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Pandemie „Corona ist wieder voll zurück“ – Söder verschärft Maßnahmen in Bayern weiter

Acht Landkreise und kreisfreie Städte überschreiten im Freistaat den Grenzwert von 100. Der Ministerpräsident zieht Konsequenzen – und führt eine weitere Warnstufe ein.
21.10.2020 - 15:20 Uhr 3 Kommentare
„Vorsicht und Umsicht sind der beste Maßstab.“ Quelle: AFP
Markus Söder

„Vorsicht und Umsicht sind der beste Maßstab.“

(Foto: AFP)

Düsseldorf Markus Söder wählte deutliche Worte: „Corona ist wieder voll zurück, die zweite Welle ist da, sie rollt über ganz Europa“, sagte der CSU-Chef an diesem Mittwoch im bayerischen Landtag. Einem zweiten Lockdown sei man näher als viele glaubten, „zumindest einem Teil-Lockdown“, warnte der bayrische Ministerpräsident. Die Zahl der schwer Erkrankten in den Krankenhäusern nehme spürbar zu.

Aus diesem Grund verschärft Söder nun erneut die Corona-Maßnahmen: So soll die Corona-Ampel in Bayern eine weitere Warnstufe erhalten. Neben den geltenden Stufen bei Inzidenzzahlen von 35 und 50 sollten die Einschränkungen in Landkreisen mit einer Zahl von 100 von „Rot“ auf „Dunkelrot“ springen und damit automatisch weiter verschärft werden.

Nach Söders Worten überschreiten mittlerweile acht Landkreise und kreisfreie Städte im Freistaat die 100er-Marke. Den höchsten Wert wies mit 236 zuletzt nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) der Kreis Berchtesgadener Land aus, in dem am Dienstag bereits ein Lockdown verhängt worden war.

Überschreitet ein Landkreis nun die Zahl von 100 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, dürfen an Veranstaltungen maximal 50 Personen teilnehmen. Ausnahmen soll es bei Gottesdiensten und Demonstrationen geben. Bislang gilt in Bayern eine Beschränkung auf 100 Zuschauer in Innenräumen und 200 im Freien, bei zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen ist es sogar jeweils das Doppelte.

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    In der Gastronomie soll bei einem Grenzwert ab 100 bereits ab 21 Uhr eine Sperrstunde gelten. Ab einem Wert von 50 müssen Restaurants, Bars und Kneipen um 22 Uhr schließen, bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 Fällen um 23 Uhr, kündigte Söder an.


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    Weil Deutschlands Nachbarländer zum größten Teil ebenfalls zu Risikogebieten erklärt wurden, will Söder zudem eine Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Corona-Hotspots einführen: Wer sich in den zwei Wochen vor der Einreise in einer stark betroffenen Region aufgehalten hat und nach Deutschland zum Arbeiten pendelt, soll in Zukunft wöchentlich ein negatives Testergebnis vorweisen müssen. Das Ziel sei es, so die Grenzen offenzuhalten, sagte Söder. „Wer Grenzen offen halten will, der muss auch für mehr Sicherheit sorgen.“

    Söder plädiert für ein Offenhalten der Grenzen

    Politiker hatten Söder mehrmals vorgeworfen, das Mitspracherecht der Parlamente in der Anti-Corona-Politik sei zu gering. Das will der CSU-Chef nicht auf sich sitzen lassen: Um den regelmäßigen Austausch zu fördern, will er künftig einmal pro Woche eine Minister-Fragestunde im bayerischen Landtag abhalten. Dabei soll es ausschließlich um Corona gehen.

    „Vorsicht und Umsicht sind der beste Maßstab“

    Söder warb im Landtag zudem erneut für bundesweit einheitliche Maßnahmen und rief die Bevölkerung abermals dazu auf, sich insbesondere an die Maskenpflicht zu halten und weiterhin achtsam zu sein: „Vorsicht und Umsicht sind der beste Maßstab“. Es sei in Deutschland zu früh und viel zu hoch von den Zahlen, sagte Söder. Der Winter, mit einem erhöhten Infektionsgeschehen, komme erst noch.

    An diesem Mittwoch meldete das Robert Koch-Institut (RKI) mit 7597 neuen Fällen binnen 24 Stunden den zweithöchsten Wert in Deutschland. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in der Bundesrepublik hat sich innerhalb weniger Wochen nahezu verdoppelt.

    In Anbetracht der stark steigenden Fallzahlen haben Schulen und Kitas nach Söders Worten oberste Priorität. Wenn diese schließen müssten, können Eltern trotz Homeoffice nicht arbeiten, mahnte der CSU-Chef. Daher sei es auch ein wirtschaftlicher Faktor, die Einrichtungen geöffnet zu halten. Für Branchen, die besonders stark unter der Pandemie leiden, kündigte Söder neue Soforthilfen an, nannte aber keine Summen.

    Mehr: Vorbild Wales: Virologe Drosten hält Kurz-Lockdowns für denkbar.

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    3 Kommentare zu "Pandemie: „Corona ist wieder voll zurück“ – Söder verschärft Maßnahmen in Bayern weiter"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wen Herrn Söders Angstmacherei ernst nimmt, leidet unter BETREUTEM DENKEN.

    • zukünftige Lockdown Regelungen sollten sich daher nicht auf die allgemeinen Infektionszahlen beziehen, sondern auf die Anzahl der Todesfälle bzw. der Anzahl der Intensivpatienten.

    • Wann sagt endlich jemand der Politik, dass sie wieder Mal auf dem Holzweg ist?

      Coronaviren sind ganz normale Erkältungsviren und machen seit Jahrzehnten ca. 20 % der Erkältungen aus. Das Problem ist, dass sich diese Viren (ähnlich wie Rhinoviren oder Influenza) stetig mutieren. Man kann sich folglich nicht dagegen impfen und sich deshalb jedes Jahr aufs Neue anstecken.

      Vergangenen Winter bzw. Frühjahr hatten wir eine besonders gefährliche Mutation im Umlauf (siehe Todeszahlen). Das Virus mutierte jedoch wie jedes Jahr und somit ist das Coronavirus zwar noch im Umlauf, aber bei weitem nicht mehr so gefährlich wie vor einigen Monaten. (Im übrigen war es schon immer im Umlauf und es gibt regelmäßig gefährliche Virenmutationen wie z.B. Vogelgrippe & Schweinegrippe)

      Seit Juni / Juli sind fast alle positiven Coronatests auf die Mutation D164G zurückzuführen, welche laut Experten deutlich harmloser ist als Sars-Cov2.


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