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Paritätischer Wohlfahrtsverband Deutschland bleibt beim Thema Armut viergeteilt

Auch 30 Jahre nach Mauerfall ist Deutschland ein regional und sozial tief zerklüftetes Land, so der Befund des Armutsberichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbands.
12.12.2019 - 08:30 Uhr 1 Kommentar
Ein grüner Rucksack liegt vor einem Pappschild mit der Aufschrift „Ich habe Hunger“ an einer Hausecke in der Münchener Innenstadt. Quelle: dpa
„Ich habe Hunger“

Ein grüner Rucksack liegt vor einem Pappschild mit der Aufschrift „Ich habe Hunger“ an einer Hausecke in der Münchener Innenstadt.

(Foto: dpa)

Berlin Der Paritätische Wohlfahrtsverband sieht eine wachsende Kluft zwischen Wohlstands- und Armutsregionen in Deutschland. „Der Graben verläuft längst nicht mehr nur zwischen Ost und West“, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider am Donnerstag anlässlich der Vorstellung des „Armutsberichts 2019“ laut Mitteilung des Verbands.

„Trotz eines erfreulichen Rückgangs der bundesweiten Armutsquote auf 15,5 Prozent (2018) zeichnen sich besorgniserregende Entwicklungen und neue Problemregionen insbesondere in Westdeutschland ab“, heißt es in dem Bericht. Bei genauerer Betrachtung zeige sich Deutschland viergeteilt. Den „wohlhabenden“ Ländern Bayern und Baden-Württemberg mit einer Armutsquote von zusammen 11,8 Prozent, stünden Nordrhein-Westfalen und der Osten mit rund 18 Prozent gegenüber. Dazwischen lägen die weiteren Regionen Westdeutschlands mit einer Armutsquote von zusammen knapp 16 Prozent.

Armut wird in Deutschland über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Für die Armutsquote wurden dem Bericht des Paritätischen zufolge alle Personen gezählt, die in Haushalten leben, deren Einkommen diese Grenze unterschreitet. Basis waren unter anderem bereits veröffentlichte Daten des Statistischen Bundesamts.

Der Armutsbericht zeige, dass auch der Westen Deutschlands tief gespalten und weit entfernt von Einheitlichkeit oder gleichwertigen Lebensbedingungen sei, sagte Schneider. Untersucht wurde für die Studie die Armutsentwicklung auf Länder- und Regionalebene. Insbesondere das Ruhrgebiet bleibe mit einer Armutsquote von 21,1 Prozent bei 5,8 Millionen Einwohnern „Problemregion Nummer 1“.

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    Außerdem sei die Armut von Rentnern in den vergangenen zehn Jahren um 33 Prozent und damit so stark wie bei keiner anderen Gruppe angestiegen. Von den erwachsenen Armen seien 29 Prozent in Rente und 32 Prozent erwerbstätig. Jedes fünfte Kind lebt in Armut. Der Verband fordert in seinem Bericht unter anderem einen höheren Mindestlohn und höhere Hartz-IV-Sätze.

    Mehr: Spitzenverdiener profitieren von Kapital- oder Betriebseinkünften. Dagegen frisst die Inflation Einkommenszuwächse der ärmsten Haushalte auf, zeigt eine neue Studie.

    • dpa
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    1 Kommentar zu "Paritätischer Wohlfahrtsverband: Deutschland bleibt beim Thema Armut viergeteilt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Armut in Deutschland: In Deutschland gilt als arm, wer als Single weniger als ca. 900 Euro netto verdient. Bei einer vierköpfigen Familie liegt die Grenze je nach Rechnung zwischen 1.900 und 2.500 Euro NETTO!

      Hier von Armut zu sprechen ist doch sehr mutig! In vielen Ländern dieser Erde zählt man mit diesen Netto-Einkommen zur finanziellen Elite.

      In Deutschland von Armut zu reden ist doch fraglich. Jeder hat ein Recht auf eine Unterkunft, Essen, Trinken, Kleidung, Wasser, Strom, Heizung, und noch sehr Vieles mehr! Ein wichtiger und meist unterschätzter Punkt: Jeder hat ein Recht auf ärztliche Versorgung!

      Warum wollen wohl so viele Menschen aus aller Welt ausgerechnet nach Deutschland? Weil wir alle so nette Menschen sind oder weil wir hier so ein tolles Klima haben? Sicherlich nicht! Mit unseren Sozialleistungen für „arme“ Menschen sind wir weltweit einzigartig in der Verteilung von in Jahrzehnten erarbeitetem Wohlstand an Menschen fremder und sogar feindlicher Kulturen ohne jegliche Gegenleistung!

      „Armut“ ist in Deutschland nur eine „Rechengröße“. Keine Armut gäbe es nur, wenn alle Menschen (!) in Deutschland nahezu das gleiche Einkommen hätten. Solche einen Zustand gab es schon einmal in Teilen Deutschlands. Wohin das geführt hat ist bekannt...

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