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OECD-Studie Langzeitarbeitslosigkeit bleibt großes Problem

Deutschland gilt als Fels in der Brandung der Eurokrise und wird immer wieder als Vorbild für andere Länder benannt. Schattenseiten werden selten beleuchtet: Wer hierzulande arbeitslos ist, bleibt es oft besonders lang.
03.09.2014 Update: 03.09.2014 - 12:58 Uhr 2 Kommentare
Die Kehrseite der deutschen Krisenfestigkeit: In Deutschland gibt es unter den Arbeitslosen besonders viele, die ein Jahr und länger nach neuer Beschäftigung suchen. Quelle: dpa

Die Kehrseite der deutschen Krisenfestigkeit: In Deutschland gibt es unter den Arbeitslosen besonders viele, die ein Jahr und länger nach neuer Beschäftigung suchen.

(Foto: dpa)

Berlin Trotz Fortschritten bekommt Deutschland einer Studie der Industriestaaten-Organisation OECD zufolge das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit nicht in den Griff. „Seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 ist sie so stark zurückgegangen wie in keinem anderen OECD-Land“, erklärte die 34 Mitgliedsstaaten zählende Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch in ihrem Beschäftigungsausblick. „Sie ist allerdings immer noch wesentlich ausgeprägter als im Rest der OECD.“ Nahezu 45 Prozent aller Arbeitslosen in Deutschland seien länger als ein Jahr ohne Job, im OECD-Schnitt nur 35 Prozent.

Die Betroffenen und deren Familien bringe das in eine schwierige Lage. Zudem könne sich Langzeitarbeitslosigkeit verfestigen und zu einem strukturellen Problem werden. „Deutschland sollte daher Programme ausweiten, die Langzeitarbeitslosen gezielt Lohnsubventionen, Beratung, Weiterbildung und Weiterbetreuung im neuen Job anbieten“, sagte OECD-Expertin Kristine Langenbucher.

Insgesamt sei Europas größte Volkswirtschaft aber auf gutem Wege. Die nach internationalen Maßstäben berechnete Arbeitslosenquote dürfte 2015 unter fünf Prozent fallen. Schon jetzt liege sie mit 5,1 Prozent unter dem OECD-Schnitt von 7,4 Prozent und dem des Euro-Raums von 11,6 Prozent. Die Beschäftigungsquote zähle zu den höchsten der Industriestaaten: 73,4 Prozent der Personen im erwerbsfähigen Alter hätten einen Job.

Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt, stellt auch das World Economic Forum in seiner jährlichen Studie zur Wettbewerbsfähigkeit fest. Dabei verlor Deutschland einen Platz und nimmt von 114 untersuchten Staaten nun den fünften Rang ein. „Deutschlands Wirtschaft könnte noch wettbewerbsfähiger sein, wenn der Arbeitsmarkt effizienter gestaltet wird“, heißt es in der Studie. „Angesichts des rückläufigen Bevölkerungswachstums bedarf es eines ganzheitlichen Konzeptes für die Einwanderung und für mehr Anreize für Frauen, am Erwerbsleben teilzunehmen.“ Nur so könne für genügend Talente gesorgt werden, die den Wohlstand sicherten. Angeführt wird die Rangliste das sechste Jahr in Folge von der Schweiz, vor Singapur, den USA und Finnland.

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    Die OECD bezeichnete die Beschäftigungsqualität in Deutschland als gut. So gehöre der Durchschnittsverdienst in Deutschland zu den höchsten im OECD-Raum, während die Einkommensungleichheit vergleichsweise gering sei. „Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist relativ gering“, heißt es in der Studie. „Zudem sichert das deutsche Sozialsystem Arbeitslose und ihre Familien effektiv ab.“ Bei der Qualität des Arbeitsumfeldes schneidet Deutschland vergleichsweise schlecht ab. 2010 hätten 19 Prozent der Arbeitnehmer über schwierige und stressige Arbeitsbedingung geklagt, etwa großen Zeitdruck, schwierige Aufgaben oder unzureichende Unterstützung im Job.

    Bemängelt wird auch der große Unterschied in der Arbeitsplatzsicherheit von befristeten und unbefristeten Jobs. Befristete Anstellungen seien oft kein Sprungbrett in einen permanenten Jobs. Die OECD begrüßt die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro. Dieser Stundensatz berge allerdings Risiken für die Beschäftigungschancen von Arbeitskräften in bestimmten Regionen sowie mit wenig Erfahrung oder geringen Qualifikationen. Die Folgen müssten beobachtet werden. „Im Bedarfsfall sollten Anpassungen vorgenommen werden“, rät die OECD.

    • rtr
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    2 Kommentare zu "OECD-Studie: Langzeitarbeitslosigkeit bleibt großes Problem"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Firmen verdienen an Arbeitslosen.
      Wenn z. B. ein Pflegeheim (oder andere) einen Arbeitslosen als 1 €-Jobber einstellen, erhalten sie von ARGE dafür mehr als 300 Euro.
      Also wäre doch ein Areitgebr blöd, einen Arbeitsloeen richtig einzustellen

    • Problem? Warum haben wir Argen, Jobcenter und Unternehmensberater? Nur Menschenfeinde, bzw. faule, unfähige Mitarbeiter, die für jeden Arbeitslosen Prämie erhalten???

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