OECD: Bei Steuern und Abgaben ist Deutschland Vizeweltmeister
Die steuerliche Belastung für Arbeitnehmer in Deutschland ist deutlich höher als in anderen Ländern.
Foto: DigitalVision/Getty ImagesBerlin. Deutschland liegt bei der Belastung von Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben unter den Industrieländern auf dem zweiten Platz. Nur in Belgien muss ein Durchschnittsverdiener höhere Steuern und Abgaben zahlen als hierzulande. Dies geht aus einer Studie der Industrieländerorganisation OECD hervor, die jährlich die Steuer- und Abgabenlast unter ihren Mitgliedstaaten vergleicht.
Von dem Durchschnittsverdienst eines Singles gingen demnach im Vorjahr 47,8 Prozent seines Gehalts in Form von Steuern und Sozialbeiträgen ab. Das sind zwar 0,3 Prozentpunkte weniger als 2021, bedeutet aber immer noch die zweithöchste Belastung unter allen Ländern. Zum Vergleich: Der OECD-Schnitt lag bei 34,6 Prozent.
In diesen Angaben enthalten sind die zu zahlende Einkommensteuer sowie die Sozialbeiträge, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils abführen. Betrachtet man nur die Einkommensteuer und die Arbeitnehmerbeiträge, ändert sich an der Belastung wenig. Auch dann liegt Deutschland hinter Belgien auf Platz zwei.
Anders als oft behauptet ist laut OECD auch die Belastung für Familien in Deutschland zunächst hoch. Eine Familie mit zwei Kindern, in der beide Ehepartner arbeiten, muss im Schnitt 40,8 Prozent von ihrem Einkommen in Form von Steuern und Abgaben an den Fiskus abtreten. Auch hier ist nur für belgische Familien die Belastung höher.