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OECD-Umfrage Deutsche machen sich stärker als andere Europäer Sorgen um ihre Rente

Eine Umfrage in Industriestaaten zeigt: In Deutschland haben 76 Prozent der Menschen Angst vor Altersarmut. In Norwegen, Frankreich und Dänemark sind es deutlich weniger.
2 Kommentare
OECD-Umfrage: Viele Deutsche machen sich Sorgen um ihre Rente Quelle: dpa
Debatte um Zuschussrente

Viele Deutsche haben Angst davor, dass genau das nicht klappt, also ihre Rente nicht zum Leben reichen wird.

(Foto: dpa)

Berlin Rente ist für Politiker in Deutschland ein Gewinnerthema. Zumindest legt dies eine neue Umfrage der Industrieländer-Organisation OECD nahe. 76 Prozent der Deutschen nannten, langfristig betrachtet,  die „finanzielle Situation im Alter“ als ihre Hauptsorge.

Die Ökonomen befragten insgesamt 22.000 Erwachsene aus 21 Industrieländern, welche wirtschaftlichen und sozialen Risiken sie wirklich beunruhigen. In Deutschland wünschen sich demnach 78 Prozent der Befragten von der Bundesregierung, dass sie mehr für ihre wirtschaftliche und soziale Sicherheit tut.

Allerdings ist dieser Wunsch nicht nur in Deutschland weit verbreitet. Noch höhere Zustimmungsraten für mehr soziales Engagement der Regierungen gibt es in Griechenland, Chile, Mexiko, Portugal und Litauen. In den stärker als Deutschland umverteilenden Ländern Norwegen, Frankreich und Dänemark ist die soziale Zufriedenheit offenbar größer: Mehr Engagement der Regierungen verlangt dort jeweils weniger als die Hälfte der Bevölkerung.

Maßnahmen zur Armutsbekämpfung erhalten in Deutschland jedenfalls großen Zuspruch: 77 Prozent der  Deutschen finden, dass Reiche stärker besteuert werden sollten, damit die Regierung Ärmere stärker unterstützen kann. Auch in Österreich finden das mehr als 70 Prozent, sogar in den USA erhält diese Aussage mehr als 60 Prozent Zustimmung.  

Wenn es um die Rente geht,  wären viele Deutsche sogar selbst bereit, höhere Sozialbeiträge zu zahlen, wenn sie dafür eine höhere Rente bekämen: 45 Prozent würden zusätzlich zwei Prozent ihres Einkommens dafür akzeptieren. Im Durchschnitt der Industrieländer sind dazu nur 38 Prozent bereit.

Interessanterweise halten auch sehr viele Österreicher Altersarmut für ihr größtes Langzeit-Risiko, obwohl der Staat dort 13 Prozent der Bruttoinlandsprodukts für die Rente bereit stellt – im OECD-Durchschnitt sind es nur acht Prozent - und das Rentenniveau deutlich höher liegt als in Deutschland.

Kurzfristig sorgen sich die Deutschen vor allem, dass sie krank oder behindert werden könnten: 51 Prozent haben davor Angst. 47 Prozent fürchten Kriminalität und Gewalt, 43 Prozent haben Angst, in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Das Vertrauen in die Demokratie ist Deutschland nicht besonders hoch. Die Mehrheit glaubt, persönlich nur einen geringen Einfluss auf die Politik zu haben. Nur 18 Prozent stimmten dieser Aussage zu: „Bei der Einführung und Anpassung öffentlicher Leistungszahlungen zieht die Regierung die Meinung von Leuten wie mir in Betracht.“ 

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2 Kommentare zu "OECD-Umfrage: Deutsche machen sich stärker als andere Europäer Sorgen um ihre Rente"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das ist keineswegs überraschend. Wie kaum ein anderes Volk verlassen sich die Deutschen auf die Rente. Es ist in vielen Fällen Ihre einzige Altersversorgung. Von Vermögensbildung haben die Deutschen Null Ahnung. Erspartes und Zinsen, das ist alles was dieses Volk drauf hat. In Italien, Frankreich oder Belgien sieht das schon ganz anders aus, da sind die Haushalte im Durchschnitt wesentlich reicher. Auch weil Immobilienbesitz vorhanden ist. Die Deutschen aber sind ein Volk von Mietern und alles Geld geht direkt an die Hausbesitzer, die natürlich immer reicher werden. Beispiel: Wer sich vor 10 Jahren eine Wohnung in schöner Lage gekauft hat ist heute schon doppelt so reich. Wer vor 10 Jahren in Aktien- Standartwerte investiert hat, ist heute sogar noch besser dran. Wer sich, wie die Deutschen, immer von den Entscheidungen anderer abhängig macht und nie Eigeninitiative zeigt, für den wird Angst zum ständigen Begleiter und diese Angst ist in den meisten Fällen sogar begründet. Das nächste große Ding in Deutschland wird Altersobdachlosigkeit sein.

  • "In Deutschland haben 76 Prozent der Menschen Angst vor Altersarmut. "- Bei der niedrigen Rente (im Vergleich zu Österreich) - kein Wunder!

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