"Pakt mit FDP verraten" CDU-Wirtschaftsflügel rechnet mit Merkel ab

In Umfragen feiert die Kanzlerin regelmäßig Erfolge. Als CDU-Vorsitzende steht sie parteiintern im Fokus - und in der Kritik, besonders beim Unions-Wirtschaftsflügel. Der lässt kein gutes Haar an ihrem Politikstil.
Update: 15.08.2012 - 11:56 Uhr 56 Kommentare
Die CDU-Parteivorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: dpa

Die CDU-Parteivorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel.

(Foto: dpa)

DüsseldorfFrontalangriff auf die Politik von Angela Merkel durch den Vorsitzenden der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, Josef Schlarmann. Die CDU-Vorsitzende habe den Pakt mit der FDP "verraten", sie betreibe Politik und Wahlkämpfe mit dem Rechenschieber, unter ihren Herrschafts-Verhältnissen könne kein potenzieller Nachfolger nach oben kommen und die Partei werde "mit einem Wohlfühl-Programm für den nächsten Bundesparteitag ruhiggestellt" sagte Schlarmann im Gespräch mit der "Leipziger Volkszeitung".

Er habe "erhebliche Zweifel" daran, dass die Union mit Merkel an der Spitze noch genügend Stimmen bei Wahlen holen könne. "Es gibt keinerlei grundsätzliche Debatte mehr, weil alles in Frau Merkels CDU als alternativlos angeboten wird. Das ist wie in der Mensa, die täglich nur ein Gericht anbietet. Wem das nicht schmeckt, der bleibt draußen", sagte Schlarmann.

Der Vorsitzende des Parlamentskreis Mittelstand der Unions-Bundestagsfraktion, Christian von Stetten, stellte sich demonstrativ vor Merkel. „Auch wenn ich gelegentlich einzelne Entscheidungen der Bundesregierung kritisch hinterfrage, bin ich froh, dass Frau Dr. Merkel unsere Regierungschefin ist“, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. Die Kanzlerin und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble seien die Garanten dafür, dass die Interessen der Bundesrepublik auf europäischer Ebene durchgesetzt würden. „Die physische und psychische Leistung der beiden ist unglaublich beeindruckend, und die positiven Umfragewerte der Bundeskanzlerin sind zu Recht so hoch.“

Von Stetten, der auch mittelstandspolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion ist, lobte zudem die Dialogbereitschaft Merkels. „Gerade weil ich einige Einzelthemen kritisch sehe und die Diskussion mit der Bundesregierung gesucht habe, kann ich bestätigen, dass ein Diskussionsprozess ständig stattfindet, und die Bundeskanzlerin sowie auch alle anderen Kabinettsmitglieder jederzeit persönlich zur Diskussion zur Verfügung stehen“, sagte er.

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56 Kommentare zu ""Pakt mit FDP verraten": CDU-Wirtschaftsflügel rechnet mit Merkel ab"

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  • Angela Merkel (und die deutsche Politik)vertritt nicht die Interessen der deutschen Bürger, sondern die der Finanzelite. Dies kann man nur mit "Hochverrat" bezeichnen!

  • Die gesammte Politik ist zusammen mit dem Volk nach links gerückt. Sozialleistungen fordern, Leistungsträger schröpfen. Wer nicht pariert wird in faschistischer Manier durch staatliche Willkür unter Druck gesetzt.
    Die Balance zwischen verfassungsmäßig garantierten Rechten und den gesetzlich möglichen Zwangs- und Ausbeutungsmechanisem des "demokratischen Rechtsstaates" ist längst zerstört.
    Deutschland ist dabei wieder den Weg in die Diktatur zu wählen.
    Der Nationalsozialismus war eben kein Betriebsunfall deutscher Geschichte, sondern ist in den Grundstrukturen und Denkmustern dieser Nation vorgezeichnet.
    Was viele vergessen haben, ist dass der Nationalsozialismus eben doch auch Sozialismus war. Damals in Verknüpfung mit dem nationalen Elemement als Begründung. Heute in Verknüpfung mit dem Thema "Soziale Gerechtigkeit"

  • Christian von Stetten ... so ein Schleimer

    Frau Merkel vertritt in der Tat mutig und entschieden die Interessen der INTERNATIONALEN ELITE/HOCHFINANZ gegen das Deutsche Volk. Zumindest moralisch kommt hier für mich nur eine Bewertung in Frage: HOCHVERRAT.

  • Wir sind dazu erzogen worden in einer Reihe zu stehen mit Kerze in der Hand. Wenn jemand laut zu uns redet, fangen wir sofort an zu heulen. Mehr können wir Deutschen nicht.
    Hoffentlich kommen keine Panzer aur Athen - wir sind ja bereit alles zu tun. Aber keine Panzer aus Athen bitte !!

  • Selten habe ich so etwas verlogenes und absolut absurdes gelesen (Zitat eines CDUlers aus dem Artukel):

    "Die Kanzlerin und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble seien die Garanten dafür, dass die Interessen der
    Bundesrepublik auf europäischer Ebene durchgesetzt würden."

    So so, also der Ruin Deutschlands an den Schulden und der Misswirtsschaft anderer sind also die Interessen der Bundesrepublik!?

  • Da haben Sie aber einen sehr interessanten und aufschlußreichen Link zum "Männerbund" contra Merkel eingestellt

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-27497155.html

    Besonders erstaunt hat mich :
    "Sie hat ein Konzept mit dem Titel "Neue soziale Marktwirtschaft" vorgelegt, mit dem sie sich als Erbin Ludwig Erhards profilieren wollte."

    Das ist der INSM, der alles andere als ein Erbe Ludwig Erhards darstellt, sich hinter "sozial" versteckt und gerade den Sozialbereich weiter reduzieren will.
    Der "Männerbund" gehört auch dieser Gruppierung an.

    Der Einfluß des INSM mit seinem Netzwerk ist immens, man versucht sich durch vorgefertigte Beiträge auf allen Ebenen der Politik und Wirtschaft medial einzubringen. Viele Journalisten benutzen deren Vorlagen.Daher oft die "Unisono Presse"...


  • "in wessen Auftrag spielen sie eigentlich immer den "Beschwichtiger" hier ?? Sie mögen Merkel, die EU und den EURO. Das haben jetzt alle verstanden, ok."

    Und? Was wollen Sie damit ausdrücken?
    Was ALLE verstanden haben? LOL


  • Ja genau, Steinmeier ist der ideale Vizekanzler. Er wurde bereits während der letzten großen Koalition kastriert und bringt somit die wichtigste Eigenschaft für eine Kabinettsmitglied der Regierung Merkel mit.

  • Merkel praktiziert das sogenannte Champignon Management. Streckt so ein Schwammerl den Kopf aus dem Mist, wird er abgeschnitten.

  • Merkel schielt schon auf SPD-Steinmeier, den kennt sie noch von früher. Die machen grosse Koalition sowieso.
    Entweder direkt in der Regierung oder mit Dummy-FDP.
    DIe SPD-Abgeordneten hat sie jedenfalls auf ihrer Seite, die knüppeln sowieso alles durch (ESM etc).

    Der Zug fährt nach 2013 genauso weiter.

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