Oppermann lobt Kölner Polizei „Gute Arbeit gemacht“

Hat die Kölner Polizei in der Silvesternacht Männer mit nordafrikanischem Aussehen diskriminiert, weil sie diese festsetzte? Nach der Kritik von Grünen-Chefin Peter schlagen die Wellen der Empörung hoch.
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Der SPD-Fraktionschef lobt die Polizeiarbeit in den höchsten Tönen. Quelle: dpa
Thomas Oppermann

Der SPD-Fraktionschef lobt die Polizeiarbeit in den höchsten Tönen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Kölner Polizei bekommt für ihren Einsatz in der Silvesternacht zunehmend Zustimmung vonseiten der Politik. „Die Polizei hat in Köln gute Arbeit gemacht, professionell für Sicherheit gesorgt und einen friedlichen Jahreswechsel ermöglicht“, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann den „Ruhr Nachrichten“ (Dienstag). „Das steht für mich im Vordergrund. Es sind offensichtlich die richtigen Lehren aus Silvester 2015 gezogen worden.“ Wenig Verständnis zeigte der SPD-Politiker für die Kritik der Grünen-Vorsitzenden Simone Peter an dem Polizeieinsatz: „Manchen Leuten – auch bei den Grünen – kann man es nie Recht machen.“

Peter hatte der „Rheinischen Post“ gesagt, es stelle sich die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, „wenn insgesamt knapp 1000 Personen alleine aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt wurden“. Völlig inakzeptabel sei der Gebrauch von herabwürdigenden Gruppenbezeichnungen wie „Nafris“ für Nordafrikaner durch die Polizei, erklärte Peter. Später relativierte sie ihre Kritik und dankte den Polizisten für ihren Einsatz. Peter wurde für ihre Position scharf kritisiert, auch führende Grünen-Politiker äußerten sich erheblich zurückhaltender als sie.

Nach den zahlreichen Übergriffen auf Frauen in Köln vor einem Jahr hatte die Polizei mit großem Personaleinsatz in der Domstadt verhindern wollen, dass sich Vergleichbares wiederholt. Die Verdächtigen und Verurteilten der furchtbaren Silvesternacht vom vergangenen Jahr waren überwiegend Nordafrikaner gewesen. In diesem Jahr setzten Polizisten am Hauptbahnhof mehrere Hundert verdächtige Männer fest, vornehmlich nordafrikanischer Herkunft.

In die Kritik geriet die Kölner Polizei, weil sie am Silvesterabend bei Twitter geschrieben hatte: „Am HBF werden derzeit mehrere Hundert Nafris überprüft. Infos folgen.“ „Nafri“ wird im Polizeijargon intern für „nordafrikanische Intensivtäter“ verwendet. Dazu sagte Oppermann: „Ich bin froh, dass die Kölner Polizei sich inzwischen von dem Begriff distanziert hat.“

Trotz ihres Zurückruderns bleibt die Grünen-Vorsitzende Peter in der Kritik. Der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl sagte der „Bild“-Zeitung: „Wie viele Tote, Verletzte und wie viele vergewaltigte Frauen braucht Frau Peter noch, damit sie zu Verstand kommt?“ Die pauschale Kritik an der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit des Einsatzes sei „völlig fehl am Platz“, meinte auch CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeld. Die Grünen müssten sich fragen lassen, welchen Stellenwert die Sicherheit von Menschen in Deutschland für sie habe, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag).

„Wir haben eine drohende Gefahr im Kein erstickt“

Auch der Grünen-Innenpolitiker Omid Nouripour äußerte sich zurückhaltend: Er sei froh, dass die Polizei eine Wiederholung der schlimmen Ereignisse von 2016 verhindert habe, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Vorwürfe an die Polizei vom Schreibtisch aus sind nicht sinnvoll – für die Bewertung der Arbeit gibt es gewählte parlamentarische Gremien.“ Der Begriff „Nafri“ sei aber „sehr hässlich“, sagte Nouripour. „Ich bin froh, dass der Kölner Polizeipräsident das zurückgenommen hat.“

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, nannte die „künstliche Erregung“ über die Verwendung des Begriffs „Nafris“ durch die Kölner Polizei „lächerlich“. Seine öffentliche Verwendung sei aber „unglücklich“ gewesen, sagte er den „Ruhr Nachrichten“ (Dienstag).

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55 Kommentare zu "Oppermann lobt Kölner Polizei: „Gute Arbeit gemacht“"

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  • PS.: Es soll heißern: Islams!

  • Löschung von Kommentaren:
    Es ist das Recht des HB Kommentare zu löschen. HB steht auch irgendwie in der Verantwortung für die Veröffentlichungen. Soll HB für alles immer zahlen? Warum kritisiert man nicht die Politiker mit der hemmungslosen Unterstützung des Ialsmas = Tötet Andersgläubige?

  • @ Herr Alessandro Grande

    Also – Berichterstattung findet hier, wenn man diesen Begriff, so wie er zu verstehen ist, qualifiziert höchstens noch bei gewissen Sportereignissen und (unpolitischen) Katastrophenmeldungen statt.

    Heute dient die von Ihnen angesprochene „Berichterstattung“ nur der gezielten Meinungsbildung. Das gilt im Besonderen für den zwangsgebührenfinanzierten ÖR.

    Das hat der Intendant des ZDF, der überaus kompetente Herr Bellut, jüngst in einem hier erschienen Artikel bestätigt, als er, um den Angriff des Populisten Seehofers, der, um der AfD ein Thema zu klauen, ebenfalls nur noch eine öffentlich-rechtliche Anstalt forderte – leider wohl unbeabsichtigt – die Wahrheit sagte.

    Herr Bellut sagte nämlich : „Kein Politiker möchte die gesamte Deutungshoheit einem einzigen Anbieter überlassen.“ Den eingeschobenen Zwischensatz ( - auch nicht im Bayern - ) habe ich der prägnanten Kürze wegen ausgelassen.

    Es geht also nicht um politisch korrekte Berichterstattung, sachlich richtige Informationen etc., sondern es geht ausschließlich um die Deutungshoheit, mit der man die Massen manipulieren kann.

    Und das klappt auch bis zur BTW in diesem Jahr – garantiert.

  • Natürlich könnte ich auch diese Peters für deren Scharfrichtersinn kritisieren.

    Angesichts der Tatsache, dass durch das Vorgehen der Polizei in Köln und anderen Städten neue Wahlkampfmunition für die AfD verhindert wurde, neige ich dazu, dieses Peters für ihre grandiose Intelligenz zu danken, nicht nur die „Grünen“ zum erneuten Angriffsziel der AfD gemacht zu haben, sondern vor Allem durch die Stigmatisierung des Kürzels „NAFRI“ der AfD ein neues Thema beschert zu haben.

    Dort mag man sich jetzt vielleicht dazu durchringen zu sagen „o. K. Mohrenköpfe muss man wirklich nicht unbedingt sagen – NAFRI gefällt einfach besser, weil bestens zur Problembeschreibung geeignet.“

  • @Peer Kabus: D´accord, wenngleich Deutschland im Jahr 2017 mit DDR 2.0 gleichzusetzen ist, was Berichterstattung angeht. Und das liegt an einer, welche heute noch genauso spricht wie damals auf dem FDJ-Appell, stets ablesend, viel redend, ohne etwas dabei zu sagen! Im Osten hat man jedoch wenigstens noch versucht, das Land nach außen zu schützen, heute schützt man seitens unserer politischen Vollpfosten eher Flüchtlinge vor Landsleuten, Täter vor Opfern, ausländische Mitbürger (wenn überhaupt) gegen Deutsche. Deutschland vergewaltigt sich und sein Volk quasi selbst, grundlos und vollkommen sinnbefreit. Und das innerhalb der viertgrößten Wirtschaftsnation der Welt.

  • @Herr Josemin Hawel

    Sehr lobenswert, dass Sie Ihren Kommentar klar und eindeutig als „Behauptung“ deklariert haben. Ich nehme Ihre faktenlos untermauerte Meinung mit dem gebührenden Humor zur Kenntnis und verzichte sehr gern auf eine ebenfalls ohne Substanz aufgestellte Gegenbehauptung.

  • @ J. Schwarz

    "Welcher Personenkreis wählt denn solche Menschen wie Katrin, Claudia, Renate, Peters, Hofer, Cem oder den Volker?"

    Das Problem ist, daß diese Klientel von so gut wie keinem direkt gewählt wird, diese aber über die Liste der Grünen einziehen. Vielen Wählern ist dies gar nicht bewußt, wie Vieles andere ebenfalls nicht. Bei den Grünen wird nur das hehre Ziel (wahrscheinlich die Farbe grün) gewählt und die Realität einfach ausgeblendet.
    Den abgelassenen Sprüchen in der Vergangenheit zum Schaden Deutschlands nach, dürfte kein denkender Wähler mehr die Farbe grün als wählbar ansehen. Dieses Jahr wird sehr interessant!

  • @Hallo Joachim,

    das Problem der einseitigen Darstellung ist schon seit langem ein Problem der Gehirnwäsche durch die systemhörigen Massenmedien, dass sich selbstverständlich auch bei der Bewertung von Kommentaren bemerkbar macht, wobei das HB in Sachen zugelassener Kommentarfunktionen sich noch positiv von anderen Medien abhebt – insofern ist das also alles in allem aber nichts Neues.

    Man sollte bei allem aber äußersten Wert darauf legen, seine „Meinung“, möglichst schlüssig mit Fakten unterlegt, in Kommentaren zum Ausdruck zu bringen, denn nur dazu ist die Kommentarfunktion da.

    Wenn man das berücksichtigt, klappt das auch mit den Zensoren des HB - auch wenn manchmal der eine oder andere Zensor nicht richtig liest oder ihn das Adrenalin zu spontanen Handlungen animiert.

  • Dieses reflexhafte Geschrei der Putinisten, die nur auf einen Sturz Merkels hinarbeiten, kann einem schon auf die Nerven gehen. Ich würde behaupten, dass 90% der hier produzierten Erregungen rein künstlicher Natur sind. Mit dem Ziel, die rechte Revolution durch Europa zu tragen. Es ist ja nichts wirklich Schlimmes passiert in Köln dieses Jahr. Kein Terror, kein Anschlag. Und trotzdem wird in diesem Forum rumkrakeelt. Das kann ja ein lustiger Wahlkampf werden, wenn die AfD wirklich auf Social-Bots setzt, um diesen Ton bis zur trumpschen Schrillheit zu verstärken. Schlimm.

  • @ Frau Müller

    Die Financial Times findet, daß Frau Merkel genau die Richtige ist, um den Kampf der westlichen Welt für liberale Werte fortzuführen. Ich denke daher, dass erstens "diese Männer" nicht mehr aus dem Land geschafft werden, so wie Sie sich das vorstellen und das Merkel noch dieses Jahr im Amt bestätigt werden wird und daß hiernach noch jede Menge junger Männer aus den Nafri-Staaten dazukommen werden, um "liberale Werte in der westlichen Welt hochzuhalten".

    https://www.ft.com/content/95273a42-c078-11e6-9bca-2b93a6856354

    Ausser der von Ihnen genannten berechtigten Fare, warum diese Leute denn in geballter Form auf dem Domplatz zu Sylvester erschienen, stellt sich meiner Meinung nach noch die Frage, wem denn dieser seit September 2015 zu beobachtende ungeheuerliche Rechtsbruch hierzulande am meisten nützt. Und ich glaube, die Nutzniesser sind vor allem in solchen Ländern zu suchen, die Merkel derzeit so auffallend loben.

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