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Pandemie Spahn und Seehofer kündigen mehr Quarantäne- und Einreisekontrollen zur Ferienzeit an

Die Minister wollen verhindern, dass sich die Delta-Variante durch Reisen noch rasanter ausbreitet. Spahn rechnet damit, dass die Mutation bald bis zu 80 Prozent der Infektionen ausmacht.
01.07.2021 Update: 01.07.2021 - 17:41 Uhr 1 Kommentar
Die beiden Minister wollen Deutschland neben der Gesundheitsversorgung in weiteren Bereichen besser auf Krisen vorbereiten. Quelle: Reuters
Horst Seehofer und Jens Spahn

Die beiden Minister wollen Deutschland neben der Gesundheitsversorgung in weiteren Bereichen besser auf Krisen vorbereiten.

(Foto: Reuters)

Berlin Der Bund will offenbar den Reiseverkehr im Sommer stärker kontrollieren, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) kündigte am Donnerstag an, die Präsenz der Bundespolizei zu erhöhen. Gerade an den Flughäfen gebe es eine „lückenlose Kontrolle“, sagte Seehofer. Hier achte die Bundespolizei darauf, dass Passagiere eine Einreise-Anmeldung hätten sowie einen Nachweis zur Impfung, Testung oder Genesung.

Stationäre Grenzkontrollen zur Eindämmung der Corona-Pandemie soll es zwar nicht geben, doch wer mit dem Auto unterwegs sei, müsse sich auf Stichproben im Grenzraum einstellen. „Wer einreist, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden“, betonte der CSU-Politiker.

Auch die Überwachung von Quarantäne-Verpflichtungen durch die Gesundheitsämter soll verstärkt werden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wies darauf hin, dass die Ämter nun aufgrund gesunkener Infektionszahlen mehr Kapazitäten hätten, um die Einhaltung der Quarantäne von Reiserückkehrern engmaschiger zu kontrollieren. Seehofer sagte, die Behörden in Bund, Ländern und Kommunen müssten sicherstellen, dass die Corona-Regeln überall beachtet werden. Es gehe darum, den bislang erreichten Erfolg bei der Bekämpfung der Pandemie nicht zu gefährden.

Zudem erklärte Spahn, die Bundesregierung werde Portugal und Großbritannien bald wieder von Virusvarianten- zu Hochinzidenzgebieten herunterstufen. Dies werde dann der Fall sein, wenn die Anteile der ansteckenderen Delta-Variante vergleichbar seien, also voraussichtlich 70 bis 80 Prozent. In der laufenden Woche geht in Deutschland nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) jede zweite Corona-Ansteckung auf die Delta-Variante zurück. Laut Spahn wird der Anteil noch im Juli auf 70 oder 80 Prozent steigen.

Mit Blick auf die Delta-Variante kritisierten die Minister die teils hohen Zuschauerzahlen bei der Europameisterschaft. Seehofer attackierte den europäischen Fußballverband Uefa wegen der anstehenden EM-Spiele in London. „Ich halte diese Position der Uefa für absolut verantwortungslos“, sagte er. Es sei vorgezeichnet, dass ein Fußballspiel mit 60.000 Zuschauern das Infektionsgeschehen befördere, vor allem in einem Land, das bereits stark von der Delta-Variante betroffen sei.

„Wir alle wissen, dass die Kontaktvermeidung und bestimmte Hygienevorschriften unabdingbar sind, um die Infektionen eines Tages zu überwinden“, sagte Seehofer. Wenn man aber die Bilder sehe von „Menschen, die sehr dicht aufeinander sind“ und „Erfolge feiern mit großen Umarmungen“, sei „vorgezeichnet, dass dies das Infektionsgeschehen befördert“.

Derweil passte die Ständige Impfkommission wegen der schnellen Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante ihre Impfempfehlung an. So sollen Menschen, die eine erste Dosis Astra-Zeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie Biontech oder Moderna erhalten, teilte das Gremium mit.

Der Abstand zwischen erster und zweiter Dosis solle dann mindestens vier Wochen betragen. Die Empfehlung gelte „vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren“, hieß es.

Die Experten begründen diesen Rat damit, dass die Immunantwort nach dem Verabreichen von zwei verschiedenen Präparaten – erst Vektor-, dann mRNA-Impfstoff – der Immunantwort nach zwei Dosen Astra-Zeneca „deutlich überlegen“ sei. Fachleute sprechen von einem heterologen Impfschema. Dieses hatte die Stiko bisher nur jüngeren Menschen angeraten, die bereits eine Erstimpfung mit Astra-Zeneca bekommen hatten, bevor dieser Impfstoff nur noch für Impfwillige ab 60 Jahren empfohlen wurde.

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1 Kommentar zu "Pandemie: Spahn und Seehofer kündigen mehr Quarantäne- und Einreisekontrollen zur Ferienzeit an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Bei einer 7-Tage- Inzidenz von konstant unter 10 darf der Anteil der Delta-Variante ruhig auf 100 % steigen. Weil, das würde ja bedeuten, dass die Variante, oder Mutante, wie sie früher genannt wurde, keinerlei Gefährlichkeit aufweist, im Gegensatz zu den täglichen Panikmeldungen. Eigentlich hat der prozentuale Anteil ja Null Aussagekraft. Wichtig in Zukunft sollte auch nicht mehr die 7-Tage-Inzidenz sein, sondern die Belastung der Krankenhäuser, in Zeiten der früher angestrebten 70 % Impfquote, die wir wohl im Herbst erreicht haben sollten. Wenn die Impfung hilft, wäre es endlich Zeit für 100 % Aufhebung der Einschränkungen. Danach werden die Zahlen sicher nochmal kurz steigen, aber dann sollte es vorbei sein. So wird uns ja mit der Impfung versprochen.

    Es wird wirklich Zeit, dass da ein Umdenken erfolgt, oder wie lange sollen wir noch mit Einschränkungen leben ? In anderen Ländern, wie Großbritannien und USA, scheint das Umdenken endlich anzufangen.

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