Öffentlicher Dienst Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Geld

Im öffentlichen Dienst drohen harte Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaften sollen 6,5 Prozent mehr Geld fordern - während die Arbeitgeber auf leere Kassen verweisen.
19 Kommentare
Drohen im öffentlichen Dienst neue Streiks? Zumindest steht eine harte Verhandlungsrunde bevor. Quelle: dpa

Drohen im öffentlichen Dienst neue Streiks? Zumindest steht eine harte Verhandlungsrunde bevor.

(Foto: dpa)

BerlinDie Gewerkschaften fordern nach dpa-Informationen 6,5 Prozent mehr Geld für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Die Gehälter sollen um mindestens 200 Euro steigen. Diese Forderung beschlossen die Gewerkschaft Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes dbb am Donnerstag in Berlin, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur.

Es zeichnet sich eine schwierige Verhandlungsrunde ab. Während die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und Beamtenbund dbb auf deutliche Lohnsteigerungen für die rund zwei Millionen betroffenen Beschäftigten pochen, verweisen die öffentlichen Arbeitgeber auf leere Kassen.

Die Gespräche beginnen am 1. März in Potsdam. Neben der Metallbranche gilt der öffentliche Dienst als Schwergewicht in den diesjährigen Tarifverhandlungen. Verdi hatte bereits signalisiert, bei der Gehaltsforderung ein Volumen zwischen 6,1 und sieben Prozent anzustreben - einschließlich einer sozialen Komponente. Insgesamt sind zunächst drei Verhandlungsrunden bis Ende März geplant.

Bei der vergangenen Tarifrunde im Jahr 2010 hatte es erst nach Warnstreiks und einem Schlichterspruch einen Kompromiss gegeben. Das Tarifergebnis wurde damals - wie in den vergangenen Jahren üblich - auf die rund 353.000 Bundesbeamten, Richter und Soldaten übertragen.

Die kommunalen Arbeitgeber wollen die Tarifrunde zügig abschließen. „Ich habe die Hoffnung, dass wir bis Ende März fertig werden, denn diesmal geht es nicht um komplizierte inhaltliche Fragen, sondern ausschließlich ums Geld“, sagte Thomas Böhle, Verhandlungsführer der kommunalen Arbeitgeber, dem Berliner „Tagesspiegel“.

Der Abschluss werde „vermutlich teurer als 2010“, sagte Böhle. Er warnte aber vor zu hohen Erwartungen. „So wie die Gewerkschaften sich das vorstellen, würden die Kommunen mit sechs Milliarden Euro zusätzlich belastet. Das ist völlig undenkbar.“ Aktuell seien die Kommunen mit rund 129 Milliarden Euro verschuldet, laut Böhle ein historischer Höchststand.

Dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) zufolge riskieren die Gewerkschaften, bei übermäßigen Tariferhöhungen eine Welle von Personalabbau und Privatisierungen in den Kommunen loszutreten. „Unverhältnismäßige Mehrkosten müssten die Kommunen durch Streichung freiwilliger Leistungen, höhere Gebühren und Steuern oder Stellenabbau ausgleichen“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem Handelsblatt.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Öffentlicher Dienst - Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Geld

19 Kommentare zu "Öffentlicher Dienst: Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Geld "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn eine Regierung Mrd.an Steuergeldern in Dunkle Kanäle "Fremder Länder" versenkt,dann ist es m.M.nach bedeutend besser,das Geld unseren Arbeitern zukommen zu lassen.Gerade jetzt freue Ich mich Morgens über geräumte Strassen.Sollten mal Alle Überlegen die über den Ö.D.schellten.Gutes Personal gibt es nur für gutes Geld,und alle die nach Privatisierung schreien sollten wissen auch diese Arbeit muss Bezahlt werden.Aber dafür hat man ja dann den Niedriglohnsektor,und schwupp die wupp alle ca.3 Mio Arbeiter im Ö.D.ins Elend gestürzt.Herzlichen Glückwunsch an alle Menschenverachter.Übrigens bezahle auch ich seit 30 Jahren meine Steuern,und ich bezahle nicht wenig,aber mann darf nicht auf Kosten der Arbeiter sparen sondern nur das Geld ins Ausland verteilen das mann ÜBRIG hat.Keine Firma verschenkt Geld,egal wieviel,und sagt dann Ihren Mitarbeitern"Es ist kein Geld da".So macht es der Deutsche Staat und so geht es bei Jeder neuen Tarifverhandlung den Arbeitern im Ö.D.Absolut Bescheuert.

  • Aber Sie ziehen auch nur die Positivbeispiele der privaten zum Vergleich heran, was genauso verwerflich ist. Viele von denen haben nämlich Einbußen von bis zu 40% erleiden müssen; das funktioniert über Entlassungen wunderbar. Aber wie in jeder Krise werden die falschen solange gegeneinander ausgespielt, bis allllllllle die wahren Täter vergessen haben.

  • Ahahahahahahahahahaha, SuRai, gerade der Müllwerker hat unsere Mark verbrannt! :-)))

  • Schön, dass die Gewerkschaften wieder mal dabei helfen, die Inflation zusätzlich anzutreiben und dass es keiner der Betroffenen merkt. :-)))

  • wenn man keine Ahnung hat....
    http://tarif-oed.verdi.de/tarifvertraege

    kannst ja mal durch die Entgelttabellen stöbern... zw. freie Wirtschaft und ÖD liegen teilweise Welten.

  • @ Kommissar > Wir ernten heute die Früchhte und schon wird wieder alles verfrühstückt
    ---
    >>> Wer ist WIR???

  • Und welcher Angestellte im ÖD bekommt das? Weihnachtsgeld ist seit Jahren eingefroren, wenn man da auf 0,5 bis 0,6 Extra-"Gehälter" kommt, ist man ja schon froh; ein 13. Gehalt gibt es im ÖD schon lange nicht mehr, wir sind hier ja nicht in Griechenland... :-) Und Gehalt aushandeln - bei den starren Tabellen ein Ding der Unmöglichkeit.

  • Die Landtagsabgeordneten im NRW haben sich in diesem Jahr erst einmal 500 Euro Diätenerhöhung pro Monat gegönnt. Keiner sagt was. Nun fordert der ÖD gerade einmal 6,5 Prozent Mehrlohn. Das sind 3 Prozent Kaufkraftausgleich wegen 3-iger Inflation und 3,5 Prozent reale Lohnsteigerung. Ich würde mich freuen, wenn alle Ihre Gehaltssteigerungen durchbekommen. Geld ist genug da. Denn unser Finanzminister sagt ja, die Steuereinnahmen sind letztes Jahr nur so gesprudelt. Er verschweigt, dass die Steuereinnahmen gestiegen sind, weil auf breiter Masse die Produktpreise über Jahre angestiegen sind. Die Löhne sollten noch stärker erhöht werden. Dann können sich endlich die vielen kleinen Einzelunternehmen in Deutschland auch mal wieder was leisten.

  • Noch mal für Dummies: ÖD sind keine Beamten, die haben ihre eigenen Vertreter. Und wo ein Müllwerker Geld verbrennt, möge mir bitte mal jemand erklären.

  • Sie haben ja recht. Was sollen wir mit der Binnennachfrage. Wir haben als Abnehmer ja schließlich die Euro-Länder (40% der Exporte) und die EU-Länder insgessamt (60% der Exporte). Die sollen Ihre Binnennachfrage stärken, damit wir exportieren können. Wir helfen denen doch schließlich mit Krediten.
    Und dann gehen ja bestimmt noch 5% nach China. Da dürfen wir nicht zu teuer sein. Also Nidriglohn und Altersarmut für Alle.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%