Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Öffentlicher Dienst Seehofer will rascheren Ausbau der Online-Verwaltung

Mit dem Ausbau der digitalen Verwaltung will Innenminister Seehofer dem Beamtenmangel begegnen. Für die 40-Stunden-Woche dämpft er die Erwartungen.
06.01.2020 - 15:30 Uhr Kommentieren
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU) will sich für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung stark machen. Quelle: dpa
Horst Seehofer

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU) will sich für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung stark machen.

(Foto: dpa)

Berlin Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich für die rasche Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung stark machen, um Bürgern den Gang zum Amt zu ersparen. „Es sollen nicht die Menschen laufen, sondern die Daten sollen laufen“, sagte Seehofer am Montag bei der traditionellen Jahrestagung des Beamtenbunds in Köln.

Bis Ende 2022 sollen 575 Verwaltungsdienstleistungen online angeboten werden, so sieht es das im August 2017 in Kraft getretene Onlinezugangsgesetz vor. Der IT-Branchenverband Bitkom hatte zuletzt aber Zweifel angemeldet, dass das gelingen kann.

Auch Seehofer nannte den Zeitplan „mutig“, weil dafür die Länder und die Kommunen mit ins Boot geholt werden müssten. Zumindest bei den 115 Dienstleistungen in alleiniger Bundesverantwortung werde man aber Tempo machen und sie bis Ende diese Jahres digital anbieten.

Mit dem Ausbau der digitalen Verwaltung soll auch dem Personalmangel im öffentlichen Dienst begegnet werden. Nach einer aktuellen Verbandsumfrage des Beamtenbunds bräuchte der Staat 300 000 Mitarbeiter zusätzlich, um seine Aufgaben vernünftig erfüllen zu können. Allein in den Kommunalverwaltungen fehlen demnach 138.000 Mitarbeiter.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Allerdings sorgt die Digitalisierung bei den Beschäftigten in Ämtern und Behörden auch für Unsicherheit. Der Beamtenbund und die Gewerkschaft Verdi haben sich deshalb mit Seehofer auf Gespräche über einen Digitalisierungs-Tarifvertrag für den Bundesbereich geeinigt, die möglichst bis Mitte des Jahres zu einem Ergebnis kommen sollen. Darin soll es unter anderem um einen Rechtsanspruch auf Qualifizierung oder Arbeit im Homeoffice gehen.

    Beamtenbund fordert Personalgewinnungsprämien

    Angesichts des heute schon herrschenden Personalmangels und der anstehenden Pensionierungswelle forderte Beamtenbund-Chef Ulrich Silberbach weitere Schritte zur Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Dienstes. Das zu Jahresbeginn in Kraft getretene Gesetz zur Modernisierung der Besoldungsstruktur reiche nicht aus. Es sieht beispielsweise neue Zulagen für Bundesbeamte, aber auch Personalgewinnungs- oder -halteprämien vor.

    Die Gewerkschaften stört vor allem die seit 2006 geltende 41-Stunden-Woche für die Bundesbeamten. Sie arbeiten zwei Wochenstunden länger als die Tarifangestellten. Die 41-Stunden-Woche sei „nicht in Stein gemeißelt“, hatte Seehofers Staatssekretär Stephan Mayer auf der Jahrestagung im vergangenen Jahr gesagt.

    Der Innenminister dämpfte jedoch die Erwartungen. Er könne beim Finanzminister schlecht um Geld für zusätzliches Personal werben, wenn er gleichzeitig die Arbeitszeit verkürze, sagte er: „Erst müssen wir das Personal schaffen, und dann werden Sie einen Horst Seehofer erleben, der für die 40-Stunden-Woche kämpft.“

    Auf den öffentlichen Dienst sei Verlass, lobte Seehofer. Er habe nach der Wiedervereinigung oder während der Flüchtlingskrise „erheblich zur Einheit unseres Landes beigetragen“.

    Mehr: Der Chef der Deutschen Steuer-Gewerkschaft fürchtet um die Arbeitsfähigkeit der Finanzämter. Der Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern wird härter.

    Startseite
    Mehr zu: Öffentlicher Dienst - Seehofer will rascheren Ausbau der Online-Verwaltung
    0 Kommentare zu "Öffentlicher Dienst: Seehofer will rascheren Ausbau der Online-Verwaltung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%