten der Rentner

Einer, der das weiß und jetzt Wut im Bauch hat, ist Friedhelm Brors. Ein kalter Wintertag 2017, ein Wohnzimmer, wie es sie viele gibt im Duisburger Stadtteil Buchholz. Doch auf dem Couchtisch von Brors liegt etwas Besonderes. Teils jahrzehntealte Aktenvermerke in Klarsichthüllen.

Verträge seiner einstigen Kollegen bei den Mannesmann-Röhrenwerken. Brisante Dokumente, von denen Brors sich einfach nicht lösen kann. Der Mann sieht sich in eine Affäre verwickelt, die Hunderte von Menschen schädigt.

Beim Bäcker, im Supermarkt, in der Kneipe, überall begegnet Brors Männern, die ihm einst vertrauten. Kollegen, die heute so alt sind wie er – knapp 70 und abhängig von der Rente, die sie bei Mannesmann verdienten. Doch genau dort, sagt Brors, liegt das Problem. Durch einen üblen Trick sei es dem Mannesmann-Management in den 1990er-Jahren gelungen, eine Verrentung ihrer Mitarbeiter zum Spartarif durchzuziehen.

„Meine Kollegen wurden nicht nur kalt entsorgt. Sie wurden betrogen.“
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14 Kommentare zu "NRW-Wahlkampf: Das Rentner-Debakel bei Mannesmann"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Herr Robbie McGuire

    Entschuldigung - ich hatte ohne Nachkontrolle leider den verkehrten Namen kopiert.

    Sie haben natürlich vollkommen recht.

  • Herr Peer Kabus11.05.2017, 14:41 Uhr
    @Herr Uwe Baden & Herr Robbie McGuire

    Sie adressieren leider an die verkehrte Stelle. Die "Geschädigten" sind nicht dafür verantwortlich, dass Sie hier ihr Leid und die Ihnen widerfahrene "Ungerechtigkeit" öffentlich ohne jede Einschränkung beklagen durften.

    Werter Herr Kabus,
    in welcher Textstelle lesen Sie meinen Kommentar zu den Geschädigten.

    Und nur mal so zur Info: ich habe mich in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts aus einem Unternehmen der so genannten Montanindustrie verabschiedet und mich bei einem neuen Arbeitgeber engagiert. Die so genannten Sozialpläne in Montanbetrieben starteten bereits Mitte der 1970iger Jahre und sind mir bestens bekannt.

  • @Herr Uwe Baden

    Wenn Sie meinen an Herrn Iversen gerichteten Kommentar lesen, werden Sie feststellen, dass es zwischen Ihnen und mir in den Auffassungen keinen Widerspruch gibt - außer in dem Punkt, wer verantwortlich für diesen Artikel ist.

  • @Peer Kabus
    " nicht dafür verantwortlich", dass sie bei einem mutmasslichen Sozialbetrug mitgemacht haben? Sehe ich anders angesichts des einvernehmlichen Arbeitgeberwechsels.
    Und welches Leid hat denn hier wer erfahren, ausser dem Steuerzahler, der mal wieder die Taschen aller Beteiligter Parteien füllen durfte inkl. der Frührentner?

  • @Herr Uwe Baden & Herr Robbie McGuire

    Sie adressieren leider an die verkehrte Stelle. Die "Geschädigten" sind nicht dafür verantwortlich, dass Sie hier ihr Leid und die Ihnen widerfahrene "Ungerechtigkeit" öffentlich ohne jede Einschränkung beklagen durften.

  • PS
    Die Tränendrüsendrückerei im Artikel ist ganz schön daneben.

    Die verpennte Vertrauensschutzerklärung wurde lt. Artikel wohl längst nachgeliefert (Zitat: Erst als er sich vehement wehrte, besserte der Arbeitgeber, bei dem er nie gearbeitet hatte, nach.). D.h. der angeblich "Geschädigte" hat keinen Rentenabschlag erlitten und regt sich heute künstlich darüber auf, dass sich seine Betriebsrentenerhöhung nach der Lage des neuen Arbeitgebers richtet. Einen nennenswerten Schaden hat er nicht, statt dessen durch seine Mitarbeit beim "Sozialbetrug" einen vorteilhaften Sozialplan genossen.

  • Geschädigte berichten - mit Wut im Bauch: Bei dem Schmuh des Firmenwechsels haben die "Geschädigten" aus Eigennutz mit gemacht. Und jetzt sind sie wütend, weil dabei etwas schief gelaufen ist (die verpennte Vertrauensschutzerklärung). Frechheit nenne ich so was.

  • Herr Sönke Iversen,

    wenn ich mich richtig erinnere, so hatte wir schon einmal das Vergnügen. Also auf ein Neues.

    Ich bin wahrlich nicht als „Freund“ der SPD bekannt – aber eines stört mich an dem Artikel.

    Lt. journalistischer Darstellung kam nur die HKM in Duisburg vom Konzern in den Genuss der MVU-Regelungen – die Werke in Düsseldorf & Mülheim jedoch nicht. Sofern ich Inhalt richtig verstanden habe, hat man bei Mannesmann dann Subventionsbetrug (da würde ich mich als damals Mitbeteiligter Heute an nichts mehr erinnern können) begangen, indem aus dem Werk in Mülheim Mitarbeiter nachträglich als schon immer im Werk Duisburg Tätige umfunktioniert wurden, damit die für 5 Jahre 90 % ihrer Nettobezüge weiter bekamen und abschlagsfrei in die vorzeitige Rente gehen konnten.

    Das alle Beschäftigten in Mülheim und Düsseldorf diese „Umwidmung“ ihrer Beschäftigung erhielten, kann ich dem Artikel nicht entnehmen.

    Mir stellt sich also die Frage, was wäre mit diesen Mitarbeitern ohne „Umfirmierung“ passiert?

    Garantiert nahtlose Weiterbeschäftigung bis zum Renteneintrittsalter?

    Oder doch Arbeitslosigkeit?

    Bevor Sie mir dazu keine konkrete Antwort geben, Herr Iversen, kann ich natürlich keine Meinung zu der Qualität des Artikels geben.

    Mit freundlichen Grüßen

    Kabus

  • Herr Marc Hofmann11.05.2017, 13:20 Uhr
    Alles möglich unter der Grün Sozialistischen Merkel Regierung.

    So, so Angela Merkel war schon in den 90iger Jahren des letzten Jahrtausends deutsche Kanzlerin. Aber so ist das mit dem Überfliegerkommentator, der gibt Statements ab, die einem Baron Münchhausen die Show stehlen würde.

  • Korrigiere, sie bekommen 90% für 5 Jahre.

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