Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ökonomen zu Griechenland „Athen sollte Sprung in eigene Währung wagen“

Ungewohnt einig sind sich Deutschlands Top-Ökonomen am Tag nach dem Referendum. Das Wort Grexit taucht in nahezu jedem Statement auf. Folge der Abstimmung sei eine Katastrophe. Die Analysen – von Fratzscher, Sinn und Co.
Update: 06.07.2015 - 16:08 Uhr 78 Kommentare

Merkel: „Wir bemühen uns, dass Griechenland in Euro-Zone bleibt“

Das Referendum in Griechenland endet mit einem deutlichen „Nein“ zur Sparpolitik der Geldgeber – und einem Aufschrei deutscher Ökonomen. Hans-Werner Sinn, Chef des ifo-Instituts, rät der griechischen Regierung sofort „den Sprung in die eigene Währung“. Es sei absehbar, „dass die Verhandlungen über einen weiteren Rettungsschirm nur noch mehr Zeit kosten, ohne zum Erfolg zu führen“.

Für ein neues, drittes Hilfsprogramm fehle die Grundlage, schreibt auch Commerzbank-Chefsvolkswirt Jörg Krämer in seiner Analyse. „Ohne neue Kredite wird Griechenland am 20. Juli wohl nicht in der Lage sein, seine von der EZB gehaltenen Staatsanleihen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro zurückzuzahlen.“

Wegen der sich abzeichnenden Zahlungsunfähigkeit des griechischen Staates wiederum sei es schwer vorstellbar, dass die EZB die Obergrenze der Notkredite für griechische Banken (88,6 Milliarden Euro) anhebt. Somit dürfte den griechischen Banken bald die Liquidität ausgehen. „Wir gehen davon aus, dass die griechischen Banken diese Woche nicht öffnen werden“, prognostiziert Krämer.

Krämer skizziert folgendes Szenario: Der griechischen Regierung wird in den kommenden Wochen kaum etwas anderes übrigbleiben, als eine neue Währung als gesetzliches Zahlungsmittel einzuführen. Bedienstete, Lieferanten und Rentner mit Schuldscheinen zu bezahlen und diese als Parallelwährung zu etablieren, halten die Commerzbank-Volkswirte dagegen für kaum noch möglich, weil die Bürger diese Schuldscheine mangels Vertrauen nicht als Zahlungsmittel akzeptieren würden.

„Es läuft auf einen Grexit hinaus“, sagt auch BayernLB-Chefvolkswirt Jürgen Michels. Die Euro-Gruppe habe die Wahl, „entweder das Gesicht zu verlieren und nachzugeben oder den Grexit zu riskieren und unbekanntes Terrain zu betreten“, so der Experte. DIW-Präsident Marcel Fratzscher erwartet in den kommenden Wochen einen kompletten Zusammenbruch des griechischen Bankensystems: „Ein Grexit ist und bleibt die schlechteste Option für Griechenland, aber sie wird immer wahrscheinlicher“, sagte er.

Für die Ökonomen ist die Zeit jetzt der problematischste Faktor. Die Verhandlungsposition der Griechen habe sich keineswegs verbessert, sagt Wirtschaftsweise Isabel Schnabel. Ganz im Gegenteil sei mit langwierigen Verhandlungen zu rechnen. „Doch die Zeit läuft ab, weil die Banken bald gar keine Auszahlungen mehr leisten können. Vieles hängt von der EZB ab, doch auch für sie ist es durch das Nein nicht leichter geworden.“

So bewerten die Ökonomen die Situation Griechenlands nach dem Referendum:

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn / DIW-Präsident Marcel Fratzscher
Seite 123456789Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Ökonomen zu Griechenland - „Athen sollte Sprung in eigene Währung wagen“

78 Kommentare zu "Ökonomen zu Griechenland: „Athen sollte Sprung in eigene Währung wagen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Barry Eichengreen zur Schuldenkrise„ Griechenland braucht einen Marshallplan“: Natürlich braucht Griechenland einen Marshallplan. Wie sollte es auch anders wieder auf die Füße kommen mit einer Wirtschaft, die völlig am Boden liegt und auch in den Jahren von 2000 bis 2015 mit Hilfe aus Steuergeldern der EU –Staaten in eine Sackgasse gelockt worden ist, ein Land, das zum Spielball von Dilettanten wurde, die 1988 beschlossen, die deutsche Einheit gibt es nur über die Zwangsvereinigung Europas, weit weg von demokratischen Umgangsformen miteinander, über eine Währungsunion zu einer EUDSSR, zu der aber auch Griechenland als „Keimzelle Europas“ gehören muss – ein Beitrag tumber Politiker und überwiegender deutscher Staatsbürger mit Halbbildung. Vernünftige Staatsbürger in Deutschland haben in den 90er Jahren bis hinauf zum BVerfG mit Bildern gewarnt, die wir heute sehen – und nicht nur in Griechenland, sondern bei genauerem Hinsehen bis in unser Land: Die Zwangsvereinigung Europas war ein Misserfolgsmodell, das bis heute zu fast irreparablen Schäden geführt hat, die zwar dem imperialistisch geprägten Vermögens- und Finanzbereich unwahrscheinlichen Reichtum beschert, aber der Masse der Menschen in Europa nur traurige Wahrheiten offerierten, auch als Lehrbeispiel, wie eine Demokratie nicht funktionieren kann. Was Griechenland auch braucht, ist vor allem die Erkenntnis: Das war der völlig falsche Weg einer europäischen Einigung – Und je eher wir umkehren, umso besser für die Menschen in Europa. Die Erkenntnis, daß man die Einigung Europas nicht einigen Vertrauten des imperialistischen Großkapitals wie Draghi und Juncker überlassen darf, die keinerlei demokratische Legitimation besitzen, aber alle Vollmachten zu handeln.

  • @ Benzinkanister
    Das mit dem Sumpf und den Fröschen könnte man natürlich auch gut für das sonntägliche Referendum anwenden !!!!!

  • Ich frage mich ernstlich, ob nicht unsere Fachleute unter Quarantäne gestellt werden sollten.
    Warum nur sollten die Griechen aus dem Euro und der Union freiwillig austreten? Was hätten die Griechen davon?
    Alle Zuflüsse von aussen sind zusätzliche Schulden und festere Knebel. Kommen die weiterhin ... fein! Kommen die nicht, dann eben nicht. Das Land benötigt für die Binnenwirtschaft ein funktionierendes Tauschmittel. Kommt vom Schwarzmarkt oder von der Regierung. Alle weltweit valutierbaren Währungen gibt es zusätzlich. Punkt.
    Der Rest sind die Probleme der Aussenwelt..
    Pleite ist pleite. Erst durch den Ausschluß von Gläubigern wird der Binnenbesitz wieder werthaltig. Und der ist ja da. Importieren kann man mangels Zahlungsfähigkeit sowieso nicht.
    Bleiben die Kostbarkeiten "Mitglied" zu sein. Dies ist der einzige Wert, der noch Aussenwirkung hat. Warum sollten die Griechen ersatzfrei darauf verzichten? Weil die Griechen dümmer als die Fachleute sind? Geht das überhaupt?

  • Wenn ich mir die Namensliste dieser Ökonomen anschaue und google welche Interessensgruppen diese vertreten, wundert mich nichts mehr.
    „Will man den Sumpf austrocknen, läßt man nicht
    die Frösche darüber abstimmen.“

  • Als der Euro in Griechenland eingeführt wurde, wurden die in Drachme lautende griechische Anleihen einfach in EURO umgewandelt, die Verzinsung aber blieb die gleiche, also sehr hoch.
    Jetzt, falls die Drachme in Griechenland wieder eingeführt wird, sollten die in Euro lautende Anleihen in Drachme umgeschrieben werden, mit der gleichen Verzinsung, das heißt circa 2%.
    Das wäre einfach gerecht.

  • @ Bert TheAce -

    >> Griechenland hat sich mit seinem OXI von Europa völlig entfernt und selbst disqualifiziert. >>

    Griechenland ist nach wie vor ein Land in Europa, Mitglied der EUtopia und auch der € - Zone ( die Betonung liegt hier natürlich auf "Zone " ).

    Griechenlands Konsequenz sollte es sein, die EUtopia und die Zone zu verlassen.
    Ihr Vorteil : 100 %-er Schuldenschnitt, Neuanfang und weiterhin souverän.

    Der Verbleib in der Zone und in der EUtopia bedeutet weiterhin Knechtschaft.

    Die Griechen haben es nur noch nicht verstanden, dass die EUtopia sie ausbeutete, ausbeutet und weiterhin ausbeuten wird.

    Die Parallelen zur UdSSR tun sich auf :

    - die UdSSR war ein LAND, IN DEM RUSSLAND AUF EIGENE KOSTEN DIE Peripherie-Republiken ALIMENTIERTE UM SIE IDEOLOGISCH BEI LAUNE ZU HALTEN, bis Russland das nicht mehr konnte und wollte. Die UdSSR fand mit dem Zerfall sein logisches Ende.

    - die EUtopia ist ein Verbund, in dem der Kern Europas ( D, F, Au, NL) auf Kosten der Peripherie-Länder ( Gr, I,P,Sp,etc. ) versucht sich seinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Die Peripherie-Länder werden nach und nach das nicht mehr wollen und können. Die EUtopia wird zerfallen und im Streit ausseinander gehen.

    Ein kluger lernt immer aus Fehlern der Anderen, ein Dummkopf muss die Lehre auf eigenem Leib machen.

  • Die Frage von papadopoulos an Marc Otto von 17:30 Uhr kann man ganz grundsätzlich beantworten: natürlich haben weder der Kommentator noch ich eine direkte Überweisung Richtung Hellas gemacht (Funktionären der Grünen habe ich allerdings mehrfach vergeblich empfohlen, statt wohlfeiler Forderungen zu Lasten Dritter private Spenden aus ihrem üppigen Gehalt an Bedürftige in GR zu tätigen…). Aber ohne die jahrzehntelange unendliche Verschwendung (zwar auch über Athen an die Banken, aber nicht nur!) hätte unser Finanzminister schon häufig die Steuern senken können, zumindest für kleinere und mittlere Verdiener. Er hätte auch die auf nachfolgenden Generationen lastenden deutschen Schulden zurückbezahlen können. Nein, wir haben schon genug mit dem unseligen und wenig produktiven innerdeutschen Länder-Finanzausgleich, der indirekt Faulheit belohnt und Fleiß bestraft. Einen europäischen gleich welcher Art lehnen wir strikt ab. Dummerweise sind wir aber dank EZB und den selbsternannten EU-"Eliten" da schon mitten drin.

  • Der Begriff 'Europa' ist der Name der Tochter des Königs Agenor aus Phönikien in der Sage der Antike. Mit dem modernen Europa als politische Einheit hat dieser Begriff absolut NICHTS zu tun. Deshalb hat auch Griechenland mit Europa keinerlei Verbindung. Griechenland hat sich mit seinem OXI von Europa völlig entfernt und selbst disqualifiziert.

    Der GREXIT ist die logische Konsequenz aus der Volksabstimmung.

    Die EU muss nun rasch handeln !!!

  • Streitet euch nicht, Marc Otto ist nicht Gordon flash und einen Goldklumpen im Wert von 5 Mio hat er auch nicht.

    Für diese kindischen Streitereien ist es viel zu heiß und der Dalai Lama wird heute achzig. Orientiert euch am Weisheitpotential dieses Menschen und trinkt ein kühles Bier.

    Das mache "Ich" gerade in der Erkenntnis,das es dieses überschätzte "Ich" gar nicht gibt. "g"

  • MARC OTTO,

    Was genau willst du? hast du irgend ein Cent an irgend einen Griechen bezahlt und wenn ja, nenn mir warum und wie!
    Aber bitte nicht mit deinem Troll gelaber...

Alle Kommentare lesen
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%