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Das Verlegeschiff „Audacia“ des Offshore-Dienstleisters Allseas im Einsatz vor Rügen

Die US-Senatoren Cruz und Johnson raten dem Betreiber der Verlegerschiffe, einen raschen Ausstieg aus dem Projekt anzustreben.

(Foto: dpa)

Ostseepipeline USA drohen dem Betreiber der Verlegeschiffe für Nord Stream 2

Die USA erhöhen den Druck im Kampf gegen die Ostseepipeline: Zwei Senatoren fordern vom Betreiber der Spezialschiffe, die die Rohre für Nord Stream 2 verlegen, den Abbruch der Arbeiten – und drohen anderenfalls mit Konsequenzen.
19.12.2019 - 00:32 Uhr 8 Kommentare

Berlin In seinem Kampf gegen die Ostseepipeline Nord Stream 2 ist US-Senator Ted Cruz jedes Mittel recht. In einem dem Handelsblatt vorliegenden Schreiben an Edward Heerema, den Chef der Allseas Group, fordert Cruz gemeinsam mit seinem Kollegen Ron Johnson, die Arbeiten umgehend einzustellen. US-Präsident Donald Trump werde noch in dieser Woche die Sanktionen gegen Nord Stream 2 in Kraft setzen, denen US-Repräsentantenhaus und US-Senat bereits mit großer Mehrheit zugestimmt hatten.

Cruz und Johnson argumentieren, mit der Unterschrift Trumps müsse Allseas das Verlegen der Rohre sofort beenden, ansonsten drohten empfindliche Konsequenzen. Wenn Allseas auch nur einen einzigen Tag nach der Unterschrift durch Trump weiter an der Fertigstellung der Pipeline arbeite, „würde Ihr Unternehmen mit erdrückenden und potenziell existenzbedrohenden rechtlichen und wirtschaftlichen Sanktionen konfrontiert“, heißt es in dem Schreiben mit Datum vom 18. Dezember.

Eine Durchschrift des Schreibens haben Cruz und Johnson den US-Ministern Steven Mnuchin (Finanzen), Michael Pompeo (Außen) und Dan Brouillette (Energie) geschickt.

Cruz und Johnson raten Heerema, einen raschen Ausstieg aus dem Projekt anzustreben. „Ihr Vertrag enthält sicherlich eine Möglichkeit zum Rücktritt, falls Vorschriften oder Sanktionen die Fertigstellung der Pipeline verhindern“, schreiben die beiden Senatoren.

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    US-Öl- und Gasindustrie unterstützen Senator Cruz finanziell

    Cruz, der finanziell von der US-Öl- und Gasindustrie unterstützt wird, kämpft seit Monaten gegen Nord Stream 2. Er ist einer der Väter der jetzt beschlossenen Sanktionen. Die Sanktionen richten sich in erster Linie gegen solche Unternehmen, die von der Nord Stream 2 AG beauftragt wurden, die Pipeline zu bauen.

    Besonders im Fokus stehen dabei die beiden Allseas-Verlegeschiffe „Pioneering Spirit“ und „Solitaire“, die Cruz in seinem Brief an den Allseas-Chef ausdrücklich erwähnt. Nach aktuellem Stand fehlen noch knapp 200 Kilometer der insgesamt 2.400 Kilometer umfassenden Leitung, die aus zwei Strängen von je 1.200 Kilometern besteht. Unter günstigen Witterungsbedingungen können die beiden Schiffe täglich mehrere Kilometer der Leitung verlegen.

    Wettlauf gegen die Zeit

    Die Fertigstellung der Pipeline ist somit zu einem Wettlauf gegen die Uhr geworden. Nach bisheriger Deutung der US-Sanktionen wären diese erst nach einer Übergangsfrist von 30 Tagen in Kraft getreten.

    Cruz und Johnson weisen Firmenchef Edward Heerema aber in ihrem drei Seiten umfassenden Schreiben darauf hin, dies gelte nur, wenn Allseas die Übergangsfrist nutze, um sich aus dem Projekt zurückzuziehen. Wenn Allseas dagegen versuche, das Projekt noch schnell abzuschließen, würde dies den Sinn und Zweck der Übergangsfrist unterlaufen. Die Lage sei klar, die Sanktionen würden auch gegen solche Personen und Unternehmen verhängt, die versuchten, diese zu umgehen, schreiben die beiden Senatoren.

    Die vom Senat und vom Repräsentantenhaus beschlossenen Sanktionen haben beispielsweise zur Folge, dass sämtliche Vermögenswerte des betroffenen Unternehmens oder der betroffenen Person in den USA für fünf Jahre eingefroren werden. Außerdem wird den betroffenen Personen die Einreise in die USA verwehrt.

    Unverhohlen droht Cruz, die Allseas-Schiffe würden beschlagnahmt, sollten sie in den Machtbereich der USA gelangen. Die Allseas-Schiffe sind zumindest in der Vergangenheit auch für US-Unternehmen im Golf von Mexiko aktiv gewesen.

    Merkel will im Konflikt um Nord-Stream 2 nicht zurückweichen

    Mehr: Die geplanten US-Sanktionen gegen die umstrittene Gaspipeline entwickeln sich zur Belastung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Unternehmen rufen nach Lösungen.

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    Mehr zu: Ostseepipeline - USA drohen dem Betreiber der Verlegeschiffe für Nord Stream 2
    8 Kommentare zu "Ostseepipeline: USA drohen dem Betreiber der Verlegeschiffe für Nord Stream 2"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • US-amerikanische Willkür, Arm umdrehen und Erpressung haben nichts mehr mit gemeinsamen Werten zu tun. Die Freundschaft mit den USA fällt leider den Interessen der amerikanischen Öl- und Gasindustrie zum Opfer.

    • Jetzt heißt es "Gas geben" . Wenn das Wetter dann noch mitspielt, klappt das auch noch. Im übrigen: In diesem Fall sitzt Deutschland mal am längeren Hebel und wenn die Politik sich,wegen der Autozölle, nicht so ins Hemd machen würde, wäre die Angelegenheit längst erledigt.

    • Solche "Freunde" braucht kein Mensch.

    • Die US-Regierungen haben schon i m m e r die Interessen der Öl-und Gasfirmen unterstützt, und zwar besonders im Ausland. Erinnerungen an Asien, Arabien, Nahost und Afrika werden wach.
      Notfalls mit Krieg wie bereits bewiesen; während Westeuropa zugeschaut hat, teilweise auch mit Angriffen, vertreten durch GB und Frankreich.
      Als Helfershelfer auch die BRD.
      Keiner der amtierenden Politiker ist unschuldig, auch kein Deutscher.
      Aber gegen Rußland Sanktionen gutheißen.

    • Gegenhalten. Eine andere Sprache verstehen die nicht!

    • "Cruz, der finanziell von der US-Öl- und Gasindustrie unterstützt wird, kämpft seit Monaten gegen Nord Stream 2."

      Unglaublich, dass die Politiker in den USA sich so vor den Karren der US-Öl- und Gasindustrie spannen lassen. Eine solche Vorgehensweise bedroht tatsächlich die Freiheit und die Demokratie!

    • Gas und Agrarprodukte sind doch des Amerikaners liebstes Kind. Sanktionen funktionieren nicht nur in eine Richtung.

    • Wer schützt uns vor solchen Freunden?
      „würde Ihr Unternehmen mit erdrückenden und potenziell existenzbedrohenden rechtlichen und wirtschaftlichen Sanktionen konfrontiert“

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