Pandemie: Covid-19 trotz Impfung: Durchbruchinfektionen sind nicht zu vermeiden
Mit fortschreitendem Lebensalter lässt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nach. Die Wirksamkeit von Impfungen ist bei Älteren daher geringer als bei Jüngeren.
Foto: dpaBerlin. Es begann mit Anfragen der Abgeordneten Sahra Wagenknecht (Die Linke) an die Bundesregierung. Wieso nannte der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine andere Zahl der nach Impfdurchbrüchen auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Erkrankten als das Robert-Koch-Institut? Spahn hatte in Interviews gesagt, dass 90 bis 95 Prozent der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen ungeimpft seien.
Wie aus den Berichten des RKI hervorgeht, waren in diesem Zeitraum von August bis September tatsächlich ungefähr zehn Prozent der wegen Covid-19 auf Intensivstationen behandelten Patienten vollständig geimpft. Wagenknechts zweite Frage galt den Wochen zuvor: Wie hatten sich die Anteile der Durchbruchsinfektionen unter den Intensivpatienten und Intensivpatientinnen und unter symptomatisch Erkrankten entwickelt?
In seinem letzten „Wöchentlichen Lagebericht“ zu Covid-19 vergleicht das RKI die Entwicklung von Anfang September bis Anfang Oktober mit der Gesamtentwicklung seit Februar 2021. Danach hat die Zahl der Impfdurchbrüche in beiden Gruppen stark zugenommen, vor allem bei den über 60-Jährigen.
Mittlerweile ist jeder vierte über 60 Jahre alte Intensivpatient (24 Prozent) vollständig geimpft. Über den gesamten Zeitraum gerechnet war es nur jeder zwanzigste (sechs Prozent). In der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen ist der Anteil von intensivpflichtigen Covid-19-Patienten von etwa zwei Prozent auf fast acht Prozent angewachsen.