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Pandemie Laschet verteidigt Corona-Krisenmanagement

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies wächst die Kritik am nordrhein-westfälische Ministerpräsidenten. Jetzt rechtfertigt Laschet seinen Kurs.
24.06.2020 - 11:47 Uhr Kommentieren

Laschet fordert Respekt für Menschen in Gütersloh

Düsseldorf Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verteidigt das Krisenmanagement seiner Regierung in der Coronakrise. Nordrhein-Westfalen sei bundesweit „das erste Land“, das aus Vorsicht eine Region „komplett zurückführt“, sagte Laschet am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag. Der Coronaausbruch in Gütersloh und dem Kreis Warendorf berge aber ein „enormes Pandemie-Risiko“.

Der Oppositionsführer im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty (SPD), warf Laschet dagegen Führungsschwäche beim Krisenmanagement vor. Laschet scheue das politische Risiko, weil ihm der Mut fehle, Verantwortung zu übernehmen, sagte der SPD-Fraktionschef. „Die Führungsschwäche dieser Regierung ist ein Risiko für die Pandemiebekämpfung.“

Rheda-Wiedenbrück, der Sitz der betroffenen Fleischfabrik, sei „heute der größte Virus-Hotspot in ganz Europa“, sagte Kutschaty. Der Corona-Ausbruch sei schlimmer als in Heinsberg und Ischgl. Die Landesregierung habe zu lange gezögert, durch entschlossene Maßnahmen „zu verhindern, dass eine zweite Infektionswelle über Deutschland und Europa kippt“.

Auch Grünen-Fraktionschefin Monika Düker kritisierte Laschets Vorgehen. "Schauen Sie sich doch an, wie Ihr Krisenmanagement kommentiert wird", sagte Düker. Der Lockerer Laschet werde nun zu einem neuen Lock-Down gezwungen.

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    Zuvor hatte Laschet sein Vorgehen verteidigt. NRW sei bundesweit „das erste Land“, das aus Vorsicht eine Region „komplett zurückführt“, sagte Laschet bei der Landtagsdebatte mit Blick auf den Lockdown in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf. Dort hatten die Behörden das öffentliche Leben nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies massiv eingeschränkt.

    Angesichts der Kritik, die Landesregierung habe das Leben in den betroffenen Kreisen zu spät heruntergefahren, sagte Laschet: „Es ist eine Abwägung erforderlich.“ Ihn wundere es immer wieder, wie schnell manche bereit seien, Einschränkungen der Grundrechte vorzunehmen.

    Den Menschen in den beiden betroffenen Landkreisen werde mit dem Lockdown viel zugemutet. Durch die breite Streuung der Wohnorte und der Tönnies-Belegschaft berge der Ausbruch aber ein „enormes Pandemie-Risiko“. Wie weit sich das Virus in der Bevölkerung ausgebreitet habe, könne noch niemand sagen. Die Tests würden am Mittwoch noch einmal massiv ausgeweitet.

    Mehr: Lesen Sie hier, warum die Fleischindustrie vor einer Zeitenwende steht

    • dpa
    • mic
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