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Pandemie Spahn warnt vor Inzidenz 800 – Bund will sich besser für Katastrophen wappnen

Bundesgesundheitsminister Spahn sorgt sich vor einem drastischen Anstieg der Fallzahlen. Beim Katastrophenschutz sollen Bund und Länder künftig enger zusammenarbeiten.
21.07.2021 - 16:52 Uhr Kommentieren
Die beiden Minister wollen Deutschland neben der Gesundheitsversorgung in weiteren Bereichen besser auf Krisen vorbereiten. Quelle: Reuters
Horst Seehofer und Jens Spahn

Die beiden Minister wollen Deutschland neben der Gesundheitsversorgung in weiteren Bereichen besser auf Krisen vorbereiten.

(Foto: Reuters)

Berlin Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor einem drastischen Anstieg der Fallzahlen im Herbst gewarnt. Derzeit liege die Inzidenz bei rund 11. „Wenn sich das so weiter verdoppelt, alle zwölf Tage, dann werden wir im September die 400 überschreiten, im Oktober 800“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Alle miteinander müssten sich die Frage stellen: „Wollen wir das geschehen lassen?“

Ein Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) von Anfang Juli rechnete im schlimmsten Fall noch mit einer Inzidenz von knapp 400 im Dezember, wenn sich die Impfquote bei etwa 65 Prozent einpendele. In diesem Fall wären auch die Intensivbetten wieder stark ausgelastet.

Spahn wies darauf hin, wie wichtig es sei, Schulen und Kitas bei niedriger Ansteckung zu öffnen. Er rief dazu auf, die bekannten Maßnahmen einzuhalten. „Es geht darum, Maske im Innenraum zu tragen. Wenn man noch nicht geimpft ist, sich impfen lassen“, sagte er. „Wir entscheiden in diesen Tagen des Julis darüber, wie September, Oktober, November werden.“

Die Frage sei auch, was die Entwicklung unter Berücksichtigung der Impfquote für die Hospitalisierung und die mögliche Lage auf den Intensivstationen bedeuten könne. Derzeit seien 75 Prozent der über 60-Jährigen vollständig geimpft, ein Viertel nicht. „Wenn Sie die Maßzahl nehmen, können Sie sagen: 200 ist das neue 50“, sagte Spahn mit Blick auf die Inzidenzen.

Derweil leitete die Bundesregierung erste Schritte ein, um die Bevölkerung bei Katastrophen und Krisen besser zu schützen. So sollen Bund und Länder künftig enger im Katastrophenschutz zusammenarbeiten, kündigte Spahn gemeinsam mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bei der Vorstellung der „Nationalen Reserve Gesundheitsschutz“ an.

Katastrophen-Warnung aufs Handy

Mit der Initiative reagiert die Bundesregierung auch auf die Notlage während der Corona-Pandemie. Deutschland sei damit besser auf künftige Krisen vorbereitet, sagte Spahn. Die Pandemie habe Abhängigkeiten schmerzlich vor Augen geführt, sagte er.

„In der Not zu kaufen ist immer teurer“, sagte Spahn. Die Reserve sei gedacht, um bei Pandemien und bei Katastrophen wie nun im Westen Deutschlands eingesetzt zu werden. Ebenso sei sie für den Fall vorgesehen, dass Deutschland Bündnispartnern zur Seite stehen müsse.

Die „Nationale Reserve Gesundheitsschutz“ soll den Bedarf des Gesundheitssektors und des Bundes für bis zu sechs Monate decken sowie „humanitäre Hilfe durch die Lieferung von Schutzausstattung an die Weltgesundheitsorganisation und Drittstaaten ermöglichen“. Erreicht werden soll dies mithilfe „von Warenbevorratung sowie des Vorhaltens von Produktionskapazitäten und Neuproduktion“.

Mit der Initiative soll mittelfristig auch die Vorsorge für Krisen wie Überflutungen und großflächige Brände verbessert werden. Dafür ist unter anderem ein gemeinsames Kompetenzzentrum von Bund und Ländern geplant. Zudem soll die Bevölkerung bei Gefahren wie Hochwasser künftig auch per Nachricht aufs Handy gewarnt werden.

Spahn warnt vor „exponentiellem Wachstum“ der Sieben-Tage-Inzidenz

Damit zieht die Bundesregierung erste Konsequenzen beim Katastrophenschutz aus der Flutkatastrophe. Dieser war in die Kritik geraten, weil Warnungen vor dem Hochwasser die Bevölkerung in den betroffenen Regionen nicht rechtzeitig erreichten.

Für die Warnung vor akuten Gefahren sei ein Mix aus analogen und digitalen Methoden notwendig, betonte Seehofer. Sirenen alleine seien kein Allheilmittel. Denn „es reicht ja nicht aus, nur akustisch zu warnen, die Bevölkerung muss ja auch wissen, was sie tun soll“.

Zum Einsatz kommen soll auch die Technologie Cell-Broadcasting. Dabei werden Nachrichten an alle Handy-Nutzer verschickt, die sich zu dem Zeitpunkt in der betreffenden Funkzelle aufhalten. Eine im Frühjahr in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie werde noch vor der Bundestagswahl aller Wahrscheinlichkeit nach positiv ausfallen, sagte Seehofer.

Mit Agenturmaterial.

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