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Pandemie Anbieter von Corona-Schnelltests warten auf ihr Geld

Anbieter haben geholfen, die den Bürgern versprochenen Testangebote aufzubauen. Nun warten sie auf ihr Geld. Einer von ihnen schlägt in einem offenen Brief Alarm.
09.04.2021 - 07:34 Uhr Kommentieren
Einen Antigen-Schnelltest pro Woche soll jeder Bürger gratis in Apotheken, Arztpraxen oder Testzentren machen lassen können. Quelle: dpa
Schnelltests im Corona-Testzentrum

Einen Antigen-Schnelltest pro Woche soll jeder Bürger gratis in Apotheken, Arztpraxen oder Testzentren machen lassen können.

(Foto: dpa)

Berlin Mehr und schneller testen – mit dieser Strategie startete Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor knapp einem Monat die kostenlosen Schnelltests. Jeder Bürger kann sich seither einmal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen – die Kosten dafür übernimmt der Bund, so die Theorie. In der Praxis allerdings klagen Anbieter, dass sie bislang noch kein Geld vom Staat erreicht hat.

Das hessische Unternehmen Covimedical, das deutschlandweit 60 Schnelltest-Center betreibt, wandte sich beispielsweise kurz vor Ostern mit einem offenen Brief an Spahn. Aufgrund des Ansturms seien Kosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro entstanden. „Bis heute haben wir weder eine schriftliche Zusage der Kostenübernahme erhalten, die uns helfen würde, kurzfristige Zwischenfinanzierungen oder Kredite zu erhalten, noch eine konkrete Information, von wem wir wann die Kosten erstattet bekommen“, hieß es.

Die Folge: Über das Covimedical-Portal 15MinutenTest.de lassen sich keine neuen Termine buchen. „Wir führen bis zu 35.000 Tests am Tag durch und haben einen enormen Kapitalbedarf, um Schnelltests und Verbrauchsmaterial vorzufinanzieren“, begründet Geschäftsführer Christoph Neumeier den Schritt.

Mittlerweile hätten sich Kosten in Höhe von knapp sieben Millionen Euro angehäuft. Die Betreiber müssen nicht nur das Personal, sondern auch Testkits und Materialien wie Handschuhe bezahlen.

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    Immerhin zeigte der Brief Wirkung. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen meldete sich bei Neumeier und sicherte zu, bis Mitte April den Millionenbetrag für den März zu erstatten. Das Verfahren ist in der Testverordnung des Bundes geregelt. Sie sieht vor, dass Anbieter ihre Kosten monatlich oder quartalsweise bei der zuständigen KV einreichen können.

    Erstattung frühestens Mitte April

    Darauf verweist auch das Bundesamt für Soziale Sicherung. Die KVen sammeln die Abrechnungen aller Leistungserbringer und melden den Betrag zur Abrechnung an das Bundesamt. Dieses zahlt dann am 15. eines Monats aus Mitteln des Gesundheitsfonds den Gesamtbetrag an die KVen, die die Zahlungen an die Anbieter weiterleiten.

    Die im März erbrachten Leistungen werden also am 15. April abgerechnet. Durch das Verfahren entstehe bei den Leistungserbringern ein gewisser Vorfinanzierungsbedarf, teilte eine Sprecherin des Bundesamtes mit. Ob die Deckung des Bedarfs Anbietern Schwierigkeiten bereite, könne das Amt nicht abschätzen.

    Davon ist allerdings auszugehen. Auch andere klagen über das Verfahren. „Es ist tatsächlich ein Problem, dass die Anbieter die Kosten für die Tests aus eigener Tasche vorstrecken müssen“, sagt Severin Becker, Projektleiter von Mein-Corona-Schnelltest, die 15 Testcenter betreibt. Im März hat die Initiative 40.000 Tests durchgeführt, wodurch Kosten in Höhe von 800.000 Euro entstanden seien.

    Problematisch würde es, wenn der Bedarf für Tests massiv steigen würde – etwa wenn Theater und Kinos wieder öffnen dürfen und Besucher einen negativen Covid-19-Nachweis benötigen. „Die Kosten, die dann für die Anbieter entstehen, lassen sich nur zu einem gewissen Teil aus eigener Kraft abdecken“, sagt Becker. „Eine Abschlagszahlung durch die KVen wäre hilfreich, mit der die Kosten in einer gewissen Höhe vorfinanziert werden können.“

    Auch Pharmazeuten, die Schnelltests anbieten, müssen die Gelder vorstrecken. „Das ist für Apotheken eine finanzielle Belastung, aber bislang stemmen die meisten das“, teilte eine Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände mit. Der Verband geht davon aus, dass die Abrechnung der Tests über die KVen reibungslos verlaufen wird.

    Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sieht Handlungsbedarf . „Es ist wichtig, dass der Bund und die KVen Klarheit für die Betreiber der Testzentren schaffen und die Abrechnung und Überweisung an die Betreiber ermöglicht wird“, so ein Sprecher. Die Testzentren dürften nicht an bürokratischen Hürden scheitern.

    Mehr: Test-Sets fürs Büro, anlassbezogene PCR-Tests: So sehen Schnelltest-Strategien von Berliner Ministerien aus

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