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Pandemie Spahns Ministerium fürchtet Auslastung der Impfzentren wegen zunehmender Impfstoff-Menge

Die steigende Zahl an Dosen könnte laut einem Papier des Gesundheitsministeriums bald zu Engpässen führen. Im zweiten Quartal könnten fast 700.000 Impfungen möglich sein – pro Tag.
10.02.2021 - 17:46 Uhr 3 Kommentare
Die Zahl der Impfungen soll bald deutlich gesteigert werden. Quelle: AFP
Jens Spahn

Die Zahl der Impfungen soll bald deutlich gesteigert werden.

(Foto: AFP)

Berlin Wegen der steigenden Menge an Corona-Impfstoff könnten die Impfzentren nach Ansicht des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) schon bald ausgelastet sein. Die aktuell verfügbare Kapazität müsse samt ihren mobilen Teams bereits im März oder April ausgebaut werden, heißt es in einem Papier des Ministeriums zum Corona-Gipfel an diesem Mittwoch. Nach 273.000 Impfungen im ersten Quartal könnten im zweiten bereits 698.000 Impfungen pro Tag möglich sein.

Die Einschätzung stützt sich auf die „Modellierung von Impfszenarien“ des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (ZI). „Ab Mai entsteht eine Lücke in der Größenordnung von über drei Millionen Impfungen pro Woche“, heißt es in der Analyse. Diese Zahl werde in der Folge auf 7,5 Millionen Impfungen ansteigen. Es zeige sich, dass die Impfzentren auch dann noch längere Zeit bestehen müssten, wenn die Arztpraxen für die Impfungen einbezogen würden.

Die Länder hatten beim Impfgipfel Anfang Februar eine solche Übersicht gefordert. Sie sollen nun gemeinsam mit dem Bund bis 17. Februar eine umfassende Bestandsaufnahme leisten. „Ziel ist, eine belastbare Datengrundlage für eine zeitnahe Steuerung der erforderlichen Kapazitäten über den Impfplan zu schaffen“, heißt es in dem Papier.

Impfangebot an alle Menschen über 60 bis Ende Juni

Die Erhebung gibt auch Klarheit darüber, wer in den kommenden Monaten geimpft werden könnte. So können wohl alle drei Bevölkerungsgruppen, die vorrangig geimpft werden, bis Ende Juni mindestens die erste der zwei nötigen Dosen verabreicht bekommen. Damit könnten unter anderem alle Menschen über 60 Jahre, Lehrer, Erzieher, Polizisten und Beschäftigte in Supermärkten bis dahin eine Impfung erhalten.

Laut den Szenarien könnte dann bereits bis Mitte August allen Bürgern ein Impfangebot gemacht werden. Dies hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bis zum 21. September allen Bürgern in Aussicht gestellt.

Voraussetzung ist, dass alle Vakzine zugelassen und geliefert werden. Wenn nur die bereits zugelassenen drei Wirkstoffe eingesetzt werden dürfen, würde es bis Mitte September dauern. Seit dieser Woche ist neben dem Impfstoff von Moderna und Biontech/Pfizer jener des britischen Herstellers Astra-Zeneca zugelassen.

Dieser kündigte am Mittwoch eine Partnerschaft mit der Firma IDT Biologika in Dessau an. Dort sollen künftig Produktionsanlagen entstehen, mit denen eine zweistellige Millionenzahl an Impfdosen pro Monat hergestellt werden könnte, heißt es in einer Meldung vom Mittwoch. Die Anlage soll allerdings erst Ende 2022 betriebsbereit sein.

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3 Kommentare zu "Pandemie: Spahns Ministerium fürchtet Auslastung der Impfzentren wegen zunehmender Impfstoff-Menge"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Mal ein bisschen rechnen? Bisher wurden lt. RKI stand 14.02. ca. 4,1 Mio Impfungen vorgenommen- in 50 Tagen. Bis zum Ende des Quartals sind es noch 45 Tage (ab 14.02.). Um auf 273.000 Impfungen pro Tag zu kommen müssen ab gestern pro Tag knapp 454Tsd Impfungen vorgenommen werden, also mehr als da 5-fache der bisherigen Leistung. Viel Erfolg!

  • Schon alleine die Aussage vom Herrn Minister - "er fürchtet Auslastung der Impfzentren wegen ...." wäre schon ein Grund, eine Führungskraft in der Wirtschaft entweder zu kündigen oder von der Herausforderung abzuziehen, damit er/sie sich nicht Richtung Burnout entwickelt.
    Auf jeden Fall sollte das Gehalt / Versorgungsleistungen stark gekürzt werden, oh wir haben ein Problem, bei unserem politischen Führungspersonal kommt es ja nicht auf Leistung an - es zählt als Leistungskriterium in einer bestimmten Partei zu sein.
    Es geht nicht um Lösungen eines Problems, sondern darum öffentlichkeitswirksam über Probleme zu reden.

    Früher hatte man das Gefühl, unser Land wurde zwar bürokratisch aber gut verwaltet. Heute haben wir nur noch Bürokratie ohne Leistungsbezug im Hinblick auf Problemlösungen.
    Wie sagt der Volksmund: der Fisch stinkt vom Kopf.

    Was mich sehr verwundert, dass systemrelevante Berufsgruppen wie Lehrer/innen, Kita-Betreuer, Polizisten u.ä. nicht sofort geimpft werden. Ich bin 65 Jahre, aktiv auf die Gesundheit achtend. Bis 70 Jahre stirbt doch kaum jemand durch Corona, also warum werden sie als nicht so wichtig oder schützenswert angesehen - schon mal was von Sorgeverpflichtung des Arbeitgebers gehört ?

    Es ist und bleibt ein kollektives Regierungsversagen in dieser Coronazeit - gut dass das Virus nicht Pest oder Ebola heißt, dann hätten wir ein wirkliches Problem gehabt.
    Hoffentlich lernen wir wie Pandemie wirklich geht - zumindest dann für die Zukunft.

  • Ein bisschen viel "könnte" ist dabei. Wichtig wäre, dass vielleicht im 1. Quartal noch etwas mehr Impfdosen gibt. Der Aufbau weiterer Impfzentren sollte doch eigentlich kein Problem sein; Personal ebenfalls nicht: Ärzte, die für € 180,-- die Stunde etwas dazu verdienen können, sowie medizinisches Personal im Ruhestand oder sonstige, die zeitweise aushelfen und eine Spritze geben können, sollte ebenfalls zu finden sein.

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