Panzer, Raketen, Helikopter Bayern ist deutscher Waffenexport-Meister

Mehr als vier Milliarden Euro haben bayerischen Konzerne 2015 mit Waffenexporten verdient. Damit ist Bayern mit Abstand Spitzenreiter in Deutschland. Der größte Teil der Exporte ging in Länder wie Irak, Katar und Kuwait.
Der Kampfpanzer „Leopard 2 A6“ wird von der Münchener Waffenschmiede Krauss-Maffei Wegmann hergestellt. Leopard-Panzer zählen zu den Kassenschlagern des Konzerns. Quelle: dpa
Kampfpanzer Leopard

Der Kampfpanzer „Leopard 2 A6“ wird von der Münchener Waffenschmiede Krauss-Maffei Wegmann hergestellt. Leopard-Panzer zählen zu den Kassenschlagern des Konzerns.

(Foto: dpa)

MünchenBayern ist einem Zeitungsbericht zufolge unter den Bundesländern der größte Waffenexporteur. Mit einem Anteil von 55 Prozent seien 2015 mehr als die Hälfte der exportierten Waffen aus Bayern geliefert worden, berichtete der „Münchner Merkur“ am Dienstag unter Berufung auf eine Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums an die Grünen.

Von diesen Waffen seien 90 Prozent weder in EU-Staaten noch in andere Nato-Länder, sondern in sogenannte Drittstaaten wie Irak, Katar und Kuwait geliefert worden. Von den insgesamt mit Waffenverkäufen umgesetzten 7,86 Milliarden Euro seien 4,33 Milliarden Euro in Bayern umgesetzt worden.

Den größten Umsatz machte die bayerische Rüstungsindustrie demnach mit Kampfpanzern (749 Millionen Euro), gefolgt von sonstigen gepanzerten Fahrzeugen (319 Millionen Euro), Lenkflugkörpern (296 Millionen Euro) und Kampfhubschraubern (120 Millionen Euro).

Wer die meisten Waffen kauft
Waffen weltweit gefragt
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Während in Europa der Import von Waffen zwischen 2010 und 2014 im Vergleich zum vorherigen Fünf-Jahres-Zeitraum um 36 Prozent zurückging, nimmt er in allen anderen Weltregionen zu. Das zeigen neue Zahlen des Friedensforschungsinstituts Sipri (Link zum PDF-Dokument). Angesicht des gestiegenen Sicherheitsbedürfnisses aufgrund der Ukraine-Krise könnte sich der Trend in Europa aber bald wieder umkehren. Der staatliche Waffenimport wuchs in Afrika um 45, in Asien und Ozeanien um 37, im Nahen Osten um 25 und in Amerika um sieben Prozent. Welche Länder besonders viel für Waffen ausgeben...

Singapur
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Singapur ist nur ein kleiner Stadtstaat, doch bei Waffen spielt das Land ganz vorne mit. Zwischen 2010 und 2014 betrug der Anteil Singapurs an den weltweiten Waffenimporten drei Prozent. Im Fünf-Jahres-Zeitraum zuvor war der Anteil schon genauso hoch. Hauptlieferanten für das Inselreich waren Schweden (6 Prozent), Deutschland (10 Prozent) und mit Abstand die USA (71 Prozent).

Im Bild: Studentinnen und Soldaten begutachten Waffen auf der Singapore Airshow.

Südkorea
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Die asiatische Wirtschaftsmacht Südkorea importiert weniger Waffen. Zwischen 2010 und 2014 sank der Anteil von sechs auf drei Prozent. Südkorea kaufte vor allem bei US-Herstellern ein: Mit 89 Prozent dominierten Waffenimporte aus den USA. Deutschland war mit fünf Prozent im Geschäft, Schweden mit zwei.

Im Bild sind Kampfflugzeuge der südkoreanischen Luftwaffe bei einem Kontrollflug über den Dokdo Inseln zu sehen.

USA
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Die Vereinigten Staaten sind der größte Waffenexporteur der Welt. Doch trotz der Stärke der eigenen Hersteller wird auch ein kleiner Teil Waffen importiert. Im Zeitraum von 2010 bis 2014 betrug der Anteil der USA an den weltweiten Waffenimporten drei Prozent und blieb damit im Vergleich zum vorherigen Fünf-Jahres-Zeitraum unverändert. Deutsche Hersteller waren mit 18 Prozent am besten in den USA im Geschäft, gefolgt von Großbritannien (15) und Kanada (13).

Im Bild: Soldaten bei einer Trauerfeier an einer US-Militärbasis.

Türkei
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Auf die Türkei entfallen drei Prozent der weltweiten Waffenimporte. Der Anteil bleibt damit stabil. Die meisten Waffen erhielt der Staat von Schmieden des Nato-Partners USA (58 Prozent), gefolgt von Südkorea (13) und Spanien (8).

Im Bild: Türkischer Panzer an der Grenze zu Syrien, im Hintergrund die zwischen Kurden und IS umkämpfte Stadt Kobane.

Australien
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Vier Prozent aller Waffenimporte tätigte Australien. Der fünfte Kontinent erhöhte damit seinen Anteil leicht. Wichtigster Lieferant waren Hersteller aus den USA (68 Prozent), auch Spanien (19) und Frankreich (6) machten gute Geschäfte.

Im Bild: Bruchlandung eines australischen Kampfjets bei Brisbane.

Pakistan
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Bei Waffendeals sind Pakistan und die USA eng verbündet. 30 Prozent aller pakistanischen Importe kamen aus den Vereinigten Staaten. Doch Hauptlieferant ist die aufstrebende Waffennation China. 51 Prozent der Importe stammten aus der Volksrepublik. Insgesamt hat Pakistan einen Anteil von vier Prozent aller Waffenimporte von 2010 bis 2014.

Im Bild: Gemeinsame Hilfsaktion von US- und pakistanischen Kräften nach einem Erdbeben in Pakistan.

Gelenkte Flugkörper seien unter anderem nach Botsuana, Indonesien, Irak, Katar, Kuwait und Saudi-Arabien geliefert worden. Nach Katar seien außerdem Kampfpanzer, gepanzerte Kampffahrzeuge und Maschinengewehre gegangen, in die Vereinigten Arabischen Emirate vollautomatische Gewehre.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Doris Wagner sagte dem Blatt, sie befürchte, „dass damit innen- und außenpolitische Konflikte befeuert und verschärft werden“.

  • afp
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